Säure-Unfall: Mehrere Schulen und Kitas in Krefeld zu
Nach einem Lkw-Unfall sind in Krefeld rund zehn Tonnen Salpetersäure ausgelaufen. Etwa 200 Einsatzkräfte bekämpfen die giftigen Dämpfe, während Straßensperrungen und Ausfälle im Nahverkehr die Stadt beeinträchtigen.
06.11.2026 | 1:30 minEin Unfall eines mit Salpetersäure beladenen Lastwagens in Krefeld hat Behörden und Einsatzkräfte in Atem gehalten. Mehrere Schulen und Kitas in der Stadt in Nordrhein-Westfalen blieben am Freitag geschlossen.
Auch der Bahnverkehr zwischen Duisburg und Krefeld wurde wegen des Austritts des Giftstoffes vorübergehend unterbrochen. Die Behörden forderten Anwohner im Umfeld der Unfallstelle auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Am späten Freitagvormittag gab die Feuerwehr Entwarnung.
Chemie-Lastwagen bleibt auf der Seite liegen
Den Angaben zufolge verunglückte der Gefahrguttransporter in der Nacht zum Freitag an der Anschlussstelle Krefeld-Zentrum der Autobahn 57. Der genaue Ablauf war für die Ermittler zunächst unklar. Jedenfalls sei der Lastwagen in der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum verunglückt und auf der Seite liegen geblieben, teilte die Feuerwehr mit.
Dabei trat stark ätzende Salpetersäure aus, durch die unter bestimmten Bedingungen auch Brandgefahr besteht. Rund 200 Einsatzkräfte waren vor Ort, um das Leck abzudichten, ausgetretene Säure aufzufangen und den Unfallort zu sichern. Der Fahrer des Lastwagens wurde verletzt und in einem Krankenhaus behandelt.
Salpetersäure gehört zu den wichtigsten Grundchemikalien der Industrie und wird vor allem für Düngemittel und Sprengstoffe gebraucht. Doch wenn die stark ätzende Säure unkontrolliert freigesetzt wird, drohen den Behörden zufolge erhebliche Gesundheitsgefahren. Salpetersäure kann Haut, Augen und Atemwege stark verätzen. Bei einem Gefahrgutunfall können relativ leicht gefährliche Gase entstehen.
Schulen und Kitas in Krefeld geschlossen
Wegen der möglichen Gesundheitsgefahren blieben am Freitag nach Angaben der Stadt einige Einrichtungen geschlossen, darunter vier Schulen und 15 Kitas. Es gab zahlreiche Straßensperrungen, auch zwei Museen blieben zu. Wegen des Einsatzes wurde die A57 zwischen den Anschlussstellen Krefeld-Oppum und Krefeld-Gartenstadt vorübergehend voll gesperrt. In der Stadt und auf vielen Umleitungsstrecken bildeten sich lange Staus.
Über das Warnsystem Nina wurde eine Warnung für einen Radius von zunächst 1.000 Metern um die Einsatzstelle herausgegeben. Zusätzlich wurden vorsorglich die Sirenen in dem Bereich ausgelöst. Die Bewohner innerhalb des Absperrbereichs wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Feuerwehr meldet: "Akute Gefahr ist vorüber"
Am späten Vormittag meldete die Feuerwehr ein Ende der akuten Gefahr. "Die akute Gefahr ist vorüber", schrieben die Behörden in der Warn-App Nina. Allerdings könne in der Stadt weiterhin ein unangenehmer Geruch wahrnehmbar sein - dieser sei aber ungefährlich. Die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Krefeld wurde ebenfalls wieder freigegeben.
Es sei inzwischen gelungen, 13 Tonnen Salpetersäure aus dem umgestürzten Lastwagen in ein anderes Fahrzeug abzupumpen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Auch die etwa zehn Tonnen Salpetersäure, die durch ein Leck auf die Fahrbahn gelaufen waren, hätten die Einsatzkräfte mit einem Spezial-Saugwagen größtenteils aufnehmen können.
Als Nächstes werde man versuchen, den Lastwagen mit einem Kran aufzurichten und von der Autobahn abzutransportieren.
Quelle: AFP, dpa
Über das Thema berichtete das ZDF-Mittagsmagazin am 6.11.2026 ab 12:00 Uhr.
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