Eine Brustwarze aus Tinte
Tattoos, Piercings oder Body Modifications: Menschen verändern ihren Körper - schon immer, immer wieder und manchmal auch massiv - trotz Schmerzen, Risiken und Vorurteilen.
16.10.2026 | 44:22 min2017 bekam Sabrina aus Dülmen die Diagnose: Brustkrebs. Sabrina steckte alle Energie darin, die Krankheit zu bekämpfen: Sie überstand Chemotherapien und ließ sich die betroffene Brust amputieren. Die Behandlung war erfolgreich und Sabrina ist wieder gesund. Doch seither lebte sie mit nur einer Brust.
Nach sechs Jahren entschied sie, die Brust rekonstruieren zu lassen. Nachdem ein Implantat eingesetzt wurde, fehlte nur noch die Brustwarze. Ein Tattoo sollte das Aussehen einer Brustwarze nun möglichst realistisch imitieren.
Diana Löber war selbst zweimal an Brustkrebs erkrankt. In ihrem Koblenzer Dessousgeschäft berät sie Frauen nach einer Brust-OP. Dort finden Betroffene passende BHs und Verständnis.
22.10.2026 | 3:38 minEin besonderes Tattoo
"Mein erstes Tattoo ist natürlich die Jugendsünde von früher - und zwar mein Arschgeweih", sagt Sabrina in der ZDFinfo-Doku "Make me beautiful - Provokant schön". Seither hat sie sich viele weitere Tattoos stechen lassen: Bilder ihrer Oma und ihrer Kinder sind auf ihrer Haut, genau wie ein Songtitel ihrer Lieblingssängerin Sarah Connor.
Doch das Tattoo der Brustwarze war für Sabrina etwas Besonderes.
Das Tattoo für Brustwarzenrekonstruktion ist vom Emotionalen noch höhergestellt. Das eigene Erscheinungsbild ist ganz wichtig für einen selbst.
Sabrina, ließ sich nach einer Krebsbehandlung die Brust rekonstruieren
Für das Brustwarzen-Tattoo hat sich Sabrina an die Tätowiererin Angelina Mengel gewendet. Sie ist auf medizinische Tattoos spezialisiert und versucht mit ihren Tattoos, ein natürliches Aussehen möglichst genau zu imitieren.
Filler, Botox, knallharte Sportroutinen und riskante OPs. Frauen gehen sehr weit für ihre Schönheit in Zeiten, in denen der Druck, endlich perfekt auszusehen, nie größer war.
13.02.2026 | 42:53 minMedizinische Tattoos nach Geschlechtsangleichung
Ihre Kundinnen und Kunden wollten zum Beispiel Narben überdeckt haben, sagt Angelina Mengel. Auch Transmänner würden nach einer OP zur Geschlechtsangleichung zu ihr kommen, damit sie mit Tattoofarbe die Pigmentierung der Haut anpasst: "Der Penis wurde aufgebaut durch die Haut vom Unterarm. Die Haut ist aber dann wesentlich heller als der Schambereich. Und da gleiche ich die Farbe an", erklärt Angelina Mengel. Die Tätowiererin kann diese sichtbaren Farbunterschiede angleichen, indem sie die 3D-Schattierungen von Adern und Hautstruktur imitiert.
Um bei Sabrina ein realistisches Aussehen der Brust zu imitieren, fotografierte Angelina Mengel die Brustwarze der anderen Brust. Diese Vorlage platzierte sie zusammen mit Sabrina.
Vielen Kunden helfe ein medizinisches Tattoo, sagte Tätowiererin Angelina Mengel.
Quelle: ZDFBeim Tätowieren achtete Angelina Mengel besonders darauf, den Schattenwurf rauszuarbeiten. Auch die Rötung der Haut musste sie im Blick behalten. Für das Tattoo der Brustwarze brauchte Mengel etwa eine Stunde.
Sarah und Jacqueline sind noch keine 30 Jahre alt, als sie an Brustkrebs erkranken. Und plötzlich vor der großen Frage stehen: Kann ich noch Kinder bekommen?
12.10.2025 | 27:10 minTattoos können das Selbstbewusstsein verbessern
Vielen Kunden helfe ein solches medizinisches Tattoo, den Blick auf ihren Körper zu verbessern, sagt Mengel. "Sie sind viel selbstbewusster, viel präsenter."
Die Kunden trauen sich danach endlich, sich zu zeigen, weil sie sich sicher in ihrem Körper fühlen. Das können Tattoos auf jeden Fall machen.
Angelina Mengel, Tätowiererin
Auch Sabrina fühlt sich wohl mit der rekonstruierten Brust und dem Brustwarzentattoo. Sie ist begeistert, wie realistisch das Tattoo aussieht: "Dass es toll wird - keine Frage. Aber dass es so perfekt ist, das ist Wahnsinn."
Ihr Ziel: der perfekte männliche Körper. Ihr Preis: Schmerzen, Kosten, die eigene Gesundheit. Männer tun viel für ihren starken Wunsch nach Schönheit.
13.02.2026 | 43:38 minKioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.