Folgen des Klimawandels: Satellit soll Pflanzenstress aus dem All erkennen

Folgen des KlimawandelsSatellit soll Pflanzenstress aus dem All erkennen
15.09.2026, 14:37 Uhr
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Eine neue ESA-Mission soll aus dem All Informationen zur Gesundheit von Pflanzen liefern - anhand eines schwachen Signals, das von den Pflanzen ausgeht. Daraus sollen Erkenntnisse zu den Folgen von Klimawandel und Extremwetterereignissen gewonnen werden.
Die Europäische Weltraumagentur ESA hat zwei Satelliten zur Erforschung von Extremwetterereignissen im Zusammenhang mit dem Klimawandel erfolgreich ins All gebracht. Der Erdbeobachtungssatellit "Flex" hob am frühen Morgen an Bord einer Vega-C-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab, wie die europäische Weltraumbehörde ESA mitteilte. Knapp zwei Stunden später erreichte sie ihre Umlaufbahn.
Der "Flex"-Satellit soll Daten zur Auswirkung von Hitzewellen auf Pflanzen liefern. Er misst die sogenannte Fluoreszenz, also das Rotlicht, das Pflanzen bei der Fotosynthese ausstrahlen. Auf diese Weise soll der Zusammenhang zwischen "Pflanzenstress und Fluoreszenz" untersucht und quantifiziert werden, wie der Leiter des Programms, Thierry Huiban, im April angekündigt hatte. So soll auch mehr über den Einfluss der Fotosynthese auf die Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe erfahren werden.
Mit dem bloßen Auge ist Chlorophyll-Fluoreszenz nicht sichtbar. Der Satellit kann sie mit seinem sensiblen Spektrometer aber messen, obwohl er in etwa 815 Kilometern Höhe unterwegs ist. Die Fluoreszenz wird von den Molekülen abgegeben, die die Fotosynthese in Gang setzen. Sie ist eine Art überschüssige Energie, kann aber auch darauf hinweisen, dass es der Pflanze nicht gut geht. Denn wenn eine Pflanze unter Stress steht, findet weniger Fotosynthese statt.
"Sentinel-3C"-Satellit sammelt Daten zu Ökosystemen
Während welkende Blätter etwa erst nach Tagen oder Wochen zu sehen sind, können Fachleute am Fluoreszenzsignal unmittelbar Veränderungen ablesen. Je nach Dauer und Intensität des Stresses kann das Signal jedoch zu- oder abnehmen. Um die Fotosynthese umfassender zu verstehen, werten Fachleute daher auch andere Daten aus, die der mitfliegende Satellit "Sentinel-3C" misst. Dieser sammelt Daten zu Ökosystemen im Meer wie Temperaturen, die Höhe von Wellen und Meeresströmungen.
Über drei Jahre hinweg soll die 350 Millionen Euro teure Mission so ein Bild davon entstehen lassen, wie stark sich etwa Dürre, fehlende Nährstoffe oder Krankheiten auf Pflanzen auswirken. Im besten Fall soll sie auch dabei helfen, überhaupt auszumachen, warum es einer Pflanze unter den sich wandelnden Klimabedingungen nicht gut geht. 14 Mal am Tag soll der "Flex"-Satellit die Erde umrunden. Das gleiche Fleckchen Land überfliegt er planmäßig alle 27 Tage.
Derartige Raummissionen seien eine "wesentliche" Unterstützung bei dem "Klimawandel, den wir erleben", erklärte die Leiterin der ESA-Erdbeobachtungsprogramme, Simonetta Cheli, in Kourou. Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent. Dieses Jahr litten weite Teile des Kontinents wiederholt unter heftigen Hitzewellen und Temperaturrekorden.
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