Donald Trump: KI-Branche soll sich selbst kontrollieren
Nach den Warnungen der KI-Chefs lädt Trump einige ins Weiße Haus ein. Thema: die Regulierung der Technik. Der US-Präsident hat sich bisher gegen eine Kontrolle ausgesprochen.
30.09.2026 | 2:04 minUS-Präsident Donald Trump will trotz Warnungen vor existenziellen Risiken Künstlicher Intelligenz die Aufsicht über die Technologie ihren Entwicklern selbst überlassen. Die Unternehmen würden sich selber kontrollieren, sagte Trump nach einem Treffen mit Chefs von KI-Unternehmen in Washington.
Er sieht ausreichenden Schutz durch wirtschaftliche Interessen der US-Firmen. "Ihre Unternehmen stehen auf dem Spiel, wenn etwas schiefgeht", sagte der Präsident. "Sie werden das nicht zulassen." Die Unternehmen würden "sich gegenseitig kontrollieren".
Zuletzt hatten eigenständige Hacking-Attacken durch KI-Modelle die Sorgen um Gefahren Künstlicher Intelligenz hochkochen lassen. Einige Branchenvertreter selbst warnten, man könne nicht ganz ausschließen, dass KI in der Zukunft die Menschheit auslösche.
KI-Firma-Chef: "Sehr reale Risiken"
Der Chef der KI-Firma Anthropic, Dario Amodei, hatte sich dafür ausgesprochen, die Entwicklung der leistungsfähigsten KI-Modelle abzubremsen, um sicherzugehen, dass man nicht die Kontrolle über die Technologie verliert. Trump hatte bereits zuvor eine verstärkte staatliche Regulierung der Technologie abgelehnt. Es sei wichtig, dass die USA den Vorsprung zu China nicht einbüßten, betont er.
Das Unternehmen OpenAI hat sich dazu entschieden, sein neuestes KI-Modell vorerst nicht auf den Markt zu bringen. Zu den Gründen ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann.
29.09.2026 | 1:42 minAmodei sagte nach dem Treffen mit Trump, KI habe großes Potenzial - "aber auch sehr reale Risiken". Maßnahmen, um diesen Risiken entgegenzuwirken, seien "noch in der Diskussion".
Die Forderungen der KI-Bosse nach Regulierung seien auch PR, so Matthias Spielkamp von Algorithm Watch. Auf die Eigeninitiative der Unternehmen solle man nicht setzen.
30.09.2026 | 3:56 minFreiwillige Selbstverpflichtung
Jetzt wurde bei dem Treffen in einer Selbstverpflichtung eine Reihe von Grundsätzen vereinbart, zu denen "robuste interne Kontrollen" gehören, wie aus dem von Trump veröffentlichten Dokument hervorgeht. Dies solle unter anderem Biowaffen- und Chemiewaffen-Risiken ausräumen - und auch dafür sorgen, dass es keine Hacking-Attacken gebe.
Darüber hinaus erklärten sich die Unternehmen bereit, externe Beobachter zuzulassen. Das entspricht einer Idee, die Amodei vor einigen Wochen vorgestellt hat, und die unter anderem von seinem Konkurrenten Sam Altman bei OpenAI, Entwickler von ChatGPT, sowie Tech-Milliardär Elon Musk unterstützt wird.
Dem Menschen in allen Bereichen überlegene KI-Systeme dürften nicht entwickelt werden, so Experte Balde bei ZDFheute live. Er fordert klare Regulierung – der Mensch müsse die Kontrolle behalten.
28.09.2026 | 17:45 minDie Verwaltungsräte der KI-Firmen - die in etwa den deutschen Aufsichtsräten entsprechen - sollen zudem gesonderte unabhängige Gremien einrichten, die interne und externe Berichte prüfen.
"Mit der Zeit könnte es Sinn ergeben, diese Schritte in Gesetzen oder Regeln festzuhalten", hieß es in dem Dokument auch. Das Papier wurde unter anderem von Amodei, Musk, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Google-Chef Sundar Pichai sowie dem Chef des KI-Chip-Spezialisten Nvidia, Jensen Huang, unterzeichnet.
Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 30.09.2026 um 00:00 Uhr.
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