Vergeltung für Kirchen-Anschlag: Jordaniens Luftwaffe greift Ziele in Syrien an

Vergeltung für Kirchen-AnschlagJordaniens Luftwaffe greift Ziele in Syrien an
27.10.2026, 15:17 Uhr

Mutmaßliche Terroristen greifen eine Kirche in Jordanien an - mehrere Menschen sterben. Nun reagiert Jordanien mit Gegenangriffen auf Ziele in Syrien. Ins Visier habe man den IS genommen. Doch nach Behördenangaben sind fast die Hälfte der Todesopfer Kinder.
Als Reaktion auf einen Angriff auf eine Kirche in Jordanien hat die jordanische Luftwaffe Ziele in Syrien angegriffen. Jordanischen Angaben zufolge seien dabei Ziele der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getroffen worden. Die jordanische Regierung teilte mit, es sollen rund 20 Mitglieder der Terrormiliz getötet worden sein. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben bislang nicht.
Syrien verurteilte die jordanischen Angriffe im Süden des Landes wiederum als "inakzeptabel". Derartige Aktionen könnten "unter keinen Umständen geduldet werden", betonte das Außenministerium in Damaskus. Der Einsatz verstoße gegen die Prinzipien guter Nachbarschaft.
Syrien und Jordanien arbeiteten dem Ministerium zufolge an der Bildung eines gemeinsamen Sicherheits- und Einsatzkomitees, um weitere Vorfälle zu verhindern und die gemeinsame Grenze besser zu sichern. Zugleich betonte Damaskus die historisch engen Beziehungen zu Jordanien. Es gebe "verdächtige Akteure", die versuchten, das Verhältnis zwischen den beiden Ländern zu untergraben und Spannungen zu schüren.
Die jordanischen Behörden hatten zuvor mitgeteilt, die Täter des Angriffs vom vergangenen Freitag auf die Kirche hätten Verbindungen zu militanten Gruppen im Süden Syriens. Jordaniens Luftwaffe griff mehrere Orte in südlichen Provinzen seines Nachbarlandes an.
Anwohner: "Unsere Kinder sind keine Terroristen"
Anwohner in der betroffenen Provinz Daraa wiesen Vorwürfe zurück, die Opfer seien in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen. "Wir sind Menschen dieses Landes, keine Terroristen", sagte ein Bewohner. Ein anderer Bewohner stellte die Fähigkeit des syrischen Staates infrage, seine Bürger zu schützen. "Wo ist unser Staat, und warum schützt er uns nicht? Wir sind ein souveränes Land", sagte er.
Unter den Trauernden war auch der 67-jährige Masoud al-Saleem. Er überlebte die Angriffe, verlor dabei jedoch seine Frau, seinen Sohn und drei Enkelkinder. "Ich habe den größten Teil meiner Familie verloren. Wer bringt sie mir jetzt zurück? Unsere Kinder sind keine Terroristen. Wo ist unser Staat?", sagte er.
Nach jüngsten syrischen Behördenangaben wurden bei Angriffen acht Menschen getötet. Darunter waren auch mindestens drei Kinder. Es hat mehrere Verletzte gegeben.
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