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Monday, October 26, 2026

Können Migros-Kunden bald günstiger einkaufen?

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  • Die Migros kündigt den grössten Umbau ihrer Geschichte an: Aus zehn Genossenschaften wird eine.
  • Generaldirektor Mario Irminger und CEO Peter Diethelm treten ausserdem zur Urabstimmung ab.
  • Branchenexperte Marcel Stoffel hält die Neuausrichtung für längst fällig – die Rücktritte haben ihn zu diesem Zeitpunkt aber überrascht.
  • Durch die Umstrukturierung soll die Migros langfristig wettbewerbsfähig bleiben – Kunden können dadurch in Zukunft aber auch mit tieferen Preisen rechnen.

Migros plant, die zehn regionalen Genossenschaften und den Migros-Genossenschafts-Bund in einer neuen Gruppengenossenschaft zusammenzuführen. Das teilte die Detailhändlerin am Montag mit. Über die neue Struktur sollen die Genossenschafterinnen und Genossenschafter in einer sogenannten Urabstimmung voraussichtlich Mitte 2027 entscheiden.

Mit dem Umbau gibt es auch personelle Wechsel: Mario Irminger, Präsident der Generaldirektion des MGB, und Peter Diethelm, CEO der Migros Supermarkt AG, wollen ihre Funktionen abgeben. Laut der «SonntagsZeitung» könnten mit der Umstrukturierung auch rund 3000 Stellen wegfallen. Die Kundschaft soll laut Migros vom Umbau aber nichts merken. Ist das eine gute Strategie? Und werden die Migros-Produkte dank der Einsparungen günstiger? Dazu Marcel Stoffel, Gründer und CEO des Swiss Council of Shopping Places.

Marcel Stoffel, was bedeutet dieser Entscheid für Migros?

Marcel Stoffel: «Für mich ist das zwar ein Paukenschlag, aber gleichzeitig auch ein Aufschnaufen. Die strukturelle Neuausrichtung war seit Längerem fällig und soll nun Vertrauen nach aussen schaffen. Migros ist mehr als ein Unternehmen oder ein Detailhändler – sie ist ein nationales Kulturgut. Deshalb ist dieser Schritt für mich ein sehr positives Signal für ihre Zukunft.»

Für den Branchenexperten Marcel Stoffel kamen diese Rücktritte überraschend – die strukturelle Neuausrichtung sei aber schon seit Längerem fällig.

Für den Branchenexperten Marcel Stoffel kamen diese Rücktritte überraschend – die strukturelle Neuausrichtung sei aber schon seit Längerem fällig.Beat Baschung

Wie vorhersehbar war dieser Schritt?

«Er kam nicht überraschend. Eigentlich wäre der richtige Zeitpunkt wohl früher gewesen – jetzt war es der letztmögliche Zeitpunkt. Der Leidensdruck dürfte so gross gewesen sein, dass die zehn Genossenschaften vereint hinter dem Entscheid stehen konnten. Ich hätte diese Umstrukturierung gerne früher gesehen. Man hat Zeit verloren.»

Ist die Umstrukturierung eine gute Strategie – auch gegenüber Coop?

«Durch die Umstrukturierung soll die Migros wettbewerbsfähig bleiben. Der Blick auf Coop war bei Migros immer präsent. Unternehmen können sich laufend an der Konkurrenz orientieren und auf deren Schritte reagieren – oder sie stellen die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden konsequent ins Zentrum. Migros hat sich nach meinem Eindruck zu lange an der ersten Variante ausgerichtet. Die im vergangenen Jahr vorgestellte Strategie soll nun wieder stärker die Kundschaft in den Fokus rücken. Führt das langfristig zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteilen, wäre das eine positive Folge.»

Heisst das für mich als Kundin, dass die Produkte günstiger werden?

«Durch die Umstrukturierung kann die bereits eingeläutete Tiefpreisstrategie schneller und effizienter umgesetzt werden. Davon könnten die Kundinnen und Kunden künftig auch durch attraktivere Preise profitieren. Migros kündigte ausserdem an, im Zuge des Umbaus neue Filialen zu eröffnen und bestehende Standorte zu modernisieren. Die Umstrukturierung zielt jedoch nicht primär auf kurzfristige Effekte ab, sondern darauf, die Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Zukunft der Migros in einem anspruchsvollen Markt zu sichern.»

Wie absehbar war der Rücktritt des Generaldirektors und des CEOs?

«Diese Ankündigung hat mich durchaus überrascht. Aber ich glaube nicht, dass sie gehen müssen, weil sie etwas «verbockt» haben. Im Gegenteil: Sie waren wesentlich daran beteiligt, dass dieser Schritt nun möglich ist. Gerade deshalb hat mich ihr Abgang überrascht. In einem Transformationsprozess bleiben jene, die ihn angestossen haben, normalerweise auch während der Umsetzungsphase an Bord. Dass beide genau jetzt gehen, ist ungewöhnlich.»

Wer könnte die Nachfolgerin oder der Nachfolger der beiden werden?

«Naheliegend wäre eine interne Lösung. Ich könnte mir gut vorstellen, dass zwei Leiter von regionalen Genossenschaften infrage kommen. Diese Personen kennen das Geschäft, stehen nahe am Markt und an der Front und sind innerhalb der bestehenden Struktur gut verankert.»

Was erwarten Sie von der Abstimmung der Genossenschafterinnen und Genossenschafter?

«Natürlich kann eine Abstimmung theoretisch auch scheitern. Ich gehe aber davon aus, dass die Vorlage angenommen wird. Die Verantwortlichen haben genügend Überzeugungskraft, um die Vorteile dieser Umstrukturierung verständlich darzulegen.»

Was bedeutet der Paukenschlag für die Migros-Angestellten?

«Entlassungen sind immer ein sehr heikles Thema. Ich gehe davon aus, dass es vor allem in zentralen Verwaltungs- und Administrationsbereichen Konsequenzen geben kann, wenn Organisationen zusammengelegt werden. Ich bin aber überzeugt, dass Migros als soziales Unternehmen fair handelt und möglichst gute Lösungen sucht. Etwas anderes kennt man von Migros nicht – und etwas anderes kann sich das Unternehmen auch nicht leisten.»

Mega-Umbau bei der Migros

Die Migros plant einen der grössten Umbauten ihrer Geschichte. Die zehn regionalen Genossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund sollen zu einer einzigen Gruppengenossenschaft verschmelzen. Von einem Abbau wären vor allem Stellen aus Führungs- und Verwaltungsstrukturen betroffen. Über den Zusammenschluss entscheiden Mitte 2027 die rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter.

Das ist zum Migros-Umbau bekannt:

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Melissa Greiter

Melissa Greiter (mgr) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist seit Februar 2025 Redaktorin im Ressort News, Wirtschaft und Videoreportagen.

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