«Ich habe geweint und mich vor dem Team entschuldigt»

Darum gehts
- Nati-Stürmer Breel Embolo (29) äussert sich gegenüber der «bz Basel» zur Roten Karte und zur Covid-Affäre.
- Im WM-Viertelfinal gegen Argentinien flog er wegen einer Schwalbe vom Platz und entschuldigte sich in der Kabine.
- Schuldig am Aus fühlt er sich nicht, die Ausbootung durch den SFV im September hat ihn aber verletzt.
Viel war los bei Nati-Star Breel Embolo in der letzten Zeit. Gemeint ist die Rote Karte im WM-Viertelfinal und die Covid-Affäre und die zeitweise Nati-Ausbootung. Und genau darüber sprach der Stürmer nun mit der «BZ Basel».
«Es ging mir wirklich nicht gut»
Zu seinem Platzverweis und den Momenten danach sagt er: «Ich bin nach dem Spiel in der Kabine aufgestanden und habe mich vor der Mannschaft entschuldigt. Nicht wegen der Roten Karte, sondern für den Traum, den wir nicht geschafft haben.»
Und weiter: «Meiner Meinung nach war Argentinien die schlechteste Mannschaft, gegen die wir in der K.-o.-Runde gespielt haben. Aber wir scheiterten. Auch weil wir ein Mann weniger waren. Dafür habe ich mich entschuldigt. Und ich habe geweint. Es ging mir wirklich nicht gut.»
Schuldig am Aus fühlt sich Embolo nicht. «Nein, nicht schuldig», sagt er. Aber seine Aktion habe dazu geführt, dass sie am Ende nicht weitergekommen und ihnen ihr Traum genommen worden sei: «Der Traum, den Titel zu holen.»
«Ich bin geimpft. Dreimal»
Zur eingangs erwähnten Covid-Affäre hält der Nati-Star gegenüber der «BZ Basel» fest, dass er die damalige Ausbootung durch den SFV nicht verstehe – auch im Vergleich mit Granit Xhakas Fall: «Neu war ja nur, dass es einen Strafbefehl gab. Die eigentlichen Umstände waren längst bekannt.»
Und weiter: «Ich muss aber ehrlich sagen: Ich war enttäuscht, dass der SFV diese zwei Fälle verglichen hat. Ich will keine Ausrede finden. Aber: Ich bin geimpft. Dreimal. Also ist es ein ganz anderer Fall als bei Granit.»
Embolo sagt der «BZ Basel»: «Nichtsdestotrotz war es ein Fehler von mir und ich möchte das nicht kleinreden. Ich habe es eingesehen. Ich habe auch dem SFV mitgeteilt, dass ich verstehen kann, dass er als Verband unter Druck ist – gerade nach dem Fall Fischer und jenem von Granit.»
«Für mich war es verletzend»
Aber? «Dass der SFV mich im September, nur weil mein Strafbefehl publik wurde, doch nicht aufgeboten hat, verstand ich nicht. Wie gesagt, die Umstände waren seit mehreren Jahren bekannt. Da waren der SFV und ich nicht auf einem gemeinsamen Nenner, auch weil wir unterschiedliche Perspektiven haben.» Embolo spricht, dass es «verletzend» gewesen sei.
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Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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