Heimspiel für den Papst in Lateinamerika
Papst Leo XIV. ist wenige Wochen nach seiner Krebsoperation nach Südamerika aufgebrochen. Zwölf Tage lang besucht er Uruguay, Argentinien und Peru.
06.11.2026 | 0:22 minRund 20 Jahre wirkte Robert Francis Prevost in Peru. Zunächst als Missionar. Dann als Bischof von Chiclayo. Der gebürtige US-Amerikaner hat auch die peruanische Staatsbürgerschaft. "Ich bin glücklich, zurückzukehren", sagte er auf dem 13-stündigen Flug nach Lateinamerika.
Sein Besuch an seiner alten Wirkungsstätte Peru wird der Abschluss und zugleich der längste Teil der Reise sein. Vor allem in Chiclayo werden sie den Papst als den "ihren" begrüßen. Die Begeisterung ist abzusehen.
Papst Leo XIV. zu Gast in der "Vorzeige-Demokratie"
Anders sieht es in Uruguay aus, der ersten Station der Reise. Im Land gibt es relativ wenig Katholiken. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als konfessionslos: in Lateinamerika eine Besonderheit. Uruguay gilt als "Vorzeige-Demokratie", die politischen Kräfte gehen respektvoll miteinander um. Der immer wieder von Papst Leo geäußerte Appell, verständnisvoll aufeinander zuzugehen, trifft hier sicher auf offene Ohren.
"Er hat eine Rolle eingenommen, die weit über das Religiöse hinausgeht - eine Rolle, in der sich viele Menschen wiederfinden", erklärt der Soziologe Néstor da Costa von der katholischen Hochschule in Montevideo die breite Unterstützung für den Papst. "Sie erwarten einen Mann, der auf der internationalen Bühne sehr klare Worte findet - zum Frieden, zu den Armen, zur Gerechtigkeit und zur Anmaßung der Mächtigen."
Ungewöhnliche Begegnung im Vatikan: Musiker Bob Dylan traf Papst Leo zu einer Privataudienz.
05.11.2026 | 0:34 minPapst trifft Kettensägen-Präsidenten
Gespannt darf man deswegen auf das Treffen mit dem Präsidenten von Argentinien sein, Javier Milei. Symbolhaft trat dieser einst im Wahlkampf mit der Kettensäge in der Hand auf, versprach, den Staatsapparat zu beschneiden. Er setzt auf radikal reduzierte staatliche Ausgaben und freie Marktwirtschaft. Doch kann man damit die Armut im Land bekämpfen? Wie deutlich wird sich der Papst bei seinem Besuch positionieren?
Schon Papst Franziskus setzte auf die Unterstützung von Sozialprogrammen und Hilfsprojekten. Der Vorgänger von Leo XIV. war selbst Argentinier. Dass er als Papst sein Heimatland nicht besucht hat, gilt für viele als Wunde, die sein Nachfolger mit seinem Besuch sicher versuchen wird zu heilen.
Laut seinen Ärzten ist Papst Leo XIV. nach der erfolgreichen Lungenoperation krebsfrei.
22.10.2026 | 0:25 minReise trotz Lungen-OP
Erwartungen gibt es also viele an die Reise. Ob Leo XIV. sie alle erfüllen kann? Fest steht, dass der Besuch auch ein ausdrücklicher Wunsch des Papstes war. Und er hat immer daran festgehalten, auch nach seiner Lungen-OP. Rund 20 Prozent des Lungengewebes mitsamt Tumor wurden entfernt.
Er selbst habe nach der Operation keine Zweifel gehabt, dass die Reise stattfinden werde, sagte er auf dem Flug nach Montevideo. Nachdem die Ärzte grünes Licht gegeben hatten, war die Freude in Lateinamerika groß. Die Reise hat begonnen, seit gestern heißt es "Bienvenido Papa León"!
Antje Pieper ist Leiterin des ZDF-Auslandsstudios in Rom.
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 06.11.2026 um 16:07 Uhr.
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