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Sunday, November 8, 2026

Deutscher unter Verletzten von Krakau: Was bekannt ist

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In der polnischen Stadt Krakau wurden bei Schüssen aus einem Auto heraus mindestens sechs Menschen getötet und 15 Personen verletzt. Der mutmaßliche Täter konnte gefasst werden.

07.11.2026 | 0:56 min

Nach dem verheerenden Gewaltverbrechen in der Innenstadt von Krakau trauert Polen um die zahlreichen Opfer und rätselt weiter über das Motiv des Täters. Er erschoss am Samstag aus einem Auto heraus sechs Zufallsopfer auf dem Hauptmarktplatz und verletzte mehr als ein Dutzend Menschen, bevor Polizisten ihn mit Schüssen außer Gefecht setzen konnten. Unter den Verletzten ist auch ein Deutscher oder eine Deutsche.

Im Haus des lebensgefährlich verwundeten Angreifers wurden später drei weitere Tote entdeckt - nach Polizeiangaben Eltern und Schwester des Mannes. Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte für Sonntag und Montag eine landesweite Staatstrauer an. Was bislang bekannt ist:

Was ist passiert?

Am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr sei ein Mann "mit einem Auto auf den Hauptmarktplatz von Krakau gerast" und habe "begonnen, wahllos auf Passanten zu schießen", schilderte ein Polizeisprecher die Tat. Die Schüsse fielen im Zentrum Krakaus, auf dem Großen Ring, dem Hauptplatz. Augenzeugen berichteten von "großem Chaos" am Tatort. Ein Augenzeuge erzählte, dass die Menschen in alle Richtungen davongelaufen seien.

Plötzlich ist ein Auto herangefahren, und ein Mann hat begonnen, aus dem Fenster des Wagens zu schießen.

Augenzeuge in Krakau

Der Angreifer habe einen Helm oder eine Maske getragen. Sein Gesicht sei nicht zu sehen gewesen.

Bei dem Angriff wurden sechs Menschen getötet, mindestens 15 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Polizisten bei einem Schusswechsel mit dem Angreifer, teilten die Behörden am Samstagabend mit. Die polnischen Behörden sprechen von insgesamt 16 Verletzten - diese Zahl schließt den mutmaßlichen Täter mit ein. Zwölf Verletzte seien in kritischem oder lebensgefährlichem Zustand, hieß es von der Woiwodschaft Kleinpolen.

Nach den Schüssen wurde der mutmaßliche Täter von der Polizei überwältigt. Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf einen Fotoreporter, dass er auf seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestoßen sei. Er sei daraufhin aus seinem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und den Täter getroffen, der überwältigt werden konnte und ins Krankenhaus gebracht wurde. Wegen seiner lebensgefährlichen Verletzungen sei er mehrfach operiert worden.

Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus und dementiert Berichte über eine Fahndung nach einem möglichen zweiten Täter.

Karte Polen

Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens.

Quelle: ZDF

Was ist über den mutmaßlichen Täter bekannt?

Der mutmaßliche Täter ist laut Polizei polnischer Staatsbürger, 24 Jahre alt und stammt aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes. Im Auto des mutmaßlichen Schützen wurden zahlreiche Waffen sowie Munition gefunden. "Der Mann trug militärähnliche Kleidung und benutzte eine Langwaffe militärischer Bauart, möglicherweise ein halbautomatisches Sturmgewehr vom Typ AR-15", sagte eine Polizeisprecherin dem Sender TVN24.

Was ist über das Motiv bekannt?

Zu den Hintergründen und möglichen Motiven der Tat war zunächst nichts bekannt. Der mutmaßliche Schütze soll nach ersten Erkenntnissen "sehr radikale Ansichten" vertreten haben. Der polnische Innenminister Marcin Kierwinski sagte, es gebe Anzeichen dafür, dass er von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.

Bei dem Täter der Schießerei in Krakau handelt es sich um einen 25-jährigen Polen mit einem mutmaßlich rechtsextremen Motiv, so ZDF-Korrespondentin Steger.

07.11.2026 | 1:45 min

Im etwa zwei Stunden Autofahrt von Krakau entfernten Wohnhaus des mutmaßlichen Schützen wurden zudem drei Tote aufgefunden. Nach Polizeiangaben handele es sich um die Eltern und die Schwester des Mannes. Das berichtete der polnische Rundfunksender RMF FM unter Berufung auf den Sprecher der polnischen Polizeizentrale in Warschau, Andrzej Fijolek.

Regierungschef Donald Tusk betonte, dass Polizei, Sicherheitsbehörden und Staatsanwaltschaft alles unternehmen würden, um so schnell wie möglich Informationen zu den Motiven des Schützen bekanntzugeben. Er sprach von einem Akt des "Terrorismus".

Was ist über die Opfer bekannt?

Im Onlinedienst X teilte die Polizei mit, bei den Toten auf dem Marktplatz handele es sich um vier Frauen und zwei Männer. Bei einem der Toten soll es sich um einen britischen Staatsbürger handeln. Das meldete die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf den Polizeisprecher der Woiwodschaft Kleinpolen, Maksymilian Kosowski. Demnach wurden fünf Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Portugal, Österreich und Russland verletzt.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es auf Anfrage, man könne bestätigen, dass bei dem Angriff auch eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit verletzt worden sei. Das deutsche Generalkonsulat Krakau stehe mit den zuständigen Behörden in Kontakt. 

Wo genau hat der Schusswaffenvorfall stattgefunden?

Der Marktplatz, auf dem der Schütze um sich geschossen hatte, ist mit seinen Renaissancebauten eine der Touristenattraktionen in der südpolnischen Stadt. Gäste besuchen die Tuchhallen mit ihren Souvenirständen, die mittelalterliche Marienkirche, treffen sich am Denkmal des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz. Auf dem Platz beginnen auch die beliebten Kutschfahrten durch die Altstadt. Es gibt viele Cafés und Restaurants. Am Samstag suchten die Passanten dort Schutz, als die Schüsse fielen.

Quelle: dpa, AFP

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 07.11.2026 ab 17 Uhr.

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