Ex-Apple-Chef Tim Cook: Übergabe an Ternus wie aus dem Lehrbuch
Apples früherer CEO Tim Cook zeigt sich hochzufrieden mit dem Übergang zu seinem Nachfolger John Ternus. Bei einem Besuch in London blickte er in einem Interview auf die vergangenen Wochen zurück. Er habe ein „Lehrbuchbeispiel“ dafür setzen wollen, wie eine solche Übergabe ablaufen kann, so Cook. In dem Gespräch gab er auch einige Einblicke in die Zusammenarbeit mit Ternus, jetzt, wo Cook als Executive Chairman den Vorsitz im Verwaltungsrat (Board of Directors) innehat.
Cook war anlässlich eines Termins mit dem britischen König Charles III. in Großbritannien. Zusammen mit der von Charles gegründeten Wohltätigkeitsorganisation King’s Trust hat Apple das Programm „Creative Labs“ für junge Menschen aufgelegt, das am Mittwoch bei einem Termin vorgestellt wurde. Schauplatz war die neue Apple Music Hall in Apples britischer Zentrale im früheren Kraftwerk Battersea.
Übergabe begann bereits vor Jahren
Die Weitergabe des Chefpostens bei Apple war zum 1. September erfolgt. Cook wechselte auf die Rolle des Executive Chairman und soll Apple laut Unternehmen unter anderem im Austausch mit Politikern weltweit vertreten, eine Art Außenminister also. Laut Bloomberg sollte er zum Beispiel am 24. September am Staatsbankett im Weißen Haus anlässlich des Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping teilnehmen. Am Rande der UN-Generalversammlung in New York traf er zudem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Cooks Stelle als CEO übernahm der frühere Hardwarechef John Ternus.
Die Übergabe an Ternus habe schon vor Jahren begonnen, sagte Cook in London der britischen Zeitung „The Independent“. Konkrete Meilensteine nannte er nicht. Zu Ternus habe er ein „unglaubliches Vertrauen“, und die Beziehung müsse auf Vertrauen beruhen. Es gebe einen häufigen und substanziellen Austausch zwischen den beiden. Cook erwarte von seinem Nachfolger, dass er eigene Schwerpunkte setzt. Er habe Ternus geraten, die Aufgabe zu seiner eigenen zu machen und ihn nicht zu kopieren – so wie er selbst seinerzeit nicht Steve Jobs kopiert habe.
Ternus soll eigene Schwerpunkte setzen
Ternus solle seine Zeit dort einsetzen, wo sie den größten Mehrwert bringe. Das passt zu Berichten von Bloomberg-Reporter Mark Gurman, wonach Ternus mehrmals pro Woche das Designstudio besucht, manchmal mehrfach am Tag. Cook habe dort vielleicht eine Stunde im Monat verbracht und sich vor allem auf Finanzen und Lieferkette konzentriert.
Auf die Frage, warum er nicht die Vorstellung von Apples erstem Foldable, dem iPhone Duo, noch selbst übernommen habe, sagte Cook, Ternus sollte etwas „Rückenwind“ bekommen. Das Event fand am 9. September statt, gut eine Woche nach der Übergabe. Verkauft wird das iPhone Duo ab dem 23. Oktober. Cook hat auch keine Sorge, dass sich die beiden in die Quere kommen: Er sei kein „Meddler“, also keiner, der sich einmischt. Apple soll unter Ternus insgesamt agiler und schneller werden, etwa bei der Erneuerung lange unveränderter Produktreihen, wie ein Bericht über Apples geplante Beschleunigung aufzeigt.
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