Patrick Stewart: «Karriere hatte immer Priorität vor Familie»

- Patrick Stewart bereute bis ins hohe Alter, dass er seine Karriere über seine Kinder gestellt hatte.
- Der «Star Trek»-Star ist mit 86 Jahren in Los Angeles gestorben; er litt an Alzheimer und Lewy-Körper-Demenz.
- Captain Picard sei der Vater gewesen, der er selbst gerne geworden wäre, sagte er 2023.
Patrick Stewart (†86) starb am Mittwoch, 28. Oktober, in seinem Haus in Los Angeles. Der britische Schauspieler, bekannt aus «Star Trek» und «X-Men», litt an Alzheimer und Lewy-Körper-Demenz.
Während Stewart auf eine jahrzehntelange erfolgreiche Schauspielkarriere zurückblicken konnte, gab es einen Teil seines Lebens, der ihn bis ins hohe Alter beschäftigte: das Verhältnis zu seinen beiden Kindern. In einem Interview mit dem «Irish Independent» im Oktober 2023 sprach er offen darüber, wie sehr ihn die Distanz zu ihnen belastete.
Die Verantwortung dafür sah Stewart bei sich selbst
Stewart hatte mit seiner ersten Ehefrau Sheila Falconer einen Sohn, Daniel Stewart (59), und eine Tochter, Sophie Stewart (54). Doch zu beiden hatte er nach eigenen Aussagen kaum noch Kontakt. Seine Kinder seien längst erwachsen, doch die Beziehung zu ihnen sei «praktisch inexistent».
Die Verantwortung dafür sah Stewart bei sich selbst: «Meine Schauspielkarriere stand für mich immer an erster Stelle«, vor meiner Familie. Besonders schmerzte ihn der Gedanke, dass sein Verhalten sich auf das Leben seiner Kinder ausgewirkt hat.
«Kein Tag vergeht, an dem es mich nicht schmerzt, an meine Kinder zu denken», sagte Stewart.
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Captain Picard war der Vater, der er gerne gewesen wäre
Besonders emotional wurde das Gespräch, als Stewart auf seine berühmteste Rolle angesprochen wurde. In «Star Trek: The Next Generation» verkörperte er Captain Jean-Luc Picard, einen besonnenen Anführer, der für andere häufig eine väterliche Rolle einnahm.
Auf die Frage, ob Picard jener Vater gewesen sei, den er sich selbst als Kind gewünscht hätte, antwortete Stewart, die Figur sei wohl eher der Vater gewesen, der er selbst gerne geworden wäre.
Schon 2009 hatte der Schauspieler gegenüber dem «Independent» eingeräumt, dass er als Vater vieles hätte besser machen können. Damals erklärte er, er sei regelrecht besessen von seiner Arbeit gewesen. Alles andere habe dahinter zurückstehen müssen.
Zu diesem Zeitpunkt zeigte er sich noch hoffnungsvoll. Seine Kinder schienen ihm vergeben zu haben. Ausserdem versuche er, bei seinen Enkelkindern einiges wiedergutzumachen.
Seine Familie war sein grösster Schmerzpunkt
Stewart und Sheila Falconer heirateten 1966 und liessen sich 1990 scheiden. Nach einer weiteren gescheiterten Ehe mit Wendy Neuss heiratete er 2013 die Sängerin Sunny Ozell.
In seinen letzten Lebensjahren blieb die Distanz zu seinen Kindern ein schmerzhaftes Thema. Ob es vor seinem Tod noch zu einer Annäherung kam, ist nicht bekannt. Daniel und Sophie haben sich zu den jüngsten Berichten über das Verhältnis zu ihrem Vater bislang nicht öffentlich geäussert.
Laut der Todesmitteilung verbrachte Stewart seine letzten Stunden im Kreis von Familie und Freunden. Seine Ehefrau Sunny war an seiner Seite.
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Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».
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