1000 Jobs bedroht: VWs Softwaretochter Cariad vor massiven Stellenstreichungen
Volkswagens Softwaretochter Cariad steht laut einem Bericht des Handelsblatts vor weiteren Einschnitten: Rund 1000 Stellen, was ein Viertel der Belegschaft wäre, sollen demnach abgebaut werden. Wann genau der Abbau abgeschlossen sein soll und wie er umgesetzt werde, sei bislang noch offen. Eine Antwort von Cariad auf Anfrage der iX-Redaktion steht zur Stunde noch aus.
Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Insider schreibt, hat das Unternehmen die Belegschaft in einer Betriebsversammlung am heutigen Mittwoch über den weiteren Kurs und Personalabbau informiert. Begründet wurden die Stellenstreichungen demnach damit, dass Cariad die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu externen Softwareanbietern halten müsse. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern stehen laut Bericht noch aus.
Tarifverträge gekündigt
Ebenfalls soll Cariad in dem Zuge mehrere Tarifverträge gekündigt haben, um Regelungen neu zu verhandeln. Auch die Mutter Volkswagen hat diesen Schritt vollzogen. Am heutigen Mittwoch wurde bekannt, dass der Autohersteller einen Großteil seiner Tarifverträge kündigt – darunter auch den wichtigen Manteltarifvertrag. Laut IG Metall hat VW zehn Tarifverträge gekündigt.
Außerdem zitiert das Handelsblatt aus einem internen Papier, laut dem Cariad seine Investitionen von 2027 bis 2031 um rund 6,1 Milliarden Euro senken muss. Zugleich soll die VW-Tochter zum Anfang des nächsten Jahrzehnts weitere 400 Millionen Euro zur Verbesserung des operativen Konzernergebnisses beitragen. Ein genaueres Konzept, womöglich auch mit anderem Fokus bei den Aufgaben, soll bis Ende Dezember 2026 vorliegen.
Vom Hauptentwickler zum Systempfleger
Welche Bereiche die Kürzungen bei Cariad treffen, ist noch unklar. Laut Handelsblatt stehen besonders 500 Stellen unter Druck, die für die im Sommer beendete Kooperation „Automated Driving Alliance“ mit Bosch eingesetzt waren. Generell soll Cariad auch prüfen, ob das Unternehmen mit KI-Einsatz effizienter werden könne.
Volkswagen hat bei seiner ambitioniert gestarteten Softwaresparte Cariad bereits vergangenes Jahr 1600 Stellen gestutzt und einen umfassenden Kurswechsel eingeläutet. Cariad verlor damit seine Rolle als alleiniger Entwickler einer konzernweiten Softwareplattform und backt seitdem kleinere Brötchen. Dazu gehören die Betreuung bestehender Systeme, die Integration von Partnertechnologien und einige strategische Kern-Softwarebereiche. Laut Handelsblatt gehören etwa die Pflege der bestehenden Konzern-Betriebssysteme E1.1 und E1.2 sowie die Entwicklung der Softwarearchitektur CEA für den chinesischen Markt zu den Aufgaben.
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