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Friday, November 6, 2026

„Goodreads für Filme“: Die New York Times will Letterboxd kaufen

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Die New York Times Company verhandelt exklusiv über einen Kauf der vor allem bei jungen Filmfans beliebten Onlineplattform Letterboxd und könnte dafür etwa 330 Millionen US-Dollar (rund 293 Millionen Euro) ausgeben. Das berichtet die hauseigene Zeitung New York Times, gegenüber der eigenen Redaktion hat der US-Medienkonzern den Bericht aber nicht kommentiert. Letterboxd wird oft als „Goodreads für Filme“ bezeichnet und bildet eine Anlaufstelle für besonders aktive Filmliebhaberinnen und -liebhaber. Das Geschäftsmodell der Plattform beruht auf Werbeplatzierungen und kostenpflichtigen Pro-Accounts, laut dem Zeitungsbericht soll Letterboxd damit in diesem Jahr ein operatives Ergebnis (EBITDA) von etwa 15 Millionen US-Dollar erzielen. Übernahmeinteresse gab es demnach auch bei den Filmstudios A24 und Sony.

Letterboxd wurde 2011 von den neuseeländischen Webentwicklern Matthew Buchanan und Karl von Randow ins Leben gerufen. Von Anfang an bietet die Plattform die Grundfunktionen eines sozialen Netzwerks. Mit einem Konto kann man dort ein eigenes Profil erstellen, gesehene Filme ins digitale Sammlerregal stellen, auf einer Skala von einem bis fünf Sternen bewerten, rezensieren und themenbezogene Listen erstellen. Seine eigenen Präferenzen stellt man etwa mit vier prominent platzierten Lieblingsfilmen aus, Titel werden bewusst zurückhaltend bewertet. Letterboxd-Ratings sind deshalb weniger anfällig für Hypes rund um große US-amerikanische Franchises und Mainstream-Hits, hieß es in einer Vorstellung bei c’t.

Für die New York Times wäre die Übernahme kein Novum, das Medienhaus hat schon öfter beliebte Internetinhalte gekauft und geschickt zur Aufwertung des eigenen Angebots genutzt. Das bekannteste Beispiel ist das Wortratespiel Wordle, das Anfang 2022 übernommen wurde. Bezahlt hat die New York Times Company dafür einen „siebenstelligen Betrag im niedrigen Bereich“, hieß es damals. Inzwischen ist Wordle Teil einer umfangreichen Spielesammlung, deren volles Angebot nur Abonnenten offensteht. Die tägliche Wordle-Runde ist aber weiterhin kostenlos. Gekauft hat das US-Medienhaus zudem die Produkttestseite Wirecutter und die Sportnachrichtenseite The Athletic, für die sie rund 550 Millionen US-Dollar zahlte. Letterboxd gehört seit 2023 mehrheitlich der kanadischen Holdinggesellschaft Tiny.

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