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Tuesday, November 3, 2026

Klagen und Neuauszählungen?: Die US-Wahlnacht wird spannend - und lang

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Klagen und Neuauszählungen?Die US-Wahlnacht wird spannend - und lang

03.11.2026, 17:20 Uhr

Wie sehr wird US-Präsident Trump bei den Midterms abgestraft? Die Entscheidung darüber könnte sich über Tage hinziehen. Das hat gleich mehrere Gründe.

Auf die Wahlen zum US-Kongress an diesem Dienstag könnte ein banges Warten folgen. Während womöglich relativ schnell feststeht, ob die Demokraten das Repräsentantenhaus von den Republikanern von Präsident Donald Trump zurückerobern, könnte es deutlich länger dauern, bis die Mehrheit im Senat klar ist. Grund dafür sind die unterschiedlichen Regularien für die Stimmauszählung in den Bundesstaaten.

Die ersten Wahllokale öffnen am Dienstagmorgen um 6 Uhr Ortszeit (12 Uhr MEZ) im Osten der USA. Die letzten schließen am Mittwoch im nordwestlichen Bundesstaat Alaska zwischen 6 Uhr und 7 Uhr MEZ. Nach Schließung der Wahllokale geben die großen US-Sender am Abend - in Deutschland in der Nacht zum Mittwoch - die Sieger in einzelnen Rennen bekannt. Sollten die Demokraten eine deutliche Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, dürften US-Medien das im Verlauf des späten Abends oder in der Nacht verkünden.

Es ist theoretisch aber auch möglich, dass dies in der Wahlnacht noch nicht geschieht, weil das Rennen insgesamt so eng ausfällt, dass es auf jedes oder fast jedes Abgeordnetenmandat ankommt. Das Auszählen von Stimmzetteln ist in den USA häufig sehr zeitaufwändig, unter anderem bei Briefwahlstimmen. Möglich sind auch Klagen gegen Ergebnisse in einzelnen Wahlkreisen sowie automatische oder von Kandidaten verlangte Neuauszählungen bei sehr knappen Ergebnissen.

Bei den Zwischenwahlen vor vier Jahren gab es beim Senat erst vier Tage nach der Wahl Gewissheit, für das Repräsentantenhaus sogar erst acht Tage später. Bei den Wahlen vor acht Jahren waren die Verhältnisse hingegen schon in der Wahlnacht geklärt.

Mögliche Hängepartie im Senat

Besonders viel Zeit könnte in diesem Jahr vergehen, bis die künftige Senatsmehrheit feststeht. Das liegt daran, dass für den künftigen Senat wie bisher sehr knappe Mehrheitsverhältnisse erwartet werden. Außerdem haben mehrere wichtige Rennen laut Umfragen keinen klaren Favoriten - etwa in den Bundesstaaten Texas, Michigan, South Carolina oder Ohio.

Eine Sonderrolle spielt diesmal Alaska: Trump will das Ergebnis dort anfechten. Grund ist ein kurioser Streit um zwei gleichnamige Senatskandidaten namens Dan Sullivan. Die "New York Times" hatte berichtet, die Demokraten hätten gezielt einen Namensvetter des republikanischen Senators Dan Sullivan rekrutiert, der sich um seine Wiederwahl bewirbt. Mit dem doppelten Dan Sullivan auf dem Wahlzettel wollten sie dem "echten" Sullivan Stimmen abluchsen - und der demokratischen Bewerberin Mary Peltola zum Sieg verhelfen. Die Demokraten bestreiten Trumps Vorwurf des "Wählerbetrugs".

Besonders spannende Rennen im Senat

Mit besonders großer Spannung werden diesmal die Ergebnisse in Texas, Michigan, South Carolina und Kansas erwartet. Im Südstaat Texas könnte der Demokrat James Talarico erstmals seit gut drei Jahrzehnten einen Senatsposten für seine Partei holen. Er tritt gegen den Trump-Verbündeten Ken Paxton an. Ein Sieg Talaricos wäre eine politische Sensation.

Der linksgerichtete Demokrat Abdul El-Sayed tritt in dem nördlichen Bundesstaat Michigan gegen den früheren republikanischen Kongressabgeordneten Mike Rogers an. Sollte El-Sayed siegen, würde dies dem linken Lager der Demokraten weiter Auftrieb geben. Für Wirbel sorgte am Sonntag die demokratische Abgeordnete Haley Stevens, die El-Sayed bei der parteiinternen Vorwahl unterlegen war: Sie stellte sich hinter den Republikaner Rogers.

Der demokratische Priester Adam Hamilton fordert in Kansas im Mittleren Westen den von Trump unterstützten Republikaner Roger Marshall heraus. In Kansas ist es seit 1932 keinem Demokraten mehr gelungen, einen Senatsposten zu erringen. Deshalb wäre auch ein Sieg Hamiltons ein Coup für die Demokraten.

Die politisch unerfahrene Republikanerin Darline Graham will in South Carolina den Senatorenposten ihres im Juli verstorbenen Bruders Lindsey Graham gegen die Demokratin Annie Andrews verteidigen. Eine Niederlage Grahams wäre ein Dämpfer für Trump, der sich persönlich für sie eingesetzt hatte.

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