Garmin Forerunner 170 im Test: Günstige Sportuhr für 250 Euro überzeugt
Garmin zielt mit der Forerunner 170 auf Laufeinsteiger. Die Sportuhr gehört damit zu den günstigsten Modellen der Forerunner-Serie.
Die Forerunner-Serie von Garmin trägt die Zielgruppe schon im Namen: Sie richtet sich an Laufbegeisterte. Im Gegensatz dazu hat der US-amerikanisch-schweizerische Hersteller die Forerunner 170 für Einsteiger konzipiert. Im Mittelpunkt stehen Laufdaten, Trainingszustand, Trainingsempfehlungen und Trainingspläne. Dazu kommen Garmin-typische Extras wie Schlafcoach und Garmin Pay. Wir haben die Forerunner 170 ausgiebig getestet und sagen, ob sich der Kauf für Anfänger lohnt.
Design & Tragekomfort
Beim Design bleibt Garmin der bewährten Optik der Forerunner-Serie treu. Die Forerunner 170 ist auf den ersten Blick als Sportuhr zu erkennen. Die Lünette besteht aus faserverstärktem Polymer, das Armband aus Silikon. Das wirkt zweckmäßig und unaufgeregt, aber nicht billig. Wie bei Garmin üblich, hat die Uhr fünf Bedienknöpfe. Dazu kommt ein 1,2 Zoll großes AMOLED-Display mit Always-on-Funktion.
Mit 41 g ist die Forerunner 170 relativ leicht und mit 42,6 mm auch angenehm kompakt. Das erhöht den Tragekomfort. Interessant ist die Uhr deshalb auch für Menschen mit schmalem Handgelenk, denen etwa die Fenix-Serie zu wuchtig ist. Die Tasten stehen kaum hervor, sodass die Uhr im Alltag und beim Schlafen nicht stört.
Wie es sich für eine Sportuhr gehört, ist die Forerunner 170 bis 5 ATM wasserdicht. Duschen und Schwimmen übersteht sie also problemlos. Für Tauchgänge und hohen Wasserdruck ist sie aber nicht ausgelegt.
Garmin Forerunner 170: Bilder aus dem Test
Garmin Forerunner 170
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Garmin Forerunner 170
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Display
Garmin verbaut in der Forerunner 170 ein 1,2 Zoll großes AMOLED-Display mit 390 × 390 Pixeln und Always-on-Funktion. Größe und Auflösung entsprechen dem Display der 41-mm-Variante der Venu 4.
Geschützt wird es laut Garmin durch „chemisch verstärktes Glas“. Bei der Venu 4 wirbt der Hersteller dagegen ausdrücklich mit Corning Gorilla Glass. Robust wirkt der Bildschirm der Forerunner 170 trotzdem: Selbst Stöße mit einer Kettlebell hat er im Test unbeschadet überstanden.
An der Lesbarkeit gibt es erwartungsgemäß nichts auszusetzen. Ein Umgebungslichtsensor passt die Helligkeit an die Lichtverhältnisse an. Das funktioniert in der Praxis hervorragend: Selbst in direkter Sonne ist die Anzeige einwandfrei ablesbar.
Einrichtung & Bedienung
Wie bei anderen Garmin-Uhren sind die Kopplung mit dem Smartphone und der volle Funktionsumfang nur mit Garmin Connect möglich. Gekoppelt wird per Bluetooth: Die App erkennt die Uhr automatisch und verbindet sich mit ihr. Danach erklärt ein kurzes Tutorial die wichtigsten Funktionen. Weitere Features lassen sich gleich oder später einrichten.
Auch die Bedienung lässt keine Wünsche offen. Wir steuern die Forerunner 170 über die Tasten oder den Touchscreen. Beides klappt einwandfrei und ohne Verzögerung. Der Bildschirm reagiert auch auf verschwitzte Finger, und das ist beim Lauftraining wichtig.
Garmin Connect App
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Training & Fitness
Auch wenn sich die Forerunner 170 an Laufeinsteiger richtet, bietet sie viele Trainings- und Fitnessfunktionen. Die Uhr kennt mehr als 80 Sportprofile, erfreulicherweise auch eines für Freiwasserschwimmen. Radfahrer können externe Powermeter und Indoortrainer koppeln. Läufer finden eigene Modi für Straßenlauf, Trailrunning und Bahntraining. Leider fehlt ein Multisport- oder Triathlon-Modus. Wer alle drei Disziplinen trainiert, muss Schwimmen, Radfahren und Laufen einzeln aufzeichnen.
Ein Highlight für Laufeinsteiger ist das adaptive Laufcoaching, das sich individuell an den Nutzer anpasst. Je mehr Trainingsdaten der Algorithmus hat, desto passgenauer werden seine Vorschläge. Neben den vergangenen Einheiten berücksichtigt der Laufcoach auch Erholung, Belastung und unser Wettkampfziel. Das hilft Einsteigern, die ohne großen Aufwand strukturiert trainieren wollen, ohne sich zu überlasten.
Ein optischer Pulssensor darf bei einer smarten Sportuhr nicht fehlen. Zwar verzichtet Garmin bei der Forerunner 170 auf die Sensor-Hardware der fünften Generation aus Venu 4 und Fenix 8. Die Pulsmessung kann sich trotzdem sehen lassen. Beim Laufen misst die Uhr durchgehend genau und kommt auch mit Intervallen erstaunlich gut zurecht. Die Abweichung gegenüber einem Brustgurt liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Die Forerunner 170 unterstützt GPS, GLONASS und Galileo, aber kein Multiband-GNSS. Offline-Karten bietet sie ebenfalls nicht. Sie zeichnet Lauf- und Radstrecken auf und zeigt sie als Breadcrumb-Route an. Routen lassen sich etwa aus Komoot übertragen; entlang der Strecke gibt die Uhr Abbiegehinweise. Auch Google-Maps-Abbiegehinweise kann sie anzeigen – dafür muss ein Android-Smartphone mit der Uhr gekoppelt sein. Mit der Tracback-Funktion lotst sie zurück zum Start.
Im Test zeichnete die Forerunner 170 GPS-Strecken zuverlässig auf. Wer auf Offline-Karten verzichten kann, erhält eine gute Uhr zum Planen und Aufzeichnen des Trainings.
Schlaf & Gesundheit
Beim Schlaf- und Gesundheits-Tracking bietet die Forerunner 170 viele Funktionen. Im „Health Status“ vergleicht sie nächtliche Messwerte zu Puls, Herzfrequenzvariabilität, Atmung und Blutsauerstoffsättigung mit den persönlichen Normalbereichen. So können Abweichungen auffallen, etwa nach einer stressigen Nacht. Eine Aussage über den allgemeinen Gesundheitszustand liefert die Funktion nicht.
Morgen- und Abendberichte fassen Informationen zu Schlaf, Erholung und Training zusammen und geben Hinweise für den kommenden Tag beziehungsweise die Nacht. Die Schlafbewertung ordnet die vergangene Nacht auf einer Skala von 0 bis 100 ein. Der Schlafcoach empfiehlt anhand der erfassten Daten, wie lange wir in der nächsten Nacht schlafen sollten. Die Angaben wirkten im Test plausibel.
Dazu kommt Zyklus-Tracking: Nutzerinnen können neben ihrer Periode auch den Eisprung, sexuelle Aktivität und Ausfluss sowie körperliche und psychische Symptome eintragen. Mit dem Lifestyle Logging lassen sich Gewohnheiten wie Koffein- und Alkoholkonsum erfassen. So können mögliche Zusammenhänge mit Schlaf und Erholung sichtbar werden. Anders als die Venu 4 bietet die Forerunner 170 keine EKG-Funktion. In dieser Preisklasse haben wir sie allerdings auch nicht erwartet.
Weitere Features
Im Hinblick auf die Zusatzfunktionen der Forerunner 170 wird deutlich, dass die Uhr sich bewusst im Einsteigersegment positioniert. Zwar unterstützt die Forerunner 170 das mobile Bezahlen via Garmin Pay, einen integrierten Musikspeicher gibt es aber nur bei der Forerunner 170 Music. Letztere kostet im Vergleich zum Standardmodell immerhin 50 Euro mehr. Die Steuerung von Musik, die wir auf dem Smartphone wiedergeben, ist mit der Forerunner 170 aber trotzdem möglich.
Die Forerunner 170 bietet die von anderen Garmin-Uhren bekannte Unfall-Benachrichtigung. Erkennt sie bei einer unterstützten Outdoor-Aktivität, etwa beim Laufen, einen Unfall, zeigt sie eine Warnung an. Diese können wir innerhalb von 15 Sekunden abbrechen. Andernfalls kann Garmin Connect die hinterlegten Notfallkontakte per SMS oder E-Mail informieren. Dafür muss die Uhr mit einem Smartphone verbunden sein, das Mobilfunkempfang und eine Datenverbindung hat. Rettungsdienste alarmiert die Funktion nicht.
Außerdem unterstützt die Forerunner 170 Live Track: Damit können ausgewählte Kontakte unseren Standort während einer Aktivität verfolgen. Auch dafür müssen das gekoppelte Smartphone und eine Mobilfunkverbindung verfügbar sein.
Akku
Die Akkulaufzeit der Forerunner 170 beträgt laut Garmin bei normaler Nutzung rund zehn Tage. Bei aktiviertem Always-on-Display sinkt dieser Wert auf maximal vier Tage. Mit GPS-Tracking variiert die Laufzeit je nach Anzahl der aktivierten Systeme zwischen 14 und 20 Stunden.
Bei drei jeweils anderthalbstündigen Sporteinheiten mit GPS hielt der Akku der Forerunner 170 im Praxistest knapp sieben Tage durch. Das Always-on-Display war dabei ausgeschaltet. Das ist nicht überragend, für eine Sportuhr dieser Preisklasse geht das aber in Ordnung.
Preis
Garmin verlangt für die Forerunner 170 knapp 300 Euro (UVP), für die Music-Version 350 Euro. Die Standardversion gibt es in Schwarz mit schwarz-gelbem Armband und in Weiß, die Music-Variante zusätzlich in Türkis und Orange-Braun. Damit ist die Forerunner 170 die zweitgünstigste Uhr der Serie. Nur die Forerunner 70 kostet weniger. Im Handel kostete die Forerunner 170 zum Testzeitpunkt unter 250 Euro, die Music-Version etwa 300 Euro.
Fazit
Die Forerunner 170 hält, was Garmin verspricht. In der Preisklasse unter 300 Euro gehört sie zu den besten smarten Sportuhren am Markt, sofern man auf Offline-Kartennavigation, EKG sowie einen integrierten Musikspeicher bei der Standardversion verzichten kann.
Vor allem Laufeinsteiger und Gelegenheitsjogger kommen mit der Forerunner 170 auf ihre Kosten: Die Smartwatch bietet zahlreiche Trainingsfunktionen und übernimmt die Trainingsplanung für die Vorbereitung auf Laufwettkämpfe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Wer die Uhr für knapp 250 Euro oder weniger bekommt, kann zuschlagen.
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