Zerstückelte Leiche: U. M. (43) teilte sich das Zimmer mit Opfer

- Im Fall der zerstückelten Leiche im Rhein bei Stein AG sitzt ein 43-jähriger Mann aus Bangladesch in Haft.
- Er teilte sich in der Asylunterkunft ein Zimmer mit dem Opfer J. (33) aus Burundi und wurde am 27. Oktober 2026 festgenommen.
- Sichergestellte Beweismittel erhärteten den Verdacht, der Mann zeigte psychische Auffälligkeiten; es gilt die Unschuldsvermutung.
Der mutmassliche Täter von Stein AG sitzt in Haft. Dies meldete die Aargauer Staatsanwaltschaft am Freitag. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Beim tatverdächtigen Mann handelt es sich um einen 43-Jährigen aus Bangladesch. Er wurde im Zuge einer gross angelegten Durchsuchungsaktion der nahe gelegenen Asylunterkunft verhaftet.
Das Verhalten mehrerer Personen aus der nahen Asylunterkunft warf für die Staatsanwaltschaft und die polizeilichen Ermittler diverse Fragen und Verdachtsmomente auf, denen in den letzten Tagen intensiv nachgegangen wurde. Im Rahmen einer umfangreichen Aktion durchsuchte die Kantonspolizei Aargau unter Beizug verschiedener Spezialisten die Asylunterkunft sowie die Umgebung des Fundorts. Die Massnahmen erforderten eine enge Abstimmung mit dem kantonalen Sozialdienst.
43-jähriger Mitbewohner des Vermissten festgenommen
Dabei galt es, sowohl die Interessen der laufenden Strafuntersuchung als auch die Sicherheit und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft zu berücksichtigen, schreibt die Aargauer Staatsanwaltschaft. Die dabei sichergestellten Beweismittel hätten den Tatverdacht gegen einen 43-jährigen Mann aus Bangladesch, der sich mit dem Opfer ein Zimmer in der Asylunterkunft teilte, erhärtet. Er wurde am Abend des 27. Oktober 2026 festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft beantragte beim zuständigen Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft. Der genaue Tathergang sowie die Hintergründe der Tat sind Gegenstand der laufenden Untersuchung. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehen keine Hinweise auf ein politisch oder religiös motiviertes Tötungsdelikt.
Tatverdächtiger zeigte psychische Auffälligkeiten
Im Verlauf der Ermittlungen zeigte der Tatverdächtige psychische Auffälligkeiten. Ob und inwiefern diese im Zusammenhang mit der Tat stehen, ist Gegenstand weiterer Abklärungen. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Am Dienstag ging die Spurensicherung der Aargauer Kantonspolizei den ganzen Tag im Asylheim in Stein AG ein und aus. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten das Asylheim verlassen und wurden in anderen Unterkünften untergebracht. Spätabends wurde das Haus versiegelt.
Spurensicherung nahm sich das Asylheim vor
Ist dort das schreckliche Tötungsdelikt an J. (33) aus Burundi verübt worden? Wurde der Leichnam des Opfers in den Räumen des Asylheims zerteilt und in Säcke gepackt? Wie eine Reporterin vor Ort erfuhr, sollen die Spürhunde der Polizei angeblich eine Fährte vom Haus zum Rhein aufgenommen haben.
Dort hatten am Sonntagmorgen drei Freunde von J. den grausigen Fund gemacht. Zu den Findern des Abfallsackes mit dem Bein drin gehörte auch Faustin (36), ein Landsmann von J. Er sagte zu 20 Minuten über das Todesopfer: «Er fühlte sich unwohl. Eine Woche vor seinem Verschwinden sagte er mir, er fühle sich überwacht.»
Was ist passiert?
Die drei Männer, die das abgetrennte Bein von J. im Abfallsack entdeckt hatten, machten keinen Zufallsfund. Sie hatten intensiv nach ihrem Freund gesucht. Denn seit spätestens Samstag galt er als vermisst.
Gegenüber 20 Minuten sagte der Mitbewohner von J., der mit ihm im Zimmer Nummer 3 lebte, dass er ihn am Freitagabend zuletzt gesehen habe. «Um etwa 17 Uhr kam er nach Hause, um circa 22 Uhr ging er aus unserem Zimmer und besuchte einen Stock höher ein paar Freunde», sagte U.M. (43) aus Bangladesch.
Am Samstag kamen eine Handvoll Freunde des Vermissten ins Asylheim und suchten nach J. Drei von ihnen standen am Sonntagmorgen in der Frühe auf, um am Rheinufer nach J. zu suchen, dazu gehörte auch Faustin. Sie entdeckten den ersten Abfallsack unter der Wasseroberfläche, der das Bein des Vermissten zutage förderte.
Die herbeigerufene Polizei fand anschliessend weitere Säcke, bis sie die Leiche zusammenhatte. Die Ermittler gingen schnell von einem Tötungsdelikt aus.
Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.
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