Ohne Angabe von Gründen: Moskau stellt Russland-Geschäft von Metro unter seine Verwaltung

Ohne Angabe von GründenMoskau stellt Russland-Geschäft von Metro unter seine Verwaltung
28.09.2026, 16:50 Uhr

Anfang des Monats bringt Moskau die Russland-Geschäfte der Unternehmen Nestle und Auchan unter seine Kontrolle. Begründet wird der Schritt mit feindseligen Handlungen "unfreundlicher" Staaten. Nun ist auch der deutsche Handelskonzern Metro betroffen.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Dies geht aus einem veröffentlichten Präsidialdekret hervor. Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Moskau und Berlin wegen des Ukraine-Kriegs.
Das Dekret nannte keine Gründe für den Schritt. Der Handelskonzern war anders als zahlreiche andere westliche Unternehmen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Land geblieben. Metro tue dies aus Rücksicht auf Mitarbeiter und Kunden, hatte der Konzern immer wieder erklärt. Metro hat noch 91 Märkte in Russland.
Den Finanzergebnissen von Metro zufolge steht der russische Markt mit 2,14 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres für fast 8,7 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens. Russland ist außerdem das dynamischste Segment des Unternehmens, mit einem Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent, was einem Drittel des gesamten Wachstums des Konzerns entspricht. Metro zufolge belaufen sich die Barmittel und deren Äquivalente der russischen Tochtergesellschaft zum 30. Juni 2026 auf 152 Millionen Euro.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein deutscher Amtskollege Johann Wadephul hatten sich am Wochenende am Rande der UN-Vollversammlung in New York zu Gesprächen über die Ukraine getroffen. Lawrow erklärte anschließend, er habe dabei keine neuen Erkenntnisse gewonnen. Deutschland wirft Russland einen versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle vor und hatte als Reaktion unter anderem die Schließung eines russischen Konsulats und eines Kulturzentrums in Berlin angeordnet. Moskau bestreitet die Vorwürfe.
Die russische Metro-Tochter teilte heute mit, der Betrieb laufe normal weiter und alle Verpflichtungen gegenüber Kunden würden erfüllt. Das Unternehmen äußerte sich nicht direkt zu dem Dekret. Russland hatte erst Anfang September die Kontrolle über die russischen Vermögenswerte des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestle und des französischen Einzelhändlers Auchan übernommen. Zur Begründung hieß es von russischer Seite, feindselige Handlungen "unfreundlicher" Staaten hätten bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt.
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