Nach Zwangsräumung in Spanien - Rentnerin Maricarmen gestorben
Stand: 07.10.2026 • 21:38 Uhr
Ihr Name stand symbolisch für die spanische Wohnungskrise. Nach der Zwangsräumung der Wohnung der 87-jährigen Maricarmen Abascal war es zu landesweiten Protesten gekommen. Nun ist die Rentnerin gestorben.
Maricarmen Abascal ist tot. "Wir bedauern, mitteilen zu müssen, dass Maricarmen heute gestorben ist", teilte der Mieterverband in Spanien mit.
Die Rentnerin war wegen der Zwangsräumung ihrer Wohnung in Madrid international bekannt geworden. Die 87-Jährige war auf einer Trage aus ihrer Wohnung in Madrid geholt worden. Ein Investor hatte zuvor den Mietpreis nach Angaben des Mieterverbands um 275 Prozent auf 2.650 Euro erhöht. Maricarmen lebte seit mehr als 70 Jahren in der Wohnung.
Nach der Zwangsräumung wurde Maricarmen wegen Erschöpfung ins Krankenhaus eingeliefert. Vor einigen Tagen hatte es dann eine Einigung gegeben und sie war in ihre Wohnung zurückgekehrt. Diese Lösung sei zu spät gekommen, erklärte der Mieterverband. "Eine völlig vermeidbare Situation nach einem qualvollen Prozess."
Landesweite Proteste
Die Zwangsräumung hatte zu landesweiten Protesten geführt. Ihr Schicksal führte auf besonders drastische Weise das Ausmaß der Wohnungsnot und Mietenexplosion in Spanien vor Augen. "Wir sind alle Maricarmen", stand auf Plakaten bei den Demonstrationen.
Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez, der eine Minderheitsregierung anführt, wollte daraufhin seine Vorschläge gegen die Wohnungskrise im Parlament durchsetzen, brachte aber keine ausreichende Mehrheit zustande. Am Montag verkündete er dann Neuwahlen für Ende November. Derzeit liegen die oppositionelle konservative Volkspartei PP und die ultrarechte Partei Vox in Umfragen vorne.
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