Was Autofahrer zum Start des neuen "Tankrabatts" wissen müssen
FAQ
Entlastung bei Spritpreisen Das müssen Autofahrer über den "Tankrabatt" wissen
Stand: 01.10.2026 • 04:55 Uhr
Ab heute gilt ein neuer "Tankrabatt". Aber wie komme ich an den günstigeren Sprit, wann lohnt sich das Tanken und wie viel spare ich dadurch wirklich? Was man zum Start des "Tankrabatts" wissen muss.
Wann gilt der "Tankrabatt" und wie hoch ist er?
Der Rabatt beginnt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um Mitternacht und gilt bis zum 31. Dezember. Der Nachlass bei der Energiesteuer beträgt eigentlich 14,04 Cent pro Liter - allerdings greift er nicht beim Verkauf an der Tankstelle, sondern bei der Lieferung des Sprits. Weil der niedrigere Preis dann beim Verkauf auch für weniger Mehrwertsteuer sorgt, ergibt sich ein Steuerrabatt von insgesamt 16,7 Cent.
Kommt der volle Rabatt bei mir an?
Das ist umstritten. Beim zweimonatigen "Tankrabatt" im Mai und Juni hatten unter anderem das Ifo-Institut, die Monopolkommission und das Bundeskartellamt festgestellt, dass der Rabatt nicht vollständig weitergegeben wurde. Die Mineralölwirtschaft bestreitet das. Bei den vergangenen "Tankrabatten" waren die Preise wenige Tage nach dem Start wieder gestiegen, wie aus Daten des ADAC hervorgeht.
Die Weitergabe ist jedoch grundsätzlich schwierig zu messen, da der Spritpreis durch äußere Einflüsse stark schwankt. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) erwartet eine sofortige und vollständige Weitergabe des Tankrabatts und kritisierte, dass Untersuchungen dazu oft andere Kostenfaktoren nicht berücksichtigen würden.
Sinken die Spritpreise schon ab Mitternacht?
Direkt um Mitternacht wird praktisch noch keine Tankstelle den verbilligten Sprit vorrätig haben. Außerdem sind die Tankstellen nicht zu einer Weitergabe des Rabatts verpflichtet. Trotzdem zeigt die Erfahrung der vergangenen beiden "Tankrabatte", dass die Preise an vielen Tankstellen bereits um Mitternacht deutlich sinken - allein schon deshalb, weil die Kunden das erwarten.
Lohnt es sich, früh aufzustehen?
Nein. Wegen der 12-Uhr-Regel können die Preise am Vormittag nur sinken, nicht steigen. Den niedrigsten Preis gibt es in der Regel um kurz vor 12 Uhr - dann kann es wegen hoher Nachfrage aber zu Schlangen an den Tankstellen kommen. Wer erst kurz nach 12 Uhr zur Zapfsäule gelangt, muss oft etwa 20 Cent pro Liter drauf zahlen, wie Daten des Portals Tankerkönig zeigen.
Lohnt es sich, Preise zu vergleichen?
Ja. Der Preisunterschied zwischen günstigen und teuren Tankstellen liegt insbesondere in größeren Städten oft im zweistelligen Centbereich.
Wird der Sprit so billig wie vor dem Krieg?
Wahrscheinlich nicht. Am letzten Tag vor Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar kostete ein Liter Super E10 noch 1,78 Euro, ein Liter Diesel 1,75 Euro (im bundesweiten Tagesdurchschnitt nach Daten des ADAC). Der Abstand zu den aktuellen Preisen ist damit sehr viel größer als der geplante "Tankrabatt": Am vergangenen Sonntag kostete ein Liter Super E10 demnach 2,28 Euro, ein Liter Diesel 2,43 Euro.
Wie viel spare ich durch den "Tankrabatt"?
Das kommt darauf an, wie viel man fährt, wie viel das Auto verbraucht und ob der Rabatt komplett weitergegeben wird. Um einen Eindruck zu bekommen, gibt es hier aber zwei Rechenbeispiele:
Ein Diesel mit 15.000 Kilometern im Jahr und einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometern benötigt in den drei Monaten des "Tankrabatts" 262,5 Liter. Ein vollständig weitergegebener Rabatt von 16,7 Cent pro Liter bringt da knapp 44 Euro.
Ein Benziner mit 9.000 Kilometern und einem Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometern benötigt in drei Monaten 180 Liter und spart rund 30 Euro, wenn der Rabatt komplett ankommt.
Warum ist der Sprit gerade überhaupt so teuer?
Der Iran-Krieg schränkt den Export von Öl und Treibstoff aus der Golf-Region ein. Dazu fehlen auch noch Kapazitäten bei Raffinerien. Außerdem kann auch etwa das Niedrigwasser hierzulande für logistische Probleme sorgen.
Was kostet der "Tankrabatt" und wer zahlt das?
Die Bundesregierung erwartet, dass 2,485 Milliarden Euro weniger Steuern in die Staatskasse fließen. Diesmal sollen aber die Länder die Hälfte der Kosten tragen; dafür tritt der Bund ihnen etwas weniger Umsatzsteuereinnahmen ab. Das ist ungewöhnlich - die Länder finanzieren Entscheidungen aus dem Bund oft nur ungern mit.
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