Marktwert in Monaten vervierfacht: OpenRouter angeblich vor Übernahme
Der Zahlungsabwickler Stripe will die KI-Plattform OpenRouter kaufen. Beide haben dazu eine Vereinbarung inklusive eines Kaufpreises von 7 Milliarden US-Dollar geschlossen. Das berichtet zumindest der Finanznachrichtendienst Bloomberg, die beiden Firmen haben das nicht öffentlich kommentiert. OpenRouter hatte erst im Mai Geld im Rahmen einer Finanzierungsrunde eingesammelt, die das Unternehmen auf einen Gesamtwert 1,3 Milliarden US-Dollar beziffert haben. Sollte die Übernahme gelingen, hätte OpenRouter seinen Marktwert in gerade einmal drei Monaten mehr als vervierfacht. Zu Beginn der Übernahmeverhandlungen im Juli stand laut dem Wall Street Journal aber sogar ein Kaufpreis von rund 10 Milliarden US-Dollar im Raum.
Hilfe bei KI-Kostenkontrolle
OpenRouter betreibt eine beliebte Plattform, über die man verschiedene KI-Modelle nutzen kann. Mehr als 10 Millionen Nutzerinnen und Nutzer beauftragten auf diesem Weg über 500 Modelle, heißt es bei der Firma selbst. Das ist nicht nur hilfreich, wenn man etwa für ein Projekt herausfinden will, welches Modell am besten geeignet oder aber am günstigsten ist. OpenRouter lässt sich zudem so einstellen, dass der Dienst nicht automatisch frisches Geld vom Bankkonto abbucht, wenn es im Account zur Neige geht. Damit gibt es also mehr Kostenkontrolle als bei den KI-Anbietern selbst. Laut Bloomberg fällt der Aufstieg des Unternehmens mit der zunehmenden Sorge über ausufernde Kosten für die KI-Nutzung zusammen.
Stripe wurde 2010 in Palo Alto von den irischen Brüdern Patrick und John Collison gegründet. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco und Dublin wickelt Zahlungen ab und hat zuletzt Aufmerksamkeit erregt, als das dort vorhandene Interesse an einer Übernahme von PayPal publik geworden ist. Im Herbst 2025 war bekannt geworden, dass das Unternehmen mit OpenAI an einem Protokoll für agentische Einkäufe arbeitet. Sonst hat es bislang keine Verbindung zum KI-Boom gegeben. Einer der Gründer von OpenRouter hat seine Firma im Mai als das „KI-Äquivalent von Stripe“ bezeichnet.
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