Lauterbach zu Pest-Verdacht: "Kein erhöhtes Risiko in Europa"
Moskau müsse mit WHO kooperieren:Lauterbach zu Pest-Verdacht: "Kein erhöhtes Risiko in Europa"
Karl Lauterbach mahnt Russland nach einem mutmaßlichen Lungenpestfall zur Kooperation. Der SPD-Gesundheitsexperte sieht derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung in Europa.
Der Tod einer Labormitarbeiterin in Sibirien steht laut russischen Behörden nicht mit Pest-Erregern in Verbindung. Als Todesursache nennen sie eine "Lungenentzündung unbekannter Herkunft".
06.10.2026 | 0:22 minDer SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht nach einem mutmaßlichen Lungenpestfall in Russland momentan keine Gefahr für Europa. "Russland muss offen mit den internationalen Gesundheitseinrichtungen, insbesondere der WHO, kooperieren", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Dazu sei Moskau "verpflichtet".
Für die Bevölkerung in Europa besteht jedoch derzeit kein erhöhtes Risiko.
Karl Lauterbach, SPD-Politiker
Transparenz und schnelles Handeln seien allerdings "das Wichtigste zur Vermeidung von Epidemien", sagte der frühere Bundesgesundheitsminister weiter. Er fügte hinzu: "Wenn wir eines aus der Corona-Zeit gelernt haben, dann ist es genau das."
Der Tod einer 28-jährigen Laborantin eines Pestforschungsinstituts in Sibirien sorgt für Aufsehen. Nach offiziellen russischen Angaben soll er nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen sein.
05.10.2026 | 0:40 minRussische Medien: Tod nach Infektion mit Lungenpest
Russischen Medien zufolge war in der vergangenen Woche eine 28 Jahre alte Labormitarbeiterin einer Forschungseinrichtung in Irkutsk in Sibirien an der Lungenpest gestorben. Sie soll sich durch ein zerbrochenes Reagenzglas infiziert haben. Der Nachrichtenwebsite "Menschen des Baikal" zufolge wurden rund 200 Kontaktpersonen der Laborantin unter Quarantäne gestellt.
Die russische Gesundheitsbehörde erklärte, es gebe "keinerlei epidemische Risiken". Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach am Mittwoch von "Falschinformationen" hinsichtlich des "überwiegenden Teils dessen, was die Medien in diesem Zusammenhang berichten".
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte am Mittwoch die Führung in Moskau aufgefordert, "Licht in die Medienberichte über einen zweiten Mitarbeiter zu bringen, der an einer Lungenentzündung ungeklärter Ursache erkrankt ist". Auch die USA und die EU drängten auf Aufklärung.
Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 06.10.2026 um 12:10 Uhr.
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