Mega-Fusion im KI-Bereich: Marvell plant 115-Milliarden-Übernahme von Lumentum

Mega-Fusion im KI-BereichMarvell plant 115-Milliarden-Übernahme von Lumentum
02.11.2026, 15:47 Uhr
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Mit der Übernahme von Lumentum greift der Chip-Konzern Marvell nach dem optischen Herzstück moderner Rechenzentren. Die Transaktion hat einen Wert von rund 115 Milliarden US-Dollar und stellt die Weichen für die KI-Revolution komplett neu.
In einer der größten Übernahmen der Wirtschaftsgeschichte will der Chipkonzern und Netzwerkausrüster Marvell den Glasfaser- und Laserspezialisten Lumentum erwerben. "Der Markt für KI-Infrastruktur durchläuft derzeit einen grundlegenden Wandel hin zur optischen Verbindungstechnik", sagte Marvell-Chef Matt Murphy. Dies eröffne Chancen, die sich nur einmal in einer Generation böten. Weltweit entstehen zahlreiche Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Um die Übertragung der dort verarbeiteten riesigen Datenmengen zu ermöglichen, kommen sowohl innerhalb der Serverfarmen als auch bei der Anbindung der verschiedenen Standorte untereinander verstärkt Glasfaserkabel zum Einsatz.
Marvell bietet den Lumentum-Eignern nach eigenen Angaben insgesamt 115 Milliarden Dollar in Aktien. Dies entspreche einem Wert von 1132 Dollar je Anteilsschein. Vor Bekanntwerden der Übernahmepläne Ende vergangener Woche hatten die Papiere rund 900 Dollar gekostet. Sie wurden am heutigen Montag vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Marvell-Titel gewannen vorbörslich an der Wall Street knapp sechs Prozent. Die Führungsspitzen beider Unternehmen hätten der Transaktion zugestimmt, hieß es weiter.
Marvell entwirft kundenspezifische KI-Chips und andere Technologien, die Prozessoren verbinden und Daten in Rechenzentren übertragen. Der Kauf von Lumentum würde das Angebot an Technologien erweitern, die Licht verwenden, um Daten zwischen Chips und Servern zu übertragen.
Lumentum stellt Laser, Chips und optische Interkonnektivitäts-Hardware her, die in Server von Rechenzentren integriert werden. Als ein Hauptakteur in dem einst wenig beachteten Bereich der Photonik produzieren Lumentum und ähnliche Unternehmen Technologien, die Computern helfen sollen, Daten zwischen Halbleitern schneller zu übertragen, als dies über herkömmliche Kupferkabelverbindungen möglich ist.
Marvell unterstützt den Technologiekonzern Amazon bei der Entwicklung spezieller KI-Prozessoren und Netzwerkkomponenten für dessen Rechenzentren. Darüber hinaus erhielt das Unternehmen von Google einen 120 Milliarden Dollar schweren Auftrag zur Lieferung von Halbleitern für Server. Bis 2031 will Marvell den Umsatz auf 70 bis 90 Milliarden Dollar steigern. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 erwarten Analysten Erlöse von rund zwölf Milliarden Dollar. Dies wäre eine Vervierfachung im Vergleich zu 2020/2021.
Lumentum gehört zu den potenziellen Gewinnern eines geplanten Importverbots chinesischer Netzwerkkomponenten für Rechenzentren. Das Unternehmen rechnet für das laufende Quartal mit einem überraschend hohen Umsatz von 1,58 bis 1,63 Milliarden Dollar.
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