«In Zürich hat man eine grosse Lebensqualität»

- Frederick Lau und Jella Haase sprechen im Interview über ihren neuen Film «Der perfekte Urlaub», die Fortsetzung des Kinoerfolgs «Das perfekte Geheimnis».
- Sieben Jahre nach dem ersten Teil trifft die Freundesgruppe erneut aufeinander – diesmal reisen sie nach Mallorca.
- Lau, der einen Zweitwohnsitz in Bern hat, schwärmt von der Schweiz: «Ihr seid zurückhaltender und respektvoller.»
Sieben Jahre ist es her, seit der Film «Das perfekte Geheimnis» in die Kinos kam – und zum riesigen Erfolg wurde. Nun trifft die Freundesgruppe, bestehend aus Leo, Pepe, Rocco, Simon, Eva, Carlotta und Bianca, erneut aufeinander. In der Fortsetzung «Der perfekte Urlaub» reisen sie nach Mallorca – das Chaos beginnt schon in den ersten Minuten auf der Insel.
Für Frederick Lau war es nicht schwer, wieder in seine Rolle – den etwas tollpatschigen Simon – zu finden. «Er ist auf jeden Fall immer ein bisschen drüber und tritt zuverlässig in jedes Fettnäpfchen. Gleichzeitig ist er auch extrem lebensfreudig. Genau das macht so viel Spass daran, ihn zu spielen», erzählt er im Interview mit 20 Minuten.
Eine Eigenschaft verbindet Frederick mit seiner Filmfigur: Genau wie Simon ist er eine Person, die gerne einmal zu schnell «Ja» sagt. «Ich bin in den letzten Jahren schon deutlich ruhiger geworden. Nur manchmal ist mein Impuls leider schneller als mein Verstand – und genau da wird es gelegentlich interessant», sagt der 37-jährige Berliner lachend.
Auch Jella Haase, die wieder Bianca verkörpert, fand schnell in ihre Rolle zurück. Diese hat sich nach dem explosiven Dinner des ersten Teils von der Freundesgruppe distanziert und taucht erst gegen Ende des Filmes auf Mallorca auf. «Bianca hat einen sehr schönen Part, sie bringt die Gruppe wie näher zueinander und erinnert sie daran, zu sich selbst zu stehen», verrät die Schauspielerin im Gespräch.
«Ich bin ein wirklich schlechter Lügner.»
Wie im ersten Teil testet die Freundesgruppe nämlich auch auf Mallorca die Limiten ihrer Beziehungen mit Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Privat setzt Frederick dagegen auf Offenheit: «Ich bin ein wirklich schlechter Lügner. Für mich ist Ehrlichkeit extrem wichtig – in einer Beziehung genauso wie in einer Freundschaft.» Lieber spricht er Dinge direkt an und trägt auch mal einen Konflikt aus, als etwas unausgesprochen stehen zu lassen.
Jella erzählt: «Mir fällt es nicht immer leicht, zu mir zu stehen. Unterdessen merke ich aber relativ gut, wenn mir eine Situation nicht passt, und kann besser meine Meinung vertreten.»
«Mein perfekter Urlaub besteht aus handyfreier Zeit und viel Natur.»
Eine entscheidende Rolle spielt dabei ihr Umfeld. «Bei meinen Freunden und meiner Familie kann ich ich selbst sein», sagt die Berlinerin. Bei diesen Personen sollte man laut Jella immer ehrlich sein können. «Das bedeutet nicht, dass man keine kleinen Geheimnisse haben darf, eine Beziehung sollte die Wahrheit aber immer vertragen können», so die 33-Jährige.
Simon und Co. landen im Film am Ballermann – ausser Bianca, die auf der Insel ein Yoga-Retreat macht. «Ferien am Ballermann wäre eine Bestrafung für mich», sagt Jella lachend und meint: «Mein perfekter Urlaub besteht aus handyfreier Zeit und viel Natur.» Durch ihren anspruchsvollen Job und den Druck der Leistungsgesellschaft braucht sie diesen Kontrast.
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Jella und Frederick sind Schweiz-Fans
Auch Fredericks perfekter Urlaub sähe vermutlich deutlich entspannter aus. «In drei Worten? Ruhe, Wasser und Wärme», sagt Frederick. Vor allem im Urlaub schätzt er es, abschalten zu können und ein wenig Abstand vom Trubel des Alltags zu bekommen. «Es tut gut, an einem Ort zu sein, an dem man einfach mal zur Ruhe kommt.»
Einer dieser Orte ist für ihn die Schweiz. «Ich mag die Menschen hier sehr. Ich empfinde sie oft als zurückhaltend, respektvoll und angenehm unaufgeregt», erzählt Frederick. Besonders Bern hat es ihm angetan: «Ich liebe die Altstadt und die Atmosphäre dort. Diese Ruhe ist ein schöner Kontrast zu Berlin.» Zürich dagegen sei ihm manchmal schon fast ein bisschen zu viel Trubel – wobei das für einen Berliner natürlich relativ sei.
Anders als Jella, die oft und gerne in der Limmatstadt ist. Sie hat eine spezielle Erinnerung an den Ort: «Zürich war die erste Stadt, in der ich als Jugendliche gedreht habe und kein Heimweh hatte.» Sie mag Wipkingen und die Limmat besonders. «In Zürich hat man eine grosse Lebensqualität», schwärmt sie.
Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».
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