Finanzchefs jubeln: KI bringt bessere Margen – und Jobabbau

- 61 Prozent der Schweizer Finanzchefs erwarten laut einer Deloitte-Umfrage eine bessere Konjunktur.
- 73 Prozent rechnen mit höheren Umsätzen, 52 Prozent mit besseren Margen.
- Im Inland erwarten aber 30 Prozent einen Stellenabbau, nur 27 Prozent mehr Personal.
- 64 Prozent der CFOs sehen wegen KI in drei Jahren weniger Einstiegs- und Juniorstellen.
61 Prozent der Schweizer Finanzchefs (CFO) rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer positiven Konjunkturentwicklung. Nur acht Prozent erwarten eine Verschlechterung, wie die 52. CFO-Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte mit 120 Finanzchefs aus allen wichtigen Branchen der Schweiz ergab.
Auch für das eigene Geschäft ist die Zuversicht gross: 73 Prozent rechnen mit höheren Umsätzen, 52 Prozent mit besseren Margen. Die Schweizer Unternehmen sind damit deutlich optimistischer als noch vor wenigen Monaten.
Doch der Aufschwung dürfte nicht automatisch neue Jobs in der Schweiz bringen. 27 Prozent der befragten CFOs erwarten mehr Personal im Inland, 30 Prozent dagegen einen Abbau. Anders sieht es bei den Standorten im Ausland aus: Dort rechnen 39 Prozent mit mehr Beschäftigten, nur 16 Prozent mit weniger.
Aufschwung dank Automatisierung und Auslandsinvestitionen
Deloitte-Schweiz-Chefökonom Michael Grampp sagt: «Auffällig ist, dass Unternehmen höhere Umsätze und Margen erwarten, in der Schweiz aber kaum mehr Personal aufbauen wollen.» Für Grampp spricht das dafür, dass das Wachstum stärker über Produktivität, Automatisierung und Auslandsinvestitionen getragen wird als über zusätzliche Stellen im Inland.»
Ein wichtiger Treiber der strukturellen Veränderung sei die künstliche Intelligenz (KI). Im Finanzbereich rechnen 64 Prozent der CFOs in den nächsten drei Jahren mit weniger Einstiegs- und Juniorstellen. Nur fünf Prozent erwarten dort einen Aufbau. Betroffen sind vor allem Aufgaben wie Datenaufbereitung, Standardanalysen, Reportings, Dokumentationen und Recherchen.
KI ist aber auch ein Kostenfaktor. Die Unternehmen budgetieren laut Umfrage im Schnitt 0,9 Prozent ihrer Gesamtausgaben für KI. 40 Prozent erwarten, dass die Kosten im laufenden Geschäftsjahr höher ausfallen als geplant. Trotzdem hoffen viele auf einen finanziellen Nutzen: 18 Prozent sehen ihn bereits, weitere 61 Prozent erwarten ihn innerhalb von ein bis drei Jahren.
Für junge Menschen wird der Jobeinstieg schwieriger
Die Umfrage zeigt damit ein zweigeteiltes Bild: Schweizer Firmen blicken so zuversichtlich wie seit Langem nicht mehr nach vorn. Für junge Menschen, die über Routinetätigkeiten Berufserfahrung sammeln, wird der Einstieg aber schwieriger.
Was hältst du davon, dass KI in Schweizer Firmen zwar Umsatz und Marge steigert, aber kaum neue Jobs schafft?
Alessandro Miolo, Managing Partner Audit & Assurance bei Deloitte Schweiz, sagt deshalb: «Wenn Unternehmen KI nutzen, um effizienter zu werden, müssen sie gleichzeitig sicherstellen, dass sich Nachwuchskräfte auch in Zukunft entwickeln können. Denn wenn Junioraufgaben wegfallen, müssen Einstiegsrollen bewusst neu gestaltet werden – mit strukturierten Lernpfaden, stärkerer Einbindung in Entscheidungsprozesse und klarer Qualitätssicherung im Umgang mit KI.»
Microsoft-Gründer Bill Gates forderte wegen des drohenden Jobabbaus durch KI schon eine spezielle Unternehmenssteuer für den Einsatz von KI-Tokens und Roboter. Damit will er die drohende Massenarbeitslosigkeit abfedern. Amazon-Gründer Jeff Bezos hingegen verspricht sich von KI, dass die Leute weniger arbeiten müssen, statt dass es zum Jobverlust kommt.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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