Grippe-Impfung – Impfstoff fehlt noch immer

- Mit dem Herbst und der kälteren Jahreszeit wird die nächste Grippewelle erwartet.
- Derzeit hapert es aber mit der Beschaffung des Impfstoffs.
- Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht aktuell davon aus, dass lediglich 60 Prozent des Grippe-Impfstoffes rechtzeitig geliefert werden können.
- Apotheken und Verbände suchen nach Lösungen.
Lukas Korner-Wyss, Inhaber der Apotheke Gränichen im Aargau, wäre bereit, die Grippe-Impfungen im Herbst durchzuführen. Doch der Impfstoff lässt auf sich warten. «Unser Impfstoff, den wir ursprünglich bestellt hätten, würde erst im Januar kommen», sagt Korner-Wyss. Über einen Zweitlieferanten habe er inzwischen eine Lösung gefunden, die eine Lieferung Mitte November in Aussicht stelle. Ein anderer Anbieter hätte zwar pünktlich Anfang Oktober liefern können – sei aber bereits ausverkauft. «Es bleibt spannend, wie es am Schluss herauskommen wird», sagt Korner-Wyss.
Nationale Impfwoche wird ausgeweitet
Gleich zwei der vier Grippe-Impfstoffe kämpfen in diesem Jahr mit Lieferverzögerungen. Das hat direkte Folgen für die nationale Impfwoche, die traditionell Anfang November stattfindet: Einige Apotheken werden zu diesem Zeitpunkt noch keinen Impfstoff vorrätig haben. Der Apothekerverband Pharmasuisse reagiert und weitet das Impfangebot aus. «Die nationale Impfwoche bleibt bestehen, in der ersten Novemberwoche», erklärt Stéphanie Logassi Kury, Kommunikationsleiterin von Pharmasuisse. Zusätzlich werde ein weiteres Fenster in der letzten Novemberwoche eröffnet, wo die Menschen sich in den Apotheken und in den Praxen impfen lassen könnten.
Pharmasuisse bezeichnet die Situation als speziell. Sie solle sich künftig nicht wiederholen. Man werde in den nächsten Jahren ein Auge drauf haben und mit Herstellern, dem BAG sowie anderen Verbänden in Kontakt bleiben, um so früh wie möglich informiert zu sein, sagt Logassi.
Apotheker fordert mehr Transparenz vom BAG
Apotheker Korner-Wyss geht das nicht weit genug. Er fordert, dass die Behörden aktiv eingreifen. Konkret müsse das BAG die Hersteller verpflichten können, Informationen rechtzeitig weiterzugeben: «Bis heute muss der Hersteller nicht informieren. Das heisst, wir stehen einfach hier, sehen, ein Produkt ist nicht lieferbar, und müssen uns dann arrangieren, ohne dass wir wissen, wie lange.»
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