Volkswagen will laut IG Metall Gehälter bis 2030 einfrieren
Rund 660.000 VW-Beschäftigten weltweit drohen nach Darstellung des Betriebsrates und der Industriegewerkschaft Metall jahrelange Nullrunden beim Gehalt. "Der Konzernvorstand hat die Personalverantwortlichen weltweit zu 'Nullrunden bis 2030' angewiesen, also dazu, das aktuelle Tarifniveau einzufrieren und jegliche Entgelterhöhungen auszusetzen", berichtete die IG Metall am Montag mit Verweis auf eine Information des Europäischen und Weltkonzernbetriebsrats von VW an die Belegschaft.
Darin wurden Pläne des Konzerns bestätigt, über die als erste die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte. Die Arbeitnehmervertretung bezeichnete das Vorhaben als unrealistisch und erklärte, sie rechne mit heftigem Widerstand.
Der kriselnde Autobauer Volkswagen kündigt einen Großteil seiner Tarifverträge zum Jahresende. ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann zu Details und möglichen Auswirkungen.
30.09.2026 | 1:31 minGewerkschaft warnt vor Reallohnverlusten von mindestens zehn Prozent
Dem Betriebsrat zufolge gilt die Vorgabe des Konzernvorstands bereits seit Anfang Oktober. Damit weiche Volkswagen von der bisherigen Praxis ab, in den Personalkostenbudgets einen Inflationsausgleich und Spielraum für dezentrale Tarifverhandlungen einzuplanen. Sollten die Pläne umgesetzt werden und die Preise ähnlich steigen wie zuletzt, befürchtet die IG Metall bis 2030 Reallohnverluste von etwa zehn Prozent oder mehr.
Volkswagen wollte die Angaben der Gewerkschaft nicht kommentieren. Über "tarifliche Themen jeder Art" solle zuerst intern in Verhandlungen gesprochen werden, sagte ein Sprecher.
Der Autobauer VW will zukunftsfähig werden und hat dafür umfassende Reformen angekündigt. Unter anderem sollen 50.000 Stellen gestrichen werden. Welche Folgen zu erwarten sind - ZDFheute live.
04.09.2026 | 30:07 minTarifverhandlungen sollen Ende November beginnen
Im Volkswagen-Konzern beginnen voraussichtlich Ende November die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag. Verhandelt wird laut IG Metall sowohl über den VW-Haustarif als auch über den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie, der unter anderem für Audi, MAN und Porsche greift. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld.
Der Europäische- und Weltkonzernbetriebsrat nannte das Vorgehen des Konzerns absurd und verwies auf eine bisher fehlende Positionierung der Arbeitgeberseite für die Tarifverhandlungen. Die Betriebsräte erinnerten daran, dass die Personalkosten nur einen Bruchteil der Umsatzkosten ausmachten.
Die starke Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland dauert laut Kraftfahrt-Bundesamt an. Wie die Entwicklung zu erklären ist, ordnet ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann ein.
05.10.2026 | 1:59 minVolkswagen plant weltweit 50.000 weitere Stellenstreichungen
Erst vor knapp einem Monat hatte Volkswagen fast alle Tarifverträge vor den jetzt anstehenden Verhandlungen gekündigt. Der Konzernvorstand will in den kommenden Jahren weltweit 50.000 Stellen streichen - zusätzlich zu bisherigen Abbauplänen im Konzern. Konkrete Programme müssen aber erst mit den Arbeitnehmern ausgehandelt werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus offen.
- Volkswagen kündigt fast alle Tarifverträge
- VW kündigt Tarifverträge: Droht jetzt ein Volkswagen-Aufstand?
Bereits bei den Tarifverhandlungen 2024 hatte es neben Stellenstreichungen eine Nullrunde für 130.000 VW-Beschäftigte gegeben. Analog zum Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie fließt ein Gehaltsplus von fünf Prozent in zwei Stufen in einen Fonds und nicht auf die Konten der Angestellten.
Die Gewerkschaft IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten. Frank Bethmann über Reaktionen aus der Wirtschaft zu den beginnenden Tarifverhandlungen.
07.10.2026 | 1:08 minQuelle: dpa
Über das Thema berichtet das ZDF fortlaufend. Etwa im heute journal am 30.09.2026 ab 21:45 Uhr sowie in der heute-Sendung am 07.10.2026 ab 17:00 Uhr.
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