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Friday, October 23, 2026

– Nylonfaden im Lauterbrunnental gespannt – Gefahr für Basejumper

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Eine Reihe von Sabotageakten sorgt für Unruhe bei Luftsportlern im Berner Oberland. Im Lauterbrunnental mussten bereits mehrere Male straff gespannte Nylonfäden bei Start- und Landeplätzen für Gleitschirmfliegerinnen und Basejumper entfernt werden. Der letzte Vorfall wurde am Samstag gemeldet. Der Gemeindepräsident von Lauterbrunnen, Karl Näpflin, äussert sich zu den Vorfällen.

Karl Näpflin

Gemeindepräsident Gemeinde Lauterbrunnen

Karl Näpflin präsidiert den Gemeinderat von Lauterbrunnen. Seit November 2022 hat Näpflin dieses Amt inne.

SRF: Was ist bekannt über die Vorfälle?

Karl Näpflin: Bekannt ist, dass es schon der fünfte Vorfall in Serie seit September 26 ist, was uns grosse Sorgen macht. Es zeichnet sich ab, dass sich die Attacken auf das Basejump-Segment abzielen, also eher weniger gegen Gleitschirmflieger und Speedflyer. Denn letzten Fund gab es auf einer Absprungplattform für Basejumper.

Was wären die Folgen für einen Basejumper, wenn es zu einer Kollision mit einem Nylonfaden kommt?

Bis jetzt wurden die Nylonfäden auf einer Höhe von ungefähr 1.5 Metern über dem Boden gefunden. Bei einer Landung könnte das zu schweren Schnittwunden im Gesicht oder am Hals oder auch an Händen führen. Vor allem bei hohem Landetempo kann das ganz schlimm sein.

Ich appelliere an die Bevölkerung und alle: Spitzt die Ohren und haltet die Augen offen, auch in der Nacht, weil die Fäden meistens in der Nacht gespannt werden.

Wenn es bei einer Absprungstelle ist, wie jetzt der Vorfall bei der Basejump-Absprungstelle, dann könnte es zu einem unkontrollierten Absprung oder zu einem Absturz führen.

Wie begegnet man diesen Sabotageakten in Lauterbrunnen?

Aus der Bevölkerung kam erstaunlich wenig Rückmeldung. Aber das hat damit zu tun, dass das Basejumping, aber auch das Gleitschirmfliegen und das Speedflying anerkannte Sportarten bei uns in der Gemeinde sind. Man hat gute Lösungen gefunden mit dem Grundeigentümer, mit den Bauern, die die Landeflächen unterhalten, und mit der Schweizerischen Base Association. Wir bedauern, dass die Täterschaft immer wieder aktiv wird, und es ist höchst bedenklich, dass die Täterschaft einen Todesfall in Kauf nimmt.

Person im Wingsuit fliegt von einer Plattform über schneebedeckte Berge.
Legende: Für die Basejumperinnen und Basejumper werden spezielle Start- und Landeplätze zur Verfügung gestellt. Keystone/ Anthony Anex

Weshalb hat sich die Gemeinde, trotz kritischer Stimmen zu Beginn, immer hinter den Sport gestellt?

Wir wollten den Sportlern die tolle Sportart einfach nicht verunmöglichen oder verwehren. Ein zweiter Grund ist aber auch ganz banal: Es ist nicht so einfach, das zu verbieten. Man kann das auf dem Papier verbieten, aber das durchzusetzen und zu kontrollieren, wird dann ziemlich schwierig werden.

Sind die Basejumperinnen und Basejumper ein Wirtschaftsfaktor in der Gegend?

Ich weiss, dass es ein Bruchteil von einem Prozent ist. Also das ist nicht der Grund, weshalb wir da mitmachen. Die 30'000 Sprünge verteilen sich auf einige 100 Basejumper, die mehrere Sprünge pro Tag und insgesamt auch mehrere 100 Sprünge pro Jahr machen. Da ist die Wertschöpfung nicht an gross. Aber selbstverständlich ist das auch eines der Gästesegmente, die bei uns etwas Geld liegen lassen.

Wie kommuniziert die Gemeinde jetzt in Bezug auf diese Sabotageakte?

Wir verurteilen sie aufs Schärfste. Das ist nicht duldbar. Und ich appelliere an die Bevölkerung und alle: Spitzt die Ohren und haltet die Augen offen, auch in der Nacht, weil die Fäden meistens in der Nacht gespannt werden. Wenn man sie am Morgen nicht entdeckt, dann ist es ein grosses Risiko für unsere Sportler.

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