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Monday, August 17, 2026

Genf – Tiefere Mindestlöhne beleben die Sommerjobs

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Seit März dürfen Studierende in Genf bei bestimmten Sommerjobs unter dem Mindestlohn arbeiten. Unternehmen melden zusätzliche Stellen, Gewerkschaften kritisieren die tieferen Löhne.

16.08.2026, 07:10

Bei der Genfer Gemüse­produzenten­vereinigung (UMG) und bei Migros Genf werden Sommerjobs dieses Jahr mit 18.44 Franken brutto pro Stunde entlöhnt. Der kantonale Mindestlohn liegt bei 24.59 Franken. Für die betroffenen Jugendlichen bedeutet das rund sechs Franken weniger pro Arbeitsstunde.

Mehr Stellen dank tieferer Löhne

Die UMG begrüsst die neue Regelung. Sie soll dazu beitragen, Sommerjobs zu erhalten, deren Zahl in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Dieses Jahr beschäftigt sie rund 20 Jugendliche, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Für UMG-Direktor Xavier Patry ist die Ausnahmebestimmung eine Entlastung. «In Genf haben wir für unsere Tätigkeit die höchsten Produktionskosten der Welt», sagt er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Person mäht den Rasen mit einem Rasenmäher im Garten.
Legende: Für Sommerjobs in Genf gibt es eine Ausnahme beim Mindestlohn. Getty Images/Cavan Images

«Wenn wir nicht mehr zahlen, dann nicht, weil wir es nicht wollen oder die Mitarbeitenden es nicht verdienen, sondern weil wir im Vergleich zu Betrieben in anderen Kantonen nicht konkurrenzfähig sind.»

Auch die Migros Genf verweist auf einen positiven Effekt. Nach eigenen Angaben beschäftigt sie diesen Sommer 19 Jugendliche, nachdem in den beiden Vorjahren keine Studierenden für Sommerjobs eingestellt worden waren.

Gewerkschaften warnen vor mehr Prekarität

Die Reform bleibt umstritten. Gewerkschaften hatten die Vorlage bereits im Vorfeld bekämpft.

«Bedauerlich ist, dass grosse Arbeitgeber und finanzstarke Unternehmen von diesem Mitnahmeeffekt profitieren», sagt Balmain Badel von der Gewerkschaft Unia Genf.

Auch die Studierendengewerkschaft der Universität Genf (CUAE) befürchtet Folgen für die finanzielle Situation der Arbeitnehmenden. «Wir rechnen mit mehr Gesuchen für Stipendien oder einen Erlass von Studiengebühren, weil die Studierenden weniger Einkommen haben werden», sagt Geschäftsführerin Zora Holzer.

Nicht alle machen mit

Nicht alle Arbeitgebenden nutzen die neue Ausnahmebestimmung. Die Stadt Genf und Coop bezahlen für Sommerjobs weiterhin den kantonalen Mindestlohn.

Ob die Reform tatsächlich zu mehr Sommerjobs im ganzen Kanton geführt hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Der Genfer Arbeitgeberverband FER Genève verfügt nach eigenen Angaben noch über keine konsolidierten Zahlen.

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