InquirerNCR hospitals, emergency teams on alert for ‘Undas’ESPN DeportesLa Águilas reaccionan pronto y marcan el empateDaily MaverickBOOK EXCERPT: Sandstone Estates – where steam locomotives bring SA railway history to lifeESPNContreras earns World Series MVP honors with .381 average, 10 ABS overturnsPunchPolice nab NSCDC officer for shooting in Abuja market한겨레해킹 징후 알고도 대응 소홀…대교, 65만명 개인정보 유출에 과징금 32억5500만원CNN TürkTürkiye Cumhuriyet 103 yaşında!ZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-Nachrichtenstudioسكاي نيوز عربيةبعد حادث إسبانيا.. كيف تحمي القطارات السريعة ركابها؟The Sydney Morning HeraldLeaked letter reveals growing Labor rift over Kimberley frackingMalay MailTrump administration dealt court blow as judge rejects bid to block 20,000 California voters ahead of midtermsSportstarLeague Cup 2026-27 Quarterfinals draw: Find out who Liverpool, Manchester City will face
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, October 29, 2026

Die Angst vor ICE lähmt in Mexicantown das Geschäft

Translate
  • In Detroits Quartier Mexicantown lähmen ICE-Razzien und steigende Preise das Geschäft der kleinen Betriebe.
  • Viele mexikanische Kundinnen und Kunden bleiben laut Bäckerin Juanita aus Angst vor ICE zu Hause.
  • Vor den Midterms am 3. November hoffen manche auf die Demokraten, andere konzentrieren sich auf Familie und Geschäft.

Bunte Häuser stellen sich dem grauen morgendlichen Himmel entgegen. «Restaurante Xochimilco» oder «Taqueria el Rey» steht direkt an den Fassaden geschrieben. Zwischen ihnen riecht es nach frischem Brot, Kaffee und Mais. Doch auf den Strassen im kleinen Detroiter Quartier «Mexicantown» ist es leer – und das nicht nur wegen der Uhrzeit.

«Ich wähle niemanden, der Trump nahesteht»

«Ich habe Angst vor der Einwanderungsbehörde», erzählt Jorge auf Spanisch. Er und seine Frau Monica haben hier im Quartier gerade Zutaten gekauft für das kleine Restaurant, das sie bei sich zu Hause betreiben. Der Bestseller: Tacos al Pastor. Seit fünf Jahren sei Jorge amerikanischer Staatsbürger. «Sicher fühle ich mich deshalb nicht.» Er habe gesehen, wie vielen Menschen der Pass am Ende nicht geholfen habe. Ihm und Monica gehe es hier in Detroit zwar vergleichsweise gut. Doch sie hätten Freunde und Verwandte, die viel stärker betroffen seien.

Auch sonst sei das Leben viel härter geworden, seit Trump vor zwei Jahren seine Amtszeit begonnen hat. Die Preise für Benzin und Lebensmittel seien stark gestiegen, das merke das verheiratete Paar als Selbstständige in der Gastronomie jeden Tag. «Es ist gerade sehr schwierig.»

Jorge und Monica kaufen gerade Zutaten für ihr Heimrestaurant ein. Trotz amerikanischem Pass fühlen sie sich wegen ICE-Razzien nicht sicher.

Jorge und Monica kaufen gerade Zutaten für ihr Heimrestaurant ein. Trotz amerikanischem Pass fühlen sie sich wegen ICE-Razzien nicht sicher.20min/Carolin Teufelberger

Auch deshalb will Jorge wählen gehen. Wen genau, das wisse er noch nicht, er müsse sich noch schlaumachen. Aber eines steht für ihn fest: «Ich wähle niemanden, der Trump nahesteht.» Er tendiere deshalb zu den Demokraten mit der leisen Hoffnung, dass sich damit etwas zum Positiven verändert.

«Sehen nicht mehr so viele Hispanics wie früher»

Ein Block weiter steht Juanita in ihrer Bäckerei «La Gloria», die ihr Vater in den 1980er-Jahren aufgebaut hat. Die 52-Jährige merke die Veränderung im politischen Klima vor allem an ihrer Kundschaft. «Wir sehen nicht mehr so viele Hispanics wie früher. Würde mein Geschäft von ihnen abhängen, hätte ich längst schliessen müssen.»

Viele ihrer mexikanischen Kundinnen und Kunden blieben lieber in der Nähe ihres Zuhauses. «Sie sind weniger unterwegs – wohl aus Angst vor ICE.» Sie selbst sei zum Glück nicht betroffen, auch niemand aus ihrem Bekanntenkreis. «Ich bin hier geboren und spreche perfektes Englisch.» Geschichten höre sie trotzdem. Und auch wenn sie nicht alles beurteilen könne, finde sie: Wer nichts falsch gemacht habe, solle in Ruhe gelassen werden.

Mehr noch beschäftige sie persönlich aber die Wirtschaftslage: Manche Produkte seien plötzlich schwer zu bekommen. Ihr Lieferant könne nicht mehr alles beschaffen, was sie für die Bäckerei brauche. Woran das liege, könne sie nicht mit Sicherheit sagen. «Aber ich vermute stark, dass es einen Zusammenhang mit Trumps Zollpolitik und den steigenden Preisen gibt.»

Ob die Midterms daran etwas verändern könnten? «Ich bin die falsche Person für politische Fragen», sagt Juanita. Sie verfolge das alles kaum. Bei der Wahl richte sie sich nach ihrem Mann. Die politischen Nachrichten machten ihr Angst und ihr Vertrauen in die Politiker sei klein. Juanita konzentriere sich lieber auf das, was ihr nahe ist: ihre Kinder, ihre Familie, die Bäckerei. Solange alle gesund seien und sie das Geschäft weiterführen könne, sei sie zufrieden.

«Viele Menschen hier haben keine Papiere»

Auch Rodolfo (66) sei trotz allem zufrieden. «Wir haben nur ein Leben, das müssen wir doch irgendwie geniessen», sagt der Besitzer eines kleinen Gemischtwarenladens und lacht. Die Worte, die folgen, lassen es wie Zweckoptimismus erscheinen.

Das Geschäft laufe schlechter, erzählt er. Mexicantown sei klein, andernorts gebe es mehr Auswahl. Viele kämen deshalb nicht mehr extra hierher. Gleichzeitig werde für ihn alles teurer: Lieferungen, Produkte, Steuern. «Meine eigenen Preise habe ich trotzdem kaum erhöht.»

Neben der wirtschaftlichen Verunsicherung beschäftigten ihn vor allem die Razzien der Einwanderungsbehörde. «Viele Menschen hier haben keine Papiere, ICE war deshalb immer wieder hier im Viertel.» Viele Leute lebten deshalb seit bald einem Jahr in stetiger Angst. Er hingegen sei eigentlich nicht verunsichert, da er seit über 30 Jahren in den USA lebe und amerikanischer Staatsbürger sei.

Von seiner Staatsbürgerschaft wolle er am 3. November auch Gebrauch machen. «Wenn ich die Möglichkeit und Zeit habe, wählen zu gehen, dann gehe ich wählen, Mija», sagt er, während er einen Kunden auf Spanisch bedient. Er hoffe, dass die Demokraten stärker würden und gebe seine Stimme im Senatsrennen deshalb Abdul El-Sayed. «Dann könnte sich auch die Situation für uns Hispanics verbessern.»

Carolin Teufelberger

Carolin Teufelberger (cat) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Redaktorin beim Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.