וואלהמשרד הבריאות מזהיר: כדורי ההרזיה G-Slim מכילים חומר תרופתי אסורRTP DesportoJoão Almeida nos convocados para os Mundiais de ciclismo de estradaPunch2027: Reps deputy spokesman backs Tinubu with new mobilisation groupThe Jerusalem PostDenis Mukin sentenced to 22 years for murder of Diar Omari in road disputeInquirer EntertainmentLOOK: Empress Schuck expecting baby girlInquirerFilipino historian named honorary professor in MexicoDaily MaverickCoalition likely in Philippines’ Muslim south with no clear winner in electionColliderPrincess Donut Officially Gets Her Own ‘Dungeon Crawler Carl’ ReleaseSouth China Morning PostWho will shoulder the debts behind Indonesia’s China-backed Whoosh railway?Sky TG24Legge elettorale, Calenda: "Perpetua scontro nel Paese"Deadline‘We Will Dance Again’ Exec Joins Israel’s Yoav Gross Productions To Run ContentStraits Times SportBit of luck to go a long way for All About Al
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, September 15, 2026

Studie zu unethischem Verhalten: Je reicher, desto fieser

Translate

Es ist wissenschaftlich bewiesen: Reiche Menschen neigen eher dazu, Kindern Süßigkeiten zu klauen. Für diese Studie gibt es jetzt den Ig-Nobelpreis.

Reiche Menschen täuschen öfter, bereichern sich zu ihrem Vorteil und stehlen Kindern sogar Süßigkeiten. Was wie eine Ansammlung an Klischees klingt, wurde in einer Studie belegt. For­sche­r*in­nen schauten sich nämlich das Verhalten von Menschen verschiedener sozialer Klassen an und kamen zu dem Ergebnis: Reiche Menschen verhalten sich im Alltag häufig unethischer.

Auf den ersten Blick scheint diese Erkenntnis eher lustig als ernsthaft, doch sie hat wichtige Implikationen für unsere Gesellschaft. Genau das ist auch der Gedanke des satirischen Ig-Nobelpreises, der gerade vergeben wurde. Damit wird kuriose Forschung ausgezeichnet, die zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringt. Dieses Jahr wurde neben vielen anderen Arbeiten auch diese Studie aus dem Jahr 2012 für den Fachbereich Ökonomie gekrönt.

Die Studie

Der Sozialpsychologe Paul Piff und sein Team führten sieben verschiedene Experimente zur Beobachtung des Verhaltens durch. Die Hypothese lautet: Reiche Menschen sollten ein höheres Maß an unethischem Verhalten zeigen, da sie positivere Einstellungen gegenüber Gier haben. In der psychologischen Forschung ist es erwiesen, dass Gier unethisches Verhalten vorherbringt.

Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. Sie beobachteten, dass reiche Menschen an vielbefahrenen Kreuzungen anderen öfter die Vorfahrt nahmen und häufiger Fußgänger nicht über die Straße ließen.

In einem anderen Experiment nahmen reiche Menschen mehr aus einem Glas voller Süßigkeiten, die eigentlich für Kinder gedacht waren. Auch täuschten sie in einem Versuch eine höhere Punktzahl in einem Spiel vor, um ihre Gewinnchancen zu erhöhen.

Team Zukunft – der Newsletter zu Klima, Wissen, Utopien

Du liest einen Text aus unserem Zukunfts-Ressort. Wenn du Lust auf mehr positive Perspektiven hast, abonnier TEAM ZUKUNFT, den konstruktiven Newsletter zu Klima, Wissen, Utopien. Jeden Donnerstag bekommst du von uns eine Mail mit starken Gedanken für dich und den Planeten.

Die For­sche­r*in­nen erklären dieses unethische Verhalten mit strukturellen, aber auch psychologischen Gründen. Mit steigendem Geld und steigender Macht wächst die eigene Unabhängigkeit. Das führt aber gleichzeitig dazu, dass die Bedürfnisse anderer Menschen vernachlässigt werden. Auch egozentrische Tendenzen, wie das Überhöhen seiner eigenen Interessen, begünstigen dieses Verhalten.

Was bringt’s?

In der Studie geht es zwar nur um Süßigkeiten oder Vergehen im Verkehr, jedoch haben diese Beobachtungen Konsequenzen für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Die Süßigkeiten stehen symbolisch für eine zunehmende Tendenz in unserer Gesellschaft, die eigenen Bedürfnisse über die der anderen zu stellen, so der Psychologe Paul Piff.

Es zeigt zudem, dass Gier nicht in jeder gesellschaftlichen Gruppe gleichermaßen ausgeprägt ist. Der Zusammenhang zwischen sozialer Klasse und Verhalten ist aber nicht kategorisch vorgegeben, erklären die Autor*innen, sondern ein Ergebnis der Gesellschaft, in der wir leben. Er lässt sich also auch ändern.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Ein Packshot der Wochentaz-Zeitung mit einer neutralen Illustration auf der Titelseite.

10 Ausgaben für 10 Euro

Die Wochenzeitung mit taz-Blick

Unsere wochentaz bietet jeden Samstag Journalismus, der es nicht allen recht macht und Stimmen, die man woanders nicht hört. Jetzt zehn Wochen lang kennenlernen.

  • Journalismus, der es nicht allen recht macht und Stimmen, die man woanders nicht hört
  • Jeden Samstag als gedruckte Zeitung frei Haus
  • Zusätzlich digitale Ausgabe inkl. Vorlesefunktion
  • Mit Zukunftsteil zu Klima, Wissen & Utopien
  • Mit Regionalteil „Stadtland“ für alles Wichtige zwischen Dorf und Metropole

10 Wochen für nur 10 Euro

wochentaz ausprobieren

View the original on taz

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.