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Wednesday, October 21, 2026

IBMs Power-Server per Chat verwalten

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Mitte Juli hatte IBM neben dem neuen Power-Einstiegsserver S1112 und dem bereits vorgestellten KI-Entwicklungsassistenten Bob 2.0 auch die Software „Power Autonomous Operations“ (PAO) angekündigt. Sie soll den Betrieb von Power-Umgebungen mit IBM i, AIX und Linux mithilfe von KI stärker automatisieren und optimieren. Die Version 1.0 ist seit dem 23. September 2026 allgemein verfügbar.

Ein integrierter KI-Agent ermöglicht Abfragen in natürlicher Sprache und soll Teams dabei unterstützen, ihre Systeme zu verwalten, zu tunen und zu verschlanken – auch wenn sie nicht für jede Aufgabe über tiefgehendes Spezialwissen verfügen. PAO überwacht Power-Systeme kontinuierlich, erfasst Warnmeldungen, führt KI-gestützte Analysen durch und schlägt Abhilfemaßnahmen bei Störungen vor. Welche Maßnahmen das System selbst umsetzen darf, hängt von den eingerichteten Berechtigungen und Freigaben ab.

Laut IBM soll PAO Kapazitätsengpässe bis zu 15-mal schneller erkennen und beheben als bei manuellem Vorgehen. Um die Kapazität zu bewerten, müssen Administratoren bislang Daten aus verschiedenen Konsolen zusammentragen und analysieren. Der KI-Agent soll diese Arbeit verkürzen. Bei der Beschleunigung um den Faktor 15 handelt es sich um eine Herstellerangabe.

PAO wird als virtuelle Appliance bereitgestellt, die in einer PowerVM-LPAR oder als Instanz auf IBM Power Virtual Server (PowerVS) betrieben werden kann. Eine Basiskonfiguration benötigt laut IBM zwei zugewiesene Prozessorkerne mit vier gemeinsam genutzten virtuellen Prozessoren ohne feste Obergrenze, 32 GByte RAM und 500 GByte Speicherplatz. Zusätzliche externe Infrastruktur sei dafür nicht erforderlich.

So wie Bob helfen soll, die Produktivität von Softwareentwicklern zu steigern, verspricht PAO Administratoren zusätzliche agentenbasierte KI-Funktionen für die Verwaltung ihrer Power-Umgebungen. Bei lokalen Systemen bindet die Software die Hardware Management Console (HMC) ein; auch PowerVS-Umgebungen lassen sich verwalten. Sie überwacht verschiedene Serverparameter und gibt Empfehlungen aus, die auf KI-Inferenzabfragen in der Cloud basieren. Daten, die direkt von Gastbetriebssystemen wie IBM i oder AIX generiert werden, unterstützt PAO derzeit noch nicht; eine entsprechende Integration ist geplant.

Auch ohne direkte Anbindung an die Gastbetriebssysteme kann PAO IBM-i-Kunden bereits dabei unterstützen, ihre IBM-i-LPARs auf Power10- und Power11-Servern zu verwalten. Dazu überwacht die Software Nutzungsdaten wie Prozessor- und Speicherauslastung. Empfehlungen können bei Aufgaben mit geringem Risiko automatisch umgesetzt oder andernfalls Administratoren zur Genehmigung vorgelegt werden.

Auf technischer Ebene bietet PAO über zwei Server für das Model Context Protocol (MCP) mehr als 40 Funktionen an: „power-mission-control-mcp“ auf Port 8001 und „hmc-mcp“ auf Port 8004. Das geht aus einem Blogbeitrag von Hariganesh Muralidharan hervor, einem leitenden technischen Mitarbeiter von IBM in Bengaluru. Weitere MCP-Server sind nach seinen Angaben geplant.

Der Power-Mission-Control-MCP-Server erfasst unter anderem Daten zum Bestand an Hybrid-VMs, zur dynamischen Anpassung von CPU- und RAM-Kapazitäten per DLPAR, zum Energieverbrauch und zur Zuordnung von Speichervolumes. Der HMC-MCP-Server stellt Funktionen für die Abfrage von Serviceereignissen, die Dekodierung von System Reference Codes (SRCs) und die Analyse von Hardwarefehlern und Log-Dumps bereit.

IBM-i-Administratoren können PAO als Schnittstelle in natürlicher Sprache nutzen, um Informationen über ihre LPARs abzurufen. In einer „IBM i Guided Tour“ demonstrierte Muralidharan, wie sich etwa Status, zugewiesene Kerne und Speicher der IBM-i-Partitionen einer Hybridumgebung mit einer einfachen Anfrage auflisten lassen. Er zeigte auch, wie PAO eigenständig Maßnahmen zur Optimierung des Power-Betriebs ergreifen kann.

Eine direkte Integration in IBM i steht weiterhin auf der Roadmap, ebenso die Anbindung weiterer Softwareumgebungen und eine Version für vollständig vom Netz getrennte Installationen. Für die Verbindung mit anderen AIOps-Werkzeugen spielt zudem OpenTelemetry (OTel) eine Rolle. Das herstellerneutrale Open-Source-Framework dient der Erfassung und Übertragung von Telemetriedaten.

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