Schüler: «Baller-Liquids kriegt man easy beim Gras-Dealer»

- Sogenannte Baller-Liquids mit synthetischem Cannabinoid sind laut Aussagen von Schülern längst in der Schweiz erhältlich.
- Die Polizeikorps in St. Gallen und Zürich haben bisher nur vereinzelte Fälle festgestellt.
- Franco (18) sagt, man kriege sie «easy beim Dealer», wo man auch Gras kaufe.
- Auch weitere Zürcher Schüler haben bereits Erfahrungen mit dem Stoff gesammelt.
Sogenannte Baller-Liquids mit synthetischem Cannabinoid, der neuste Pausenplatz-Drogentrend aus Frankreich und Deutschland, sind längst in der Schweiz angekommen. Während die Polizeikorps in St. Gallen und Zürich erst vereinzelte Fälle festgestellt haben, wissen Schweizer Schüler längst, wie man an das Zeug kommt.
20 Minuten hat sich bei Berufsschülern umgehört. «Ja, darüber wird viel gesprochen», meint ein Zürcher. Aber er habe die Baller-Liquids weder zu Gesicht bekommen noch selber geraucht. Sein Kollege meint dagegen: «Ich habe das vor einiger Zeit mal geraucht, ein Kollege hat mir seine Vape gereicht, die THC drin hatte. Die Wirkung kam schnell, es hat schon reingehauen. So, wie das in den deutschen Medien beschrieben wird, trifft das schon zu.»
Schweizer Jugendliche rauchten es schon mehrfach
Auch News-Scouts haben schon Erfahrungen mit solchen Vapes gemacht. Marc schreibt: «Ich war auf Rhodos, dort gab es Vapes mit der Aufschrift: ‹for relaxation›. Ein Kollege und ich nahmen jeweils drei Züge, wir dachten, da werde eh nichts passieren. Plötzlich begannen wir zu schwitzen wie verrückt, hatten Herzrasen und Übelkeit.»
Auf der Verpackung seien als Inhaltsstoffe lediglich verschiedene Kräuter angegeben gewesen. «Ich habe das Vape dann zurück in der Schweiz zum Drugtesting gebracht. Es stellte sich heraus, dass THC, CBD und HHC enthalten sind.»
So wirken die Baller-Liquids
Man nennt sie Baller-Liquids, Görke, Zombie-Liquids oder Knaller-Liquids, und sie kommen in verschiedenen Farben daher. Bei den bunten Flüssigkeiten handelt es sich um Liquids, die mit synthetischem Cannabinoid versetzt sind und in Vapes geraucht werden können.
Der Spiegel beschreibt den Effekt der Baller-Liquids in einer Video-Dokumentation so: «Zieht man an der Vape, wird die Flüssigkeit verdampft. Über die Lunge erreicht der Stoff blitzschnell das Gehirn. Die Folge: Ein kurzer, intensiver Rausch, der ballert. Starke Euphorie oder Betäubung. Aber auch: Plötzliches Wegtreten, Herzrasen, Erbrechen, Angstattacken oder ein Kreislaufkollaps, der tödlich enden kann. Nach etwa 15 bis 30 Minuten ist der akute Rausch vorbei. Deshalb legen viele der Konsumenten sofort nach, was schnell in die Abhängigkeit führen kann.»
Auch Franco (18) aus Winterthur und Samantha (20) aus Zürich haben solche Baller-Liquids schon geraucht. Samantha: «Ich kenne sie als ‹Wax-Pens›. Ist das dasselbe?» Sie fragt ChatGPT. «Oh ja, das ist dasselbe. Sie haben auch synthetisches THC drin. Ich habe das mal in Barcelona geraucht.» Die Wax-Pens, die in der Schweiz erhältlich seien, würden wahrscheinlich auch aus dem Ausland importiert, mutmasst sie.
Erhältlich beim lokalen Gras-Dealer
Franco weiss: «Man kriegt sie easy beim Dealer. Dort, wo man auch Gras kaufen würde. Aber ich finde sie nicht ganz so stark, wie es beschrieben wird. Also es wirkt langsamer und nicht schon beim ersten Zug.» Zudem habe er die Baller-Liquids in der Schweiz bisher nicht in allen Farben und Geschmäckern gesehen. «Solche Baller-Liquids sind bei uns durchaus erhältlich, aber sie riechen eher nach ranzigem Gras.»
Zudem, ergänzt Samantha, müsse man wirklich tief inhalieren. «Dabei beginnt man manchmal ziemlich zu husten.»
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Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.
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