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Friday, September 11, 2026

Erste Tests offenbar missglückt: Huthis nutzen Anthropic-KI zur Verbesserung ballistischer Raketen

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Erste Tests offenbar missglücktHuthis nutzen Anthropic-KI zur Verbesserung ballistischer Raketen

11.09.2026, 14:29 Uhr

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Die jemenitischen Rebellen marschieren im Rahmen einer Mobilisierungskampagne in Sanaa. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Huthis sind im Jemen derzeit auf dem Vormarsch und erobern eine Insel in einer wichtigen Meerenge. Um gegen verfeindete Staaten wie Saudi-Arabien oder Israel militärisch bestehen zu können, setzt die Miliz offenbar auf den Einsatz von KI. Anthropic macht einen beunruhigenden Fund publik.

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge hat die jemenitische Huthi-Miliz versucht, das Modell Claude der KI-Firma Anthropic zur Entwicklung von Leit-, Steuerungs- und Navigationssoftware für ihre ballistischen Raketen zu nutzen. Wie die Zeitung berichtet, machte das US-Unternehmen den Versuch in einem Bericht öffentlich, ohne die Huthis dabei namentlich zu nennen.

Man habe "eine Zelle von Bedrohungsakteuren mit Sitz im Norden des Jemen" - der größtenteils von den Huthi-Rebellen kontrolliert wird - "identifiziert, die drei Waffenentwicklungsprogramme betreibt". "Die Akteure setzten Claude Code anstelle menschlicher Softwareentwickler ein, um die Leit-, Navigations- und Steuerungssoftware zu entwickeln, die ein Fluggerät steuert und stabilisiert", erklärte Anthropic in seinem Bericht.

Nach Angaben des Unternehmens blockierten die eigenen Sicherheitsvorkehrungen "viele ihrer Anfragen [an den KI-Agenten], jedoch nicht alle". Die Akteure hätten verschiedene Taktiken angewandt, um die Maßnahmen zu umgehen. Dies taten sie demnach, indem sie "ihre Ziele und die Produkte, für die die Software bestimmt war, verschleierten und ihre Arbeit auf mehrere Sitzungen aufteilten, sodass keine einzelne Sitzung ihre vollständigen Absichten preisgab".

Testabschuss einer gelenkten Rakete

"Wir haben keine Beweise dafür, dass es den Akteuren gelungen ist, ein einsatzfähiges Gerät in Betrieb zu nehmen; sie haben jedoch einen Testabschuss einer gelenkten Rakete durchgeführt", hieß es in dem Bericht. "Dieser Feldtest scheint fehlgeschlagen zu sein: Innerhalb weniger Stunden kehrten die Akteure zu Claude zurück, um herauszufinden, warum er fehlgeschlagen war."

Das KI-Unternehmen gab an, Konten, die mit den Akteuren in Verbindung stehen, gesperrt und Bedrohungsinformationen an Partner im öffentlichen und privaten Sektor weitergegeben zu haben, um die von den Akteuren ausgehenden Risiken zu mindern. "Dennoch haben wir Hinweise darauf, dass die Akteure bereits ein Offline-Simulations-Toolkit entwickelt hatten, das nicht auf Claude oder andere technische Rechenumgebungen angewiesen ist", hieß es.

Der Vorfall zeigt erneut die Gefahr von hoch entwickelten KI-Modellen. Anthropic hat in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben auch mehrere Versuche von Forschern unterbunden, verschiedene Modelle ihrer Software Claude rund um die mögliche Entwicklung von Biowaffen zu nutzen. 

Kontrolle über wichtige Meerenge?

Die Huthi-Miliz verzeichnete am Freitagmorgen einen wichtigen Erfolg in ihrem Kampf gegen Saudi-Arabien und Verbündete des Königreichs im eigenen Land. Nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters nahm die Miliz eine Insel in der Meerenge Bab al-Mandab ein und übernahm damit die Kontrolle über das Gebiet um die wichtige Schifffahrtsstraße. Boote mit bewaffneten Huthi-Kämpfern hätten die auch unter dem Namen Perim bekannte Insel Mayyun erreicht, erklärte der Regierungsvertreter. Am Vortag hatten sich demnach Regierungstruppen von dort zurückgezogen.

Ein Augenzeuge berichtete, bewaffnete Männer würden "entlang der Küste von Bab al-Mandab Posten beziehen und mit Militärfahrzeugen umherfahren".

Die Meerenge von Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt und verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus durch Teheran im Zuge des Iran-Kriegs hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Die Insel Perim teilt die Meerenge in zwei Schifffahrtsrouten.

Unterdessen griff Saudi-Arabien laut Angaben der Huthis am Freitag die Hafenstadt Mocha an. Der "Feind" habe zwei Angriffe auf den Flughafen von Mocha gestartet, berichtete der Huthi-Fernsehsender al-Masirah. Die vom Iran unterstützten Huthis im Jemen hatten am Vortag die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt am Roten Meer übernommen. Saudi-Arabien unterstützt die Regierungstruppen im Jemen in ihrem Kampf gegen die Huthi-Miliz.

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