News kompakt: Staatstrauer nach schwerem Zugunglück in Spanien
Nach der zweiten schweren Bahnkatastrophe in Spanien innerhalb eines Jahres ist die Suche nach möglichen weiteren Opfern in der Nacht weitergegangen. Die Einsatzkräfte schlossen nach Angaben des staatlichen TV-Senders RTVE nicht aus, dass sich in den Wracks weitere Opfer befinden. Mindestens 68 Menschen starben, nachdem am Mittwochmorgen zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe der Gemeinde Urda kollidiert waren. Rund 100 weitere Menschen wurden laut Behördenangaben verletzt. Als Ursache vermutet die spanische Regierung eine technische Störung und menschliches Versagen.
Ministerpräsident Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer bis Samstag aus. Bei einer Protestkundgebung vor dem Transportministerium in Madrid, zu der rechtsextreme Gruppen aufgerufen hatten, kam es zu Ausschreitungen zwischen Teilen der rund 1500 Demonstranten und der Polizei, wie Medien berichteten.
Bolsonaro erklärt sich in den USA zum Anführer Brasiliens
Nach seiner Wahlniederlage und der Ausreise in die USA hat sich der brasilianische Senator Flávio Bolsonaro zum rechtmäßigen Anführer seines Landes erklärt. In einem am Mittwoch auf der Plattform X veröffentlichten offenen Brief warf er dem Obersten Gerichtshof und Präsident Luiz Inácio Lula da Silva einen Wahlputsch vor.

Der Senator, der am Sonntag die Präsidentschaftswahl gegen Lula verloren hatte, bedankte sich bei US-Präsident Donald Trump und dem argentinischen Staatsoberhaupt Javier Milei für ihre Hilfe bei der Ausreise. Er sei nicht geflohen, sondern habe Brasilien verlassen, um sich und seine Familie vor einer Hexenjagd zu schützen, schrieb er. Bolsonaro war nach seiner Wahlniederlage mit einem Ausreiseverbot belegt worden.
Kanada wird vorerst kein assoziiertes EU-Mitglied
Kurz vor Beginn des EU-Kanada-Gipfels in Montreal haben die EU-Mitgliedstaaten einen zentralen Begriff aus dem Entwurf der Abschlusserklärung gestrichen. Wie Nachrichtenagenturen aus Diplomatenkreisen erfuhren, wird in dem Dokument nicht mehr von einer "assoziierten" EU-Mitgliedschaft Kanadas die Rede sein. Auch ursprünglich vorgesehene weitreichende Zusagen zur Finanzmarktintegration und gegenseitigen Vorzugsbehandlung bei Maßnahmen zur wirtschaftlichen Sicherheit wurden abgeschwächt. Stattdessen ist nun von einer "immer engeren Anbindung" Kanadas an die EU "ohne Vollmitgliedschaft" die Rede.
Kanada und Europa: Allianz gegen Trump?
Bei dem Treffen in Montreal hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die "assoziierte Mitgliedschaft" Kanadas eigentlich offiziell auf den Weg bringen wollen. Sie hatte diese zuvor im September in einer Rede im Beisein des kanadischen Premierministers Mark Carney vorgeschlagen.
Südkorea: Nordkorea testet rund zehn Kurzstreckenraketen
Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs rund zehn ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Das berichtet Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap. Auch japanische Behörden haben einen nordkoreanischen Raketentest registriert. Weitere Angaben zu Flugweite und Flugbahn waren zunächst nicht bekannt.
Zuletzt hatte Nordkorea am 12. Oktober ballistische Raketen abgefeuert. Nordkorea ist es durch UN-Beschlüsse untersagt, ballistische Raketen jeglicher Reichweite zu starten. Abhängig von der Bauart können solche Geschosse auch mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden.
Deutschland bringt Straftäter nach Afghanistan zurück
Aus Deutschland sind 40 afghanische Männer in ihr Heimatland abgeschoben worden. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums handelt es sich ausschließlich um Straftäter. Die Delikte reichten von Körperverletzung und Totschlag über Drogenhandel bis zu sexuellem Missbrauch von Kindern. An der Sammelabschiebung beteiligten sich zehn Bundesländer.
Die erste Rückführung von Straftätern nach Afghanistan seit der erneuten Machtübernahme durch die radikal-islamischen Taliban hatte 2024 stattgefunden. Menschenrechtler kritisieren die Abschiebungen und die hierfür notwendige Zusammenarbeit mit den Taliban wegen der verschlechterten Menschenrechtslage in Afghanistan.
Mindestens 36 Länder nehmen am ESC 2027 in Bulgarien teil
Am nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in Bulgarien werden mindestens 36 Länder teilnehmen. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat nun die vorläufige Liste veröffentlicht. Unklar ist noch, ob Spanien und Slowenien Künstler oder Künstlerinnen zum größten weltweiten Live-Musikevent schickten. Die EBU habe beiden Ländern eine Nachfrist bis Dezember eingeräumt, teilte die Organisation mit.

Beide Staaten hatten den ESC 2026 in Wien aus Protest gegen den Gazakrieg und die Teilnahme Israels boykottiert. Irland und die Niederlande haben aus dem gleichen Grund bereits angekündigt, wie 2026 auch 2027 keine Teilnehmer zum Wettbewerb zu entsenden.
pg/haz/jj (dpa, afp, rtr)
Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.
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