AfD-Leak: Mutmaßliche Täter bekennen sich
Nach der illegalen Veröffentlichung von internen Daten der AfD haben sich die offenbar dafür Verantwortlichen erstmals zu dem Angriff und ihren Motiven geäußert. Hinter dem Angriff stecken demnach zwei Personen, wie einer der unbekannten Täter im Interview mit Zeit Online erklärte.
„Dass wir an die Informationen gelangen konnten, lag vor allem daran, wie die AfD ihre IT-Sicherheit organisiert hat“, so der Unbekannte, der nach eigenen Angaben in der Ukraine geboren wurde und in den USA lebt. Die AfD betreibe hunderte verschiedene Domains mit vielen verschiedenen Systemen. „Daraus haben sich verschiedene Einstiegspunkte und Angriffswege ergeben.“
Motiv: „Gerechtigkeit“
Auf die Frage, ob der Angriff politisch motiviert gewesen sei, antwortete der Unbekannte: „Politisch nicht in dem Sinne, dass wir eine andere Partei unterstützen“. Es sei ihnen aber um Transparenz und Gerechtigkeit gegangen. „Die Dokumente enthalten besorgniserregende Hinweise auf finanzielles Fehlverhalten, und die Öffentlichkeit hat ein Recht, davon zu erfahren.“
Bei dem Hack haben die Unbekannten einige Postfächer mit über 400.000 E-Mails und zehntausenden Anhängen erbeutet. Diese haben sie Anfang der Woche im Internet veröffentlicht. Darunter sind offenbar auch sensible persönliche Daten von unbeteiligten Dritten. Bei einem so großen Datenbestand sei es „schlicht nicht praktikabel“, die Daten zu sichten, rechtfertigen die Täter ihr Vorgehen.
Datenschützer informiert
Wie die AfD in Berlin am Dienstag bestätigte, kam es im September zu dem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister der Partei, bei dem die Daten erbeutet wurden. Inzwischen hat die Partei den Datenverlust auch bei der zuständigen Berliner Datenschutzbehörde angezeigt. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist mit dem Fall befasst.
Nach Angaben des AfD-Landesverbands Thüringen sind drei alte E-Mail-Adressen des AfD-Bundesverbands, drei E-Mail-Adressen des AfD-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, zwei E-Mail-Adressen des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern und zwei E-Mail-Adressen des AfD-Fanshops betroffen.
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