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Wednesday, November 4, 2026

Jeder vierte Jugendliche bewegt sich laut WHO kaum

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Jugendliche sitzen auf Sitzsäcken und blicken auf ihre Smartphones.

Stand: 04.11.2026 • 17:37 Uhr

Sport und Bewegung gehören für viele Kinder und Jugendliche nicht mehr zum Alltag. Nur 14 Prozent bewegen sich laut WHO täglich für eine Stunde mäßig bis intensiv. Auch in Deutschland gibt es viele Bewegungsmuffel.

Viele Kinder und Jugendliche bewegen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich zu wenig. 25 Prozent der 11- bis 17-Jährigen betreiben nach eigener Auskunft keinen Sport oder Aktivitäten, bei denen Herz und Kreislauf zumindest etwas gefordert würden, wie aus einem Bericht der UN-Organisation hervorgeht. "Ihnen entgehen die Vorteile ausreichender, regelmäßiger körperlicher Aktivität", so die WHO. Nur 14 Prozent der Menschen dieser Altersgruppe seien nach eigenen Angaben täglich mindestens eine Stunde mäßig bis intensiv körperlich aktiv.

Gründe für den Bewegungsmangel bei Jugendlichen sieht die WHO beispielsweise in schulischem Leistungsdruck, der intensiven Nutzung digitaler Medien und dem Mangel an Sportstätten.

Der Bericht basiert auf Umfragen in 140 Ländern mit insgesamt mehr als drei Millionen Teilnehmern. Einschränkend ist unter anderem zu berücksichtigen, dass je nach Region oder Kultur die Einschätzung, was als moderate oder intensive Körperaktivität wahrgenommen wird, variieren kann.

WHO: Weichen werden falsch gestellt

Der Erhebung zufolge sind in fast allen Ländern Mädchen weniger aktiv als Jungen. Insgesamt gab 2025 mehr als ein Viertel der Mädchen (28 Prozent) an, in der vorangegangenen Woche an keinem Tag körperlich aktiv gewesen zu sein - bei den Jungen traf dies auf etwa jeden Fünften (22 Prozent) zu. Zudem gaben Mädchen seltener an, täglich körperlich aktiv zu sein. "Dieser Trend ist besorgniserregend, da das Jugendalter eine entscheidende Phase für die Etablierung lebenslanger Gesundheitsverhaltensweisen darstellt", so die WHO.

Besonders viele sportliche 11- bis 17-Jährige gibt es laut dem Bericht beispielsweise in Kanada, Finnland und Kasachstan. Besonders wenig aktive Jugendliche in Namibia und Simbabwe. Deutschland sticht weder durch besonders sportliche noch besonders unsportliche Jugendliche heraus.

Bewegung ist "gut für die Seele"

In Deutschland gibt es nach Einschätzung eines Experten viel Potenzial, Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung zu motivieren. "Wir sind nicht als Bewegungsmuffel geboren, aber mit zunehmendem Alter verlernen wir es, uns zu bewegen", sagte der Fachmann für Kinder- und Jugendgesundheit beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Malte Bödeker.

Zu einem fördernden Umfeld gehörten Schulwege, die dazu einladen, sie zu Fuß zu bewältigen, sagte Bödeker der Nachrichtenagentur dpa. "Aber auch das Aussteigen aus Bus oder Straßenbahn eine Haltestelle vor dem Ziel ist hilfreich." Das oftmalige Zurücklegen kurzer Strecken mit E-Scootern verhindere, dass der Körper in Schwung gebracht werde.

Es bringe eher wenig, Kinder und Jugendliche nur auf die langfristigen negativen Folgen zu geringer Bewegung hinzuweisen, sagte Bödecker. "Das ist zu weit weg." Es herrsche aber erfreulicherweise eine neue Sensibilität in dieser Gruppe, achtsam mit dem Körper umzugehen. Eine Botschaft könne dabei sein, dass Bewegung - selbst das Treppensteigen - auch gut für die Seele sei.

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