Schweizer Schoggi kopiert? Toblerone verklagt Kleinbetrieb

Er ist vegan, wiegt 200 Gramm und besteht aus einer Reihe rundlicher Schoggi-Segmente, die auf einem Schoggistreifen angeordnet sind: Den O’bar verkauft der britische Hersteller Catherine’s Originals in mehreren Sorten. Für Toblerone-Mutter Mondelez geht die Form allerdings zu weit.
Der Konzern hat beim High Court in London Klage eingereicht und wirft Catherine’s Originals Markenrechtsverletzung sowie sogenanntes «passing off» vor. Mondelez bezeichnet die Toblerone-Form als eines der bekanntesten und unverwechselbarsten Produktdesigns weltweit. Über mehrere Monate habe man versucht, den Streit direkt mit Catherine’s Originals zu lösen, aber keine Einigung erzielt.
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Gründerin sieht ein «O»
Catherine Dodd gründete die Firma 2021 noch als Teenager. Die Form ihrer Schoggi leite sich nicht von Toblerone ab, sondern vom O in «Originals», sagt sie. «Dass wir kleiner sind, sollte nicht bedeuten, dass wir Angst haben, das zu verteidigen, was wir aufgebaut haben», sagt Dodd. Das Unternehmen will sich gegen die Klage wehren.
Auf dem Instagram-Profil von Catherine’s Originals sorgt die Klage bereits für Spott: «Oh mein Gott, ich bin so verwirrt, ist das etwa eine Toblerone?», schreibt ein User ironisch unter eines der Fotos. «Das ist so dumm – Toblerone gibt es nicht in vegan, die würde ich sowieso nicht kaufen», findet eine andere Person.
Mondelez stritt schon mit Swissone
Auch in der Schweiz ist es nicht der erste Streit um die Toblerone-Form. Ab 2020 ging Mondelez gegen das Berner Unternehmen Swissone vor. Ein erster Versuch, den Verkauf zu stoppen, scheiterte (20 Minuten berichtete). Später folgte ein ordentliches Verfahren. 2024 einigten sich die Parteien vor dem Berner Obergericht auf einen weltweiten Vergleich. Swissone sagte zu, seinen Riegel künftig weniger kantig zu formen.
Auch andere Hersteller wählten schon Formen und Namen, die stark an Toblerone erinnern. Aldi brachte 2023 in Deutschland etwa die «Aldirone» auf den Markt, einen Riegel mit pyramidenartigen Schoggi-Stücken. Für juristischen Ärger sorgte zuvor die britische Billigkette Poundland: Sie wollte 2017 ihre Schoggi «Twin Peaks» lancieren, deren einzelne Stücke jeweils zwei Spitzen statt der einzelnen Toblerone-Zacken hatten. Nach einer rechtlichen Intervention von Mondelez verzögerte Poundland den Start. Später kam die Schoggi mit veränderter Form und angepasster Verpackung doch noch auf den Markt.
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Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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