Fünf tierische Tricks, um an Nahrung zu kommen
Wenn schlau sein über Leben und Tod entscheidet: Tiere zeigen, wie Intelligenz, Gebrauch von Werkzeugen und raffinierte Strategien helfen, in extremen Lebensräumen erfolgreich zu bestehen.
21.10.2026 | 44:56 minDie Futtersuche im Tierreich ist nicht immer leicht. Mal ist die Beute zu groß zum Schlucken, mal unerreichbar oder schlicht nicht vorhanden. Dann sind Einfallsreichtum und clevere Strategien gefragt. Die ZDFinfo-Doku "Tierische Überflieger - Schlauberger" stellt einige Tiere vor, die bei der Nahrungssuche erstaunliche Intelligenz beweisen.
1. Knochen knacken mit Schwerkraft
In den Simien-Bergen in Äthiopien lebt der Bartgeier. Er ist einer der größten Greifvögel der Welt. Seine Hauptnahrung sind Knochen. Sie liefern dem Vogel jede Menge Energie, Proteine, Mineralien. Das Knochenmark enthält auch viel Fett.
Doch manche Stücke sind zu groß zum Schlucken. Bartgeier lassen darum ihre Beute oft aus 100 Metern Höhe fallen - und zwar so oft, bis diese die richtige Größe haben. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass sie den Zusammenhang zwischen Handlung und Ergebnis erkennen und die Schwerkraft gezielt nutzen.
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21.10.2026 | 44:34 min2. Vom Wasser aufs Land
In Südafrika jagen Kraken in Gezeitentümpeln. Es dauert nur wenige Minuten, bis sie einen Tümpel abgegrast haben. Doch Kraken warten nicht auf die nächste Flut, die das Becken wieder mit Nahrung füllen wird. Mit ihren acht Armen ziehen sie sich aufs Trockene und suchen nach dem nächsten Tümpel mit ahnungsloser Beute.
Dieses flexible Verhalten deutet auf ausgeprägte kognitive Fähigkeiten hin. Dazu passt ihr hochentwickeltes Nervensystem mit rund 500 Millionen Neuronen, das zu den komplexesten im Tierreich zählt.
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21.10.2026 | 44:31 min3. Steine als Hammer
An der Küste Thailands sammeln Java-Makaken Muscheln, denn sie lieben Meeresfrüchte. Das ist ungewöhnlich, denn die meisten Java-Makaken leben auf Bäumen und fressen Früchte. Doch eine Gruppe treibt sich lieber am Strand herum.
Allerdings ist es mühsam, die Muscheln zum Öffnen gegen die Felsen zu schlagen. Darum nutzen die Affen ein Werkzeug: Sie setzen Steine als Hammer ein. Dabei scheinen sie genau zu wissen, wie stark sie zuschlagen müssen, um die Muscheln zu öffnen und wählen die Steine passend zur jeweiligen Schale aus. Spitze Steine eignen sich für Austern, große, flache Steine knacken besonders harte Schalen.
4. Teamwork und List
Die Winter in Osteuropa sind hart. Landschaften vereisen - und so entsteht eine Art Tiefkühltruhe. Kolkraben, die sich von Kadavern ernähren, kommen nicht an die Nahrung unter dem Eis und wenden darum einen Trick an. Mit bestimmten Rufen machen sie andere Aasfresser auf gefundene Kadaver aufmerksam.
Der Vielfraß, eine Raubtierart aus der Familie der Marder, wird dadurch angelockt. Sein Kiefer ist so kräftig, dass er die Eiskruste zerbrechen und die weicheren Teile der Überreste freilegen kann. Ist er satt, ist für die Kolkraben das Buffet eröffnet. So profitieren sie von den Fähigkeiten eines anderen Tieres, ohne selbst die harte Arbeit leisten zu müssen.
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21.10.2026 | 44:14 min5. Werkzeuge herstellen und optimieren
In den Wäldern der Republik Kongo leben Schimpansen. Ihre Intelligenz zeigt sich nicht nur in ihrer komplexen Kommunikation mit Lauten, Mimik und Gestik. Die Menschenaffen sind auch geschickte Werkzeugbauer.
Für die Jagd nach ihrer Lieblingsspeise, den Termiten, entfernen Schimpansen darum die Blätter von langen Zweigen. So werden aus ihnen Angeln, mit denen sie die Nahrung aus dem Nest fischen. Manche Schimpansen bearbeiten zusätzlich die Spitze der Angel mit ihren Zähnen. Dadurch entsteht vorne eine kleine Bürste, die sich besonders gut eignet, um die proteinreichen Insekten effektiver zu fangen.
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