79. Filmfestival Locarno – Goldener Leopard für rumänischen Film «You Don't Belong Here»

- Der rumänische Film «You Don't Belong Here» von Florin Șerban hat am 79. Locarno Film Festival den Goldenen Leoparden gewonnen.
- Die Schweizer Regisseurin Petra Volpe holte mit «Frank & Louis» den Publikumspreis.
Der Film «You Don't Belong Here» («Nu e locul tau aici») des rumänischen Regisseurs und Drehbuchautors Florin Șerban erzählt von einem verwitweten Vater und seinem jugendlichen Sohn. Der Teenager zieht nachts durch die Strassen und randaliert. Als er ins Visier der Polizei gerät, stellt dies das Leben seines Vaters auf den Kopf.
Für Șerban ist es eine Rückkehr zum Spielfilm nach acht Jahren. Der mit 75'000 Franken dotierte Hauptpreis ist zudem bereits seine zweite grosse Auszeichnung in Locarno: Sein Hauptdarsteller Teodor Butănescu erhielt eine lobende Erwähnung. Dazu kamen der Preis der Jugendjury und das Europa Cinemas Label.
Südkoreaner erneut ausgezeichnet
Der Preis für die beste Regie ging an den südkoreanischen Regisseur Hong Sangsoo für «Nowhere to Lay My Eyes». Für den 64-Jährigen ist es nicht die erste Auszeichnung in Locarno: 2015 gewann er mit «Right Now, Wrong Then» den Goldenen Leoparden.
Auch in diesem Jahr wurde ein Mitglied seines Films ausgezeichnet. Die Schauspielerin Kim Min-hee erhielt einen der beiden Leoparden für die beste schauspielerische Leistung. Sie spielt eine Frau, die nach zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Bruder ihre Mutter auf der südkoreanischen Insel Jeju besucht.
Auszeichnung für Monica Bellucci
Der zweite Schauspielpreis ging an Monica Bellucci. Die italienische Schauspielerin spielt im Coming-of-Age-Film «Ketticè» von Giovanni Tortorici die Mutter der Hauptfigur. Der Film erzählt von Jugendlichen in Palermo, die mit Partys, Kiffen und Facebook-Chats der Perspektivlosigkeit und Schulöde entkommen wollen. Monica Bellucci setzt darin, als eine, die eigentlich nicht Mutter werden wollte, dem gängigen Mutterbild entgegen.
Doppelte Auszeichnung für Langzeit-Doku
In der Sektion «Concorso Cineasti del Presente» ging der Goldene Leopard an die Dokumentation «The Illusion of an Everlasting Summer» von Alessandra Sanguinetti. Der Film begleitet zwei argentinische Cousinen von ihrer Kindheit bis ins Erwachsenenalter – über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren.
Die in Buenos Aires aufgewachsene US-amerikanische Fotografin wurde für den Film gleich doppelt ausgezeichnet. Neben dem mit 35'000 Franken dotierten Goldenen Leoparden erhielt Sanguinetti auch den «Swatch First Feature Award» für ein Erstlingswerk.
Schweizer Filme gehen weitgehend leer aus
Die Schweizer Produktionen konnten in den internationalen Wettbewerben kaum Preise holen. Der schweizerisch-portugiesische Film «O Jacaré» von Basil Da Cunha ging in der Hauptkategorie leer aus. Auch «Small Talk» von Mateo Ybarra wurde in «Cineasti del Presente» nicht ausgezeichnet.
Einzig der Preis der Jugendjury für den besten Autoren-Kurzfilm ging an die Schweizer Minderheitsproduktion «Ãsheghetam» von Filmsaazs.
Für einen Schweizer Erfolg sorgte schliesslich aber Petra Volpe. Ihre englischsprachige Produktion «Frank & Louis» wurde mit dem Publikumspreis «Prix Public UBS» ausgezeichnet. Der Film erzählt von der Verbindung zwischen zwei Strafgefangenen. Der Publikumspreis sei für Filmschaffende die höchste Auszeichnung, sagte Volpe laut Festivalmitteilung, weil er zeige, dass ein Film bei den Menschen Resonanz finde, für die er gemacht wurde.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.