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Friday, October 30, 2026

Shooting statt Zmittag: Luxushotels haben genug von Insta-Posern

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Den Tisch fürs Zmittag reservieren, aber nie zum Essen Platz nehmen: Im Hotel du Cap-Eden-Roc an der Côte d’Azur nutzten Gäste ihre Buchung offenbar lieber als Zugang für ein Fotoshooting. Sie kamen mit Taschen voller Kleider, wechselten mehrmals ihre Outfits und zogen stundenlang auf der Suche nach Fotomotiven durchs Gelände. Das schildert Hotelmanagerin Sophie Volant gegenüber «Travel Weekly». Stammgäste hätten sich beschwert und das Haus musste Regeln einführen. Shootings brauchen eine Bewilligung, die Privatsphäre anderer Gäste soll geschützt bleiben.

Gleichzeitig bedeuten Posts für Hotels auch kostenlose Werbung und Sichtbarkeit. Wo Schweizer Luxushotels die Grenze ziehen, ist unterschiedlich: Manche haben fixe Zeiten für Fotoshootings im Spa, andere verbieten Aufnahmen in öffentlichen Bereichen ganz und verzichten so auf potenziellen Insta-Hype.

Bürgenstock (LU): Im schlimmsten Fall droht Platzverweis

Kurz das Handy zücken: Dafür hat das Bürgenstock Resort Verständnis – solange andere ungestört bleiben. «Viele Gäste halten gerne besondere Momente fest, was angesichts der Schönheit der Umgebung verständlich ist», so das Resort gegenüber 20 Minuten.

Im Spa hat das Bürgenstock sogar Zeiten fürs Fotografieren eingerichtet: Täglich von 9 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr gelten die «Splash’n’Flash»-Zeiten für Familien und Fotografie. Wer Ruhe sucht, kann seinen Besuch danach richten: «Ausserhalb dieser Zeitfenster steht Erholung im Vordergrund.»

Anders sehe es aus, wenn jemand mit Profi-Ausrüstung anrückt. Professionelle Foto- und Videoaufnahmen mit einer Kamera, kommerzielle Shootings und Aufnahmen zu besonderen Anlässen müsse die Marketingabteilung vorab schriftlich bewilligen: «Anfragen sollten mindestens sechs Wochen im Voraus eingereicht werden.»

Wer ohne die nötige Erlaubnis ein Shooting veranstaltet, müsse mit einem Platzverweis rechnen: «Nicht bewilligte Foto- und Videoshootings können beendet werden und gegebenenfalls einen Verweis vom Gelände nach sich ziehen.» Ob Gäste sich bereits über fremde Kameras geärgert haben oder das Team ein Shooting stoppen musste, will das Resort nicht verraten.

Wie viele Foto- und Social-Media-Regeln wünschst du dir in Hotels und Spas?

Dolder Grand (ZH): Unbewilligte Fotos sind generell tabu

Das Dolder Grand hat strenge Regeln, um die Privatsphäre der Gäste zu schützen: In öffentlichen Bereichen braucht es für Foto- und Filmaufnahmen grundsätzlich eine schriftliche Bewilligung. Im Zimmer oder in privaten Eventräumen sind sie dagegen erlaubt.

Wer ohne Genehmigung fotografiert, werde direkt angesprochen: «Wenn Gäste in öffentlichen Bereichen ohne Genehmigung Aufnahmen machen, weisen unsere Mitarbeitenden sie höflich auf die AGBs hin und bitten die Gäste, die Fotos vor ihren Augen zu löschen», sagt Sprecher Joachim Schweier. Das Hotel behält sich zudem vor, Aufnahmen vor der Veröffentlichung zu prüfen und freizugeben.

Grand Resort Bad Ragaz (SG): Im Spa bitte keine Fotos

Fixe Fotozeitfenster wie im Bürgenstock gibt es im Spa und in den Thermalbädern des Grand Resort Bad Ragaz nicht. Hier sind Aufnahmen grundsätzlich tabu. «Um unseren Gästen einen geschützten Raum für Erholung zu bieten, sind Foto- und Filmaufnahmen in diesen Bereichen nicht gestattet», sagt Daniela Hagmann von der Pressestelle. Schilder weisen bereits vor dem Eintritt darauf hin.

Ein Foto vom Essen oder ein kurzes Video aus den Ferien sei ausserhalb dieser Bereiche dagegen willkommen: «Das ist heute Teil des Reiseerlebnisses und grundsätzlich unproblematisch.» Auch hier braucht es für aufwendige Shootings eine Bewilligung. Und wer andere Gäste oder Mitarbeitende erkennbar aufnehmen will, muss vorher deren Einverständnis einholen. Beschwerden seien nicht bekannt. «Bislang mussten wir noch keine Shootings abbrechen.»

Gstaad Palace (BE): Bei mehreren Outfits ist Schluss

Das Gstaad Palace will Aufnahmen nicht nach einem «starren Schema» beurteilen. Ob ein Shooting möglich ist, hängt vom Ort, vom Aufwand und davon ab, wie es andere Gäste betrifft. «Sobald Aufnahmen jedoch aufwendiger werden, beispielsweise durch professionelles Equipment, Stative, mehrere Outfitwechsel oder längere Dreharbeiten, erwarten wir eine vorgängige Absprache mit unserem Team», sagt Marketing Executive Estelle Fischer.

Wie in Bad Ragaz und am Bürgenstock sollen vor allem Gäste geschützt werden, die sich erholen möchten. Im Palace gilt das auch beim Essen oder beim Drink an der Bar: Niemand soll ungewollt in fremden Aufnahmen auftauchen. Stört ein Shooting, könnte das Team verlangen, dass es angepasst, verlegt oder beendet wird. Ob das bereits nötig war oder Beschwerden eingingen, lässt das Hotel offen.

Gäste reisten nicht nur für einen Instagram-Post an: «Wir würden nicht sagen, dass Gäste das Palace hauptsächlich besuchen, um Inhalte für soziale Medien zu produzieren.»

Gehörst du zu den Leuten, die für das perfekte Foto in ein Luxushotel gehen? Oder würdest du das nie machen und nervst dich darüber?

Laura Zygmunt

Laura Zygmunt (lmz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Lifestyle und schreibt über die Welt des Reisens.

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