Trotz Sanktionen: Moskau liefert Energie in EU für Milliarden
Trotz der gegen Russland verhängten Sanktionen hat das Land nach eigenen Angaben seit 2022 Erdöl und Erdgas im Wert von mehreren Milliarden Euro an EU-Länder verkauft. "Diese Zahl beläuft sich für den Zeitraum von 2022 bis heute auf 320,7 Milliarden US-Dollar", sagte der für Energie zuständige russische Vizeregierungschef Alexander Nowak am Montag im Fernsehen. Das entspricht etwa 286 Milliarden Euro.
Moskau: Ölexporte bis Jahresende wieder auf Vorkriegsniveau
Nowaks Angaben zufolge haben die europäischen Länder allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres russisches Öl und Gas im Wert von 21,3 Milliarden Dollar gekauft:
Mit anderen Worten: Trotz der sanktionsbedingten Einschränkungen liefern wir weiterhin Energieressourcen in bestimmten Bereichen, für die Ausnahmen gewährt wurden.
Alexander Nowak, Vizeregierungschef Russland
Nowak sagte, die russischen Ölexporte könnten bis zum Jahresende wieder das Vorkriegsniveau erreichen.
1.600 Firmen und Unternehmer sind beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg auf die Sanktionsliste gesetzt worden.
12.10.2026 | 2:56 minÖl- und Gasgeschäfte durch Ausnahmeregelung in Sanktionen
Die EU hat seit Beginn der groß angelegten russischen Offensive in der Ukraine zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt, doch viele Länder, darunter Frankreich, decken ihren Bedarf weiterhin mit russischer Energie, insbesondere mit Flüssigerdgas (LNG).
Mehrere Staaten, darunter die Slowakei und Ungarn, profitieren zudem von einer Ausnahmeregelung, die ihnen den Kauf von über Pipelines transportiertem russischem Öl erlaubt.
Indien, Türkei und China kaufen mehr russisches Rohöl
In der Berechnung sind russisches Öl und Gas nicht berücksichtigt, das auf indirektem Weg nach Europa gelangt, nachdem es in Drittländern wie Indien und der Türkei verarbeitet wurde. Diese Länder, ebenso wie China, haben seit 2022 ihre Käufe von russischem Rohöl massiv ausgeweitet.
Der US-Präsident steht innenpolitisch unter Druck. Nun soll ein Deal mit Putin für Diesellieferungen aus Russland sorgen - trotz Sanktionen.
10.10.2026 | 2:18 minUS-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Kauf von Diesel verkündet und verteidigte diese am Montag. "Die Europäische Union hat Russland 250 Milliarden Dollar für Energie gezahlt und die Fake-News-Medien" wollten das Thema nicht aufgreifen, erklärte Trump. "Ich habe die richtige Entscheidung für das amerikanische Volk getroffen - immer: Amerika zuerst!".
US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Sonntag die "Heuchelei" der Europäer kritisiert, die "weiterhin Wladimir Putin finanzieren", während sie "vorgeben, dass wir keine Atempause beim Dieselpreis erhalten können".
"Wir sehen einen neuen Keil im Verhältnis zwischen Donald Trump und Selenskyj", sagt Politikwissenschaftlerin Hanna Notte. Sie hält den Diesel-Deal mit Putin für einen politischen Erfolg Russlands.
12.10.2026 | 6:13 minQuelle: AFP
Über die Öl- und Erdgas-Geschäfte Russlands berichtete unter anderem das ZDF heute journal am 10.10.2026 ab 21:45 Uhr.
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