Aargauer Gemeinde legt wegen Wasserdieben Brunnen trocken

- Wegen Wasserdiebstahls dreht eine Aargauer Gemeinde ihren Dorfbrunnen den Hahn zu.
- In Veltheim hatten Unbekannte mit Fässern und Tauchpumpen grössere Mengen Wasser aus den Brunnen bezogen.
- Andere Aargauer Gemeinden wie Baden nutzen ihre Brunnen weiterhin – auch als Massnahme gegen Trockenheit und Hitze.
In Veltheim gehen Wasser-Diebe um: Wie die Gemeinde in ihrem aktuellsten Mitteilungsblatt schreibt, werden am Montag alle Dorfbrunnen mit Ausnahme des Brunnens beim Volg abgestellt. In letzter Zeit seien wiederholt grössere Mengen Wasser aus den Dorfbrunnen bezogen worden, teils gar mit Fässern oder Tauchpumpen.
Gemeinde rügt Wasserdiebe: «Das geht nicht»
«Das geht nicht», fällt das Urteil des Gemeinderates klar aus. Das Wasser solle nicht für gewerbliche Zwecke und auch nicht für grössere Wasserbezüge durch Private genutzt werden. Zugleich ruft der Gemeinderat die Bevölkerung auf, weiterhin verantwortungsvoll mit dem Wasser umzugehen.
Wie gehst du persönlich mit dem Thema Wasserverbrauch um?
Wie Michael Widmer zu SRF News sagt, sei der Wasserbezug von Dorfbrunnen in den meisten Gemeinden nicht reglementiert. Widmer ist Präsident der Aargauer Gemeindeschreiber und hat das Amt in der Gemeinde Frick inne. Dass es an vielen Orten keine klaren Regeln gibt, sei historisch bedingt: So waren die Dorfbrunnen früher unerlässlich für die öffentliche Wasserversorgung.
Dass Veltheim die Brunnen jetzt sogar abschaltet, kann er aber verstehen: «Wenn man einen Brunnen leerpumpen oder grosse Fässer füllen geht, dann kommt da der Gerechtigkeitssinn der Bevölkerung hervor», so Widmer. Grundsätzlich begrüsst er es aber, wenn die Bevölkerung das Brunnenwasser, das grösstenteils Trinkwasserqualität hat, nutzen kann. Denn ansonsten lande es einfach in der Kläranlage oder im nächsten Fluss – «das ist ja dann eigentlich schade», so der Gemeindeschreiber von Frick.
So gehen andere Aargauer Gemeinden vor
Ähnlich sehen es wohl auch die Verantwortlichen in anderen Aargauer Gemeinden: So wird das Brunnenwasser in Widmers Gemeinde genutzt, um damit den öffentlichen Blumenschmuck im Ort zu bewässern. Auch in Baden laufen die Brunnen weiter – mitunter auch als Massnahme gegen die Trockenheit und die hohen Temperaturen: «Der kontinuierliche Wasserfluss unterstützt die regelmässige Spülung des Leitungsnetzes», schrieb die Gemeinde Baden in einer Mitteilung zuletzt. Zudem würden die Brunnen auch ihren Teil zu einem angenehmeren Stadtklima beitragen.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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