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Tuesday, September 22, 2026

Goldene Jahre vorbei? ITler sehen Arbeitsmarkt deutlich skeptischer

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IT-Fachleute schätzen ihre Jobchancen zunehmend schlechter ein, wie aus einer Umfrage des Stellenportals Jobware hervorgeht. Demnach bewerten 2026 nur noch 37 Prozent ihre Aussichten als gut, 63 Prozent hingegen als schlecht oder sehr schlecht. Das steht in deutlichem Kontrast zu einer früheren Umfrage von 2021, als der Jobmarkt durch Boom und allgegenwärtige Klage über Fachkräftemangel gekennzeichnet war: Hier waren noch 78 Prozent positiv gestimmt.

Als Gründe für die nahezu komplett gedrehte Wahrnehmung des Arbeitsmarkts sieht Jobware die steigende wirtschaftliche Unsicherheit, ein verändertes Investitionsverhalten und auch die Diskussion um KI-getriebene Automatisierung. Dabei sehen die IT-Fachleute mehrheitlich pragmatisch auf den KI-Einsatz: Fast zwei Drittel (63 Prozent) betrachten Künstliche Intelligenz als nützliches Werkzeug. 20 Prozent nehmen sie aber auch als Bedrohung wahr. Besonders deutlich ist das laut Jobware bei der Altersgruppe in der Kernkarrierephase zwischen 31 und 35 Jahren – hier sieht über ein Viertel KI als Bedrohung. Genau diese Altersgruppe hat auch den pessimistischsten Blick auf den Arbeitsmarkt, 71 Prozent schätzen hier ihre Chancen als schlecht ein.

Den KI-Einsatz im Arbeitsalltag bewerten die ITler sehr unterschiedlich: 47 Prozent empfinden eine spürbare Erleichterung, 21 Prozent sogar einen massiven Performance-Gewinn. Allerdings sagen auch 27 Prozent, dass sie kaum einen Effekt spüren oder sogar durch Kontrolle und Nacharbeit Mehraufwand haben. Hier liegen auch die Altersgruppen deutlich auseinander: Mehr als ein Drittel der Altersgruppe über 45 sieht keinen Effekt oder Mehraufwand – und mit 31 Prozent empfindet fast ein Drittel der 21- bis 25-jährigen einen massiven Perfomanceturbo.

Trotz des als schwieriger gesehen Arbeitsmarkts sind die Ansprüche an die Gehälter deutlich gestiegen. Lag 2021 das angemessene Gehalt im Durchschnitt über alle Erfahrungsstufen hinweg noch bei 53.600 Euro, sind es 2026 nun 60.600 Euro. Auch Jobeinsteiger hegen inzwischen höhere Erwartungen: Über die Hälfte der Nachwuchskräfte erwartet laut Jobware bereits zum Einstieg mindestens 50.000 Euro. Ein Einstiegsgehalt unter 45.000 Euro, das 2021 noch 44 Prozent als angemessen bewertet hatten, fänden heute nur noch 26 Prozent akzeptabel. Gestiegene Lebenshaltungskosten und eine deutlich höhere Inflation machten die damals noch als marktgerecht geltenden Gehaltsbänder schlicht nicht mehr konkurrenzfähig.

Bei den Faktoren, die einen Arbeitgeber attraktiv machen, dominiert klar die Möglichkeit zum Homeoffice mit 79 Prozent. Darauf folgen mit jeweils 69 Prozent ansprechendes Gehalt, flexible Arbeitszeiten und ein unbefristeter Vertrag. Laut Angaben von Jobware wurden 2026 800 IT-Fachleute befragt, die Nutzer des Karriereportals sind. 2021 waren es 550. Die Umfrage ist nicht repräsentativ und kann nach Angabe von Kontaktdaten heruntergeladen werden.

Das Umfrageergebnis passt zu dem eher trüben Ausblick, den auch andere Beobachter des Tech-Arbeitsmarkts zeichnen. Sowohl Branchenverbände wie der Bitkom und der VDI als auch Umfragen anderer Karriereportale sprechen von deutlich weniger ausgeschriebenen Stellen. Auch Zahlen der Bundesagentur für Arbeit bestätigen das. 2025 waren demnach bei der Bundesagentur rund 13.000 Stellenangebote für IT-Berufe im Bestand – 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Ebenso ist die berufsspezifische Arbeitslosenquote bei IKT-Berufen von 3,7 auf 4,5 Prozent gestiegen. Langfristig sieht die Behörde aber insgesamt gute Aussichten für IT-Jobs trotz Konjunkturschwäche.

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