Flydubai-Pilot: Wenn ich nicht aufstehe, sterben Passagiere
Nach dem Angriff eines Copiloten im Cockpit einer Flydubai-Maschine hat der verletzte Kapitän von seinem Kampf um sein Leben und das der Passagiere berichtet. Der indische Flugkapitän Smit Machchhar sagte am Freitag per Videoschalte dem indischen Premierminister Narendra Modi, er habe in den Minuten nach der Attacke um sein Leben gekämpft.
Ihm sei klar gewesen, dass er wieder aufstehen müsse, um zumindest das Leben der Menschen an Bord zu retten, beschrieb Machchhar, der derzeit in einem Krankenhaus in Abu Dhabi behandelt wird, die Situation. Er sei seit Jahren Pilot und wisse auch mit geschlossenen Augen, was während eines Fluges vor sich gehe.
Als ich auf dem Boden lag, wurde mir klar, dass das Flugzeug abstürzt. Und ich sagte mir: Das ist der letzte Kraftakt, Smit.
Smit Machchhar, indischer Flugkapitän
Gewaltsamer Vorfall im Cockpit eines Flydubai-Flugs nach Tel Aviv: Israels Regierung vermutet einen versuchten Terroranschlag. ZDFheute live ordnet ein, was über den Vorfall bekannt ist.
01.10.2026 | 23:36 minPilot bei Angriff schwer verletzt
Machchhar wurde bei dem Angriff am Mittwoch schwer verletzt. Dennoch gelang es ihm, die Cockpit-Tür zu öffnen, so dass Passagiere eindringen und den Angreifer überwältigen konnten. Währenddessen verlor die Boeing 737 rasch an Höhe, wie Zeugen und israelische Behörden erklärten.
Politiker würdigten Machchhar dafür, eine mögliche Katastrophe verhindert zu haben. Die Maschine mit 182 Menschen an Bord war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv und wurde zur Landung nach Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens umgeleitet.
"Es gibt Verwunderung in Israel", sagt Reichart über den Einsatz des omanischen Piloten auf dem Flug nach Tel Aviv. Die politische Deutung des Vorfalls habe längst begonnen.
01.10.2026 | 7:57 minMotiv des Angreifers weiter unklar
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, der Angreifer habe die omanische Staatsbürgerschaft. Er sei in Saudi-Arabien in Gewahrsam genommen worden und werde dort verhört. Sein Motiv für den Angriff war unklar.
Machchhar sagte, er habe in den schwierigen Momenten die Hanuman Chalisa rezitiert, einen hinduistischen Lobgesang auf Gott Hanuman, der traditionell als Gebet um Kraft und Mut gesprochen wird. "Gott Hanuman gab mir Mut", sagte er zu Modi.
Machchhar, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, ist laut seinem LinkedIn-Profil seit etwa vier Jahren für FlyDubai tätig. Zuvor arbeitete er elf Jahre lang bei SpiceJet, einer indischen Billigfluggesellschaft.
Nach einem gewaltsamen Vorfall im Cockpit eines Flydubai-Flugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv geht die israelische Regierung von einem versuchten Terroranschlag aus.
30.09.2026 | 2:46 minEl Al verschiebt Rückholflüge
Der Angriff hat unterdessen auch Folgen für den Flugverkehr: Israel muss die geplanten Rückholflüge für Passagiere aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verschieben. Grund sei, dass die Vereinigten Arabischen Emirate die Landeerlaubnis für die israelische Airline El Al in Dubai zurückgezogen hätten, teilte das Unternehmen mit. El Al teilte weiter mit, dass deshalb die Flüge für Freitag gestrichen worden seien.
Die Airline will nun ab Sonntag und den Tagen darauf Flüge anbieten. Israelischen Medien zufolge sind bereits alle Plätze dafür ausgebucht. Auch die israelischen Fluggesellschaften Arkia und Israir sollen Israelis zurückbringen. Arkia hat ebenfalls einen Flug für heute geplant.
Quelle: AP, AFP, dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute live am 01.10.2026 ab 11:30 Uhr.
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