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Thursday, September 24, 2026

32 Krankheiten in 169 Ländern: Mensch fördert das Überspringen von Erregern

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32 Krankheiten in 169 LändernMensch fördert das Überspringen von Erregern

24.09.2026, 10:28 Uhr

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Die mikroskopische Aufnahme zeigt rot eingefärbte Mpox-Erreger. (Foto: picture alliance / NIAID / NIH)

Vor allem durch Eingriffe in die Umwelt begünstigt der Mensch das Überspringen von Krankheitserregern aus dem Tierreich. Die Corona-Pandemie ist ein Beispiel dafür, welche soziale und wirtschaftlichen Folgen daraus entstehen. Auf eine bestimmte Weise könnte man vorbeugen.

HIV, Mpox, Ebola, Malaria, Borreliose: Sehr viele Infektionskrankheiten stammen entweder direkt aus dem Tierreich oder die Erreger werden durch Tiere wie Mücken oder Zecken übertragen. Nun zeigt eine Analyse, dass der Mensch dieses Risiko durch verschiedene Eingriffe in die Umwelt deutlich steigert. Die Untersuchung ist nach Angaben des Teams aus Wissenschaftlern die bislang umfangreichste Analyse zu solchen Krankheiten.

"Neu auftretende Infektionskrankheiten sind ein Kennzeichen des Anthropozäns", schreibt die mehr als 30-köpfige Gruppe um Rory Gibb vom University College London im Fachjournal "Nature". Es gebe deutliche Belege für einen starken und konsistenten menschlichen Fingerabdruck in Zusammenhang mit solchen Krankheiten. Zum Beispiel Covid oder Ebola hätten katastrophale soziale und wirtschaftliche Folgen. Angesichts der andauernden Eingriffe in die Natur sei davon auszugehen, dass solche Gefahren in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich zunehmen werden, betont die Gruppe.

Eindämmung des Klimawandels könnte helfen

Für die Analyse hatte das Team mehr als 58.000 Unterlagen zu Ausbrüchen von 32 verschiedenen Krankheiten in 169 Ländern speziell auf den Einfluss von sozialen und Umweltfaktoren hin ausgewertet. Ein Fazit: Die Risiken für Krankheitsausbrüche seien dort am größten, wo Menschen und Vieh in unmittelbarer Nähe zu Wäldern und zersplitterten Ökosystemen lebten.

Solche Fragmentierungen entstehen zum Beispiel in Wäldern durch Rodungen für Siedlungen, Straßen, Bergbau oder etwa für Weiden und Felder. Dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit dafür, dass dortige Menschen mit Tieren in Kontakt kommen, die Krankheitserreger tragen.

Auch Klimaveränderungen - etwa veränderte Niederschläge - trügen zu solchen Risiken bei. Dies gelte vor allem für vektorübertragene Krankheiten - also jene, deren Erreger etwa durch Mücken, Zecken oder Flöhe übertragen werden. Dazu zählen unter anderem Malaria, Zika, Dengue, Chikungunya und Borreliose. Die Eindämmung des Klimawandels könne helfen, die Ausbreitung jener Krankheiten zu bremsen, die durch Mücken oder Zecken übertragen werden.

Zugang zu medizinischer Versorgung kann entscheidend sein

Bei den direkt übertragenen Zoonosen - etwa Ebola, Mpox oder HIV - seien die Zusammenhänge sehr viel komplexer. Wie stark der Einfluss zum Beispiel von Abholzung, Erderwärmung und intensiver Landwirtschaft sei, unterscheide sich je nach Krankheit und geografischer Region.

Für das Bekanntwerden von Ausbrüchen fand das Team allerdings eine Konstante: den Zugang zu medizinischer Versorgung. Für die meisten der untersuchten Krankheiten habe es mehr Berichte in Arealen gegeben, die nicht allzu weit von Krankenhäusern entfernt waren. So konnten Krankheiten diagnostiziert, behandelt und auch dokumentiert wurden.

Je weiter ein Behandlungszentrum von einer Region entfernt war, so folgert das Team, desto unwahrscheinlicher sei es gewesen, dass der Ausbruch einer Krankheit überhaupt bekannt geworden sei: Pro Stunde zusätzlicher Wegzeit mit einem motorisierten Vehikel sank die Wahrscheinlichkeit dafür um durchschnittlich 32 Prozent.

Der Zugang zu medizinischer Versorgung könne entscheidend dafür sein, Ausbrüche von Krankheiten zu erkennen, bevor sie zu Epidemien oder gar Pandemien würden, schreibt das Team.

"Unsere Resultate zeigen, dass keine einheitliche Umweltrezeptur vorhersagen kann, wo Ausbrüche neuer Infektionskrankheiten auftreten werden", sagt Erstautor Gibb. "Die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen ist weltweit in durch Menschen veränderten Lebensräumen gängig. Aber die genauen menschlichen Aktivitäten, die Ausbrüche antreiben, sind je nach Erkrankung unterschiedlich."

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