Wie sich Atemwegserkrankungen unterscheiden
Erkältungssymptome, nicht nur nach dem Oktoberfest: Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht ordnet ein, was dahinter steckt und erklärt, wann eine Grippeimpfung sinnvoll ist.
30.09.2026 | 7:03 minIm Herbst häufen sich wieder die Atemwegserkrankungen. Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht erklärt, wie sich eine Erkältung von Influenza oder einer Erkrankung mit dem respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) unterscheidet.
Welche Symptome gibt es bei Erkältungen?
Erkältungsviren reizen oder schädigen die Schleimhäute, die Immunabwehr des Körpers reagiert darauf mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen.
Auslöser können mehr als 200 verschiedene Erreger sein.
Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist
Erste Symptome treten drei bis vier Tage nach der Ansteckung auf. In der Regel verlaufen Erkältungen mild, selten kommen erhöhte Temperatur oder Fieber dazu. Bei Älteren, Menschen mit Immunschwäche oder multiplen Krankheiten sowie Kleinkindern kann es zu Komplikationen kommen. Eine Impfung gegen Erkältung gibt es nicht.
Mit dem Herbst häufen sich Husten und Schnupfen. Derzeit kursieren vor allem Erkältungsviren. Später dürften Corona-, Grippe- und RS-Viren folgen. Wie stark die Saison wird, bleibt ungewiss.
07.10.2026 | 0:23 minWie äußert sich eine Erkrankung mit dem RS-Virus?
Respiratorische Synzytial-Viren, kurz RSV, können sowohl leichte Atemwegsinfektionen verursachen als auch schwere Erkrankungen der unteren Atemwege. Typisch sind Erkältungssymptome, aber auch Fieber. RSV-Infektionen sind vor allem für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen mit Vorerkrankungen ein Risiko, da sie schwere Lungenenzündungen hervorrufen können. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit haben bis zu 70 Prozent der Zweijährigen eine RSV-Erkrankung durchgemacht.
Besonders oft waren im letzten Jahr Kinder und Jugendliche von der Influenza-Welle betroffen. Nicht nur in München waren die Praxen voll mit kranken Kindern.
12.02.2025 | 2:04 minWas schützt vor einer RSV-Infektion?
Am häufigsten steckt man sich über Tröpfcheninfektion an, zum Beispiel wenn eine infizierte Person hustet oder niest. Die Viren können aber auch beim Händeschütteln oder über Oberflächen und Gegenstände weitergegeben werden. Verschiedene Maßnahmen wie Impfung, das Tragen einer Gesichtsmaske, Abstandhalten und gründliches Händewaschen können das Infektionsrisiko reduzieren.
Für Menschen ab 75 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die RSV-Impfung als Standardimpfung, für alle Neugeborenen und Säuglinge ein passive Immunisierung vor ihrer ersten RSV-Saison.
Herbstzeit ist Erkältungszeit. Gerade Kinder trifft es oft und heftig. Was Eltern dann tun können und wann sie mit dem Kind lieber zum Arzt gehen sollten.
11.12.2024 | 5:29 minWas ist eine "echte" Grippe?
Influenza, die "echte" Grippe, wird durch Influenzaviren ausgelöst. Die Erkrankung beginnt meist plötzlich mit starken Beschwerden.
Morgens um acht Uhr noch ins Büro, sich zwei Stunden später schon sterbenskrank fühlen - das ist eine Grippe.
Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist
Typisch sind hohes Fieber, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Außerdem ein später einsetzender, trockener Husten. Weitere Symptome und Verlauf seien individuell unterschiedlich, erklärt Specht. Im Krankheitsfall greifen antivirale Medikamente.
Winterzeit ist Grippezeit. Wenn besonders viele Menschen an Influenza erkrankt sind, spricht man von Grippewellen.
12.11.2025 | 1:12 minWie gefährlich ist Influenza und wer sollte sich impfen lassen?
Influenza kann zu einer Lungenentzündung führen und sogar tödlich enden. Besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe sind ältere Menschen und chronisch Kranke.
Die Stiko empfiehlt eine vorbeugende Grippeimpfung unter anderem für Personen über 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere sowie für Bewohner von Alters- und Pflegeheimen.
Empfohlen wird die Grippeimpfung von Oktober bis Mitte Dezember, sie kann aber bis Februar nachgeholt werden. Ein vollständiger Impfschutz ist nach zehn bis 14 Tagen aufgebaut. Mehrfachimpfungen sind möglich, zum Beispiel Kombinationen mit RSV- oder Covid-19-Impfstoffen.
Im Herbst steht wieder die Grippeschutzimpfung an. Wer sollte sich wann impfen lassen?
22.10.2025 | 2:28 minIst Corona noch aktuell?
Das Coronavirus verändert sich ständig und zählt weiterhin zu den häufigen Ursachen von Atemwegserkrankungen. Symptome wie Schnupfen, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen treten meist drei bis vier Tage nach der Infektion auf, verlaufen mild bis mittelschwer und halten ein bis zwei Wochen an. Zu Fieber kommt es häufiger als bei Erkältungskrankheiten. Es gebe aber auch Betroffene, die gar keine Beschwerden hätten, sagt Specht.
Im Großen und Ganzen verhält sich Corona mittlerweile so wie jede andere Atemwegsinfektion auch.
Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist
Seit der Pandemie wird für Risikopersonen eine Covid-19-Impfung empfohlen. Sie reduziert das Risiko für schwere Verläufe und kann jährlich aufgefrischt werden.
Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit stetig an, schwer an Covid-19 zu erkranken. Zudem können bestimmte Vorerkrankungen das Risiko für schwere Verläufe erhöhen, zum Beispiel Krebs, chronische Organerkrankungen von Leber, Niere, Lunge (COPD) oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus sowie Demenz. Unabhängig von der Schwere des Verlaufs können Erkrankte nach einer akuten Infektion gesundheitliche Langzeitfolgen (Long Covid) entwickeln.
Wie gut sind Mehrfachtests?
Für Corona-, Influenza- oder RS-Viren werden kombinierte Tests angeboten. Dabei sollen sich laut Hersteller mit nur einem Abstrich verschiedene Viren nachweisen lassen. Mediziner Christoph Specht sieht Mehrfachtests kritisch, da sie nicht sehr präzise seien. Das Testergebnis sage auch wenig darüber aus, ob der Erkrankte ansteckend ist oder nicht.
Ein Impfstoff entwickelt mit KI: Forscher haben ein solches Vakzin erstmals in einer Studie an Menschen getestet. Ziel sind Impfstoffe, die vor ganzen Virusfamilien schützen.
05.06.2026 | 0:24 minWas verhindert Ansteckungen?
Die Verbreitung von Atemwegserkrankungen kann durch die sogenannte AHA-Regel aus der Zeit der Corona-Pandemie unterbrochen werden: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Um andere nicht anzustecken, sollten Erkrankte drei bis fünf Tage zu Hause bleiben und besonders Kontakt mit Risikopersonen vermeiden.
Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
Dieser Beitrag wurde erstmals am 13. Februar 2025 veröffentlicht und am 12. Oktober 2026 aktualisiert.
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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 30.09.2026, ab 09:05 Uhr.
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