News kompakt: Mexiko sperrt Seen wegen hirnfressender Amöbe
Nach dem Tod eines Mannes in Mexiko durch eine Infektion mit der sogenannten hirnfressenden Amöbe Naegleria fowleri haben die Behörden Konsequenzen gezogen. Im bei Touristen beliebten Bundesstaat Yucatán wurden sechs Seen gesperrt, in denen das Kleinstlebewesen nachgewiesen wurde. Im September hatte sich ein Wasserski-Lehrer mit der Amöbe infiziert und war gestorben. Bei den gesperrten Gewässern handelt es sich um künstliche Seen, die für Wassersportzwecke angelegt wurden.
Infektionen mit dem Parasiten sind extrem selten, verlaufen jedoch fast immer tödlich. Der Einzeller breitet sich hauptsächlich in warmen Gewässern aus und kann beim Schwimmen über die Nase in das Gehirn eines Menschen gelangen. Dort kann er Hirnhautentzündungen hervorrufen, die in den meisten Fällen zum Koma und schließlich zum Tod führen.
EU-Gipfel berät mit Präsident Selenskyj
Auf dem EU-Gipfel in Brüssel ist der russische Angriffskrieg in der Ukraine erneut Thema. Als Gast nimmt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union teil. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zum Gipfel-Auftakt am Donnerstag für eine weitere Aufstockung der Mittel für die Ukraine geworben. Unter anderem geht es darum, wie die EU der Ukraine beim Schutz der Energieinfrastruktur helfen kann.

Das osteuropäische Land steht durch die erneute Kehrtwende der USA zusätzlich unter Druck. US-Präsident Donald Trump hatte die Sanktionen gegen Russland gelockert. Außerdem wurde das für den ukrainischen Abwehrkampf wichtige US-Satellitensystem Starlink zwischenzeitlich gedrosselt.
Trump stoppt Übertragung einer Hinrichtung
Nach massivem öffentlichen Druck hat US-Präsident Donald Trump den geplanten Livestream einer Exekution durch das US-Militär abgesagt. Trump verkündete per Social-Media-Post, der Amokläufer Nidal Hasan werde wie vorgesehen durch ein Erschießungskommando sterben, aber dieses Ereignis werde nicht übertragen.
Die von Verteidigungsminister Pete Hegseth angekündigte Internet-Liveübertragung Anfang Dezember war sowohl in den Reihen von Trumps Republikanern wie auch international auf Empörung gestoßen. Unter anderem Vizepräsident JD Vance hatte deutlich gemacht, er werde sich die Hinrichtung nicht anschauen. Der frühere Armeepsychiater Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen erschossen und war deshalb zum Tode verurteilt worden.
Bundestag verlängert Bundeswehr-Auslandseinsätze
Deutschlands Marine soll im Roten Meer weiter die Handelsschifffahrt schützen und auch im Südsudan bleiben deutsche Soldaten im Einsatz. Der Bundestag hat in Berlin beide Auslandseinsätze der Bundeswehr verlängert. Demnach beteiligt sich die Marine weiterhin mit maximal 350 Leuten an der EU-Mission "Aspides". Diese soll im Roten Meer Handelsschiffe vor Angriffen der Huthi-Miliz aus dem Jemen bewahren.

Auch das Mandat für den Blauhelm-Einsatz "UNMISS" im Südsudan wurde um ein Jahr verlängert, der den Friedensprozess in dem ostafrikanischen Land unterstützen und Zivilisten schützen soll. Die Bundeswehr soll dazu weiterhin bis zu 50 Soldatinnen und Soldaten stellen, so der Bundestagsbeschluss.
SPD bestimmt Mitte Januar neue Führungsspitze
Nach dem Rücktritt von SPD-Co-Parteichefin Bärbel Bas wollen Deutschlands Sozialdemokraten in drei Monaten ihr Führungsteam neu wählen. Dazu soll ein SPD-Bundesparteitag am 16. und 17. Januar in in der norddeutschen Stadt Bremen stattfinden. Geplant ist, den gesamten Parteivorstand neu zu wählen. Nach Bas' Rücktritt am Montag hatte sich das SPD-Präsidium auf Vorschlag von Co-Parteichef Lars Klingbeil einstimmig für eine Neuwahl der kompletten Parteispitze ausgesprochen.

Klingbeil selbst hält offen, ob er nochmals antritt. Als mögliche Kandidatinnen für eine neue Doppelspitze gelten in der Partei zudem die Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland, Manuela Schwesig und Anke Rehlinger. Verteidigungsminister Boris Pistorius, der laut Umfragen beliebteste SPD-Politiker, hat eine Kandidatur ausgeschlossen.
WHO warnt vor Gesundheitsgefahr durch Blei
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert weltweit strengere Maßnahmen gegen Blei. Das Schwermetall zählt zu den gefährlichsten Chemikalien und verursacht Schätzungen zufolge jedes Jahr mehr als 3,5 Millionen Todesfälle. Nach Angaben der WHO haben rund 815 Millionen Kinder erhöhte Bleiwerte im Blut. Schon geringe Mengen können die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen und zu Lernproblemen oder Verhaltensauffälligkeiten führen. Besonders gefährdet sind Kinder, da ihr Nervensystem noch wächst.

Blei kommt in vielen Alltagsprodukten vor, etwa in Farben, Kochgeschirr, Kosmetik oder Gewürzen. Einen sicheren Grenzwert für die Belastung gibt es laut WHO nicht. Die Weltgesundheitsorganisation will bis Mai einen Aktionsplan vorlegen und fordert die Staaten auf, strengere Gesetze einzuführen und durchzusetzen. Derzeit haben weniger als die Hälfte aller Länder verbindliche Grenzwerte für Blei in Farben und Lacken.
AR/as/pgr (dpa, afp, rtr, WHO, Bundestag)
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