Mit Tandemvelo aufs Stockhorn – selbst Hüttenpersonal staunt

Darum gehts
- Julian (21) und Yannick (21) haben das Stockhorn im Berner Oberland mit einem Tandemvelo bestiegen.
- An steilen und gefährlichen Stellen mussten sie das Velo stossen oder tragen.
- Die grösste Herausforderung war nicht der Aufstieg, sondern der Hunger unterwegs.
- Der Schweizer Alpen-Club (SAC) betont, dass man sich auf alle Bergtouren souverän vorbereiten soll.
Julian (21) und Yannick (21) haben das Stockhorn nicht auf dem gewöhnlichen Weg bestiegen. Mit einem Tandem kämpften sie sich bis zum Gipfel. «Wir mussten es oft stossen und tragen, gerade auch an gefährlichen Stellen», erzählt Julian.
Diese aussergewöhnliche Idee sei spontan entstanden. Eigentlich hätten die beiden nur eine Velotour übers Wochenende geplant. «Dann sahen wir das Stockhorn in der Ferne und dachten: Warum gehen wir nicht dort hoch?»
«Der Hunger hat uns die ganze Zeit begleitet»
Nicht das Tandem, sondern die Verpflegung sei die grösste Herausforderung gewesen: «Der Hunger hat uns die ganze Zeit begleitet.» Erst in einem Selbstbedienungsladen hätten sie sich verpflegen können, später auch in der Panoramahütte: «Übernachtet haben wir dann draussen auf einer Wiese.»
Sogar für das Personal der Berghütte war es eine Überraschung, die beiden mit einem Tandemvelo zu sehen: «Sie meinten, so etwas hätten sie noch nie gesehen.» Auch unterwegs sei die Aktion auf Begeisterung gestossen: «Viele haben uns angesprochen und wollten Fotos mit uns machen», so Julian (21).
Das Tandem gehört Julians Vater. Was die beiden damit vorhatten, hielt er zunächst geheim. «Am Ende waren sie nicht sauer, sondern einfach froh, dass alles gut gegangen ist», sagt Julian.
SAC: «Seriöse Tourenplanung gehört dazu»
Bei Bergtouren ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend, betont Severin Karrer vom Schweizer Alpen-Club (SAC): «Gefährlich wird es, wenn Menschen ihre Fähigkeiten überschätzen und die Risiken in den Bergen falsch einschätzen.»
Grundsätzlich müsse jede Bergtour, ob zu Fuss oder auf zwei Rädern, sorgfältig vorbereitet werden. «Dazu gehören eine seriöse Tourenplanung, das Beachten der aktuellen Bedingungen, ein realistischer Zeitplan und die Auseinandersetzung mit möglichen Gefahren», so Karrer.
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Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.
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