Hamas-Überfall auf Israel: Der Strand, an dem der 7. Oktober begann
Stand: 07.10.2026 • 19:31 Uhr
In Zikim griff die Hamas am 7. Oktober 2023 Israel vom Meer aus an. 18 Menschen starben dort, doch der Versuch der Terroristen, in den Kibbuz vorzudringen, scheiterte. Wie schaut man heute auf die dramatischen Stunden?
"Es war 6:30 Uhr, als wir die Sirenen hörten und aufwachten. Wir hatten nur 15 Sekunden, um in unseren Schutzraum zu kommen, also sind wir losgerannt." Reut Burda zeigt, wie sie am 7. Oktober 2023 vom Angriff der Terrororganisation Hamas in ihrem Kibbuz Zikim am Gazastreifen überrascht wurde.
Die dreifache Mutter steht im engen Schutzraum, der als Kinderschlafzimmer dient. Auch drei Jahre danach überwältige sie diese Erinnerung: "Wir haben die Tür verriegelt, hörten Sirenen, wir bekamen die Nachricht, dass Terroristen kommen. Mein Mann nahm seine Waffe und ging nach draußen. Ich blieb mit den Kindern zurück. Erst dachte ich, ok, Raketen, die Armee kommt. Da wusste ich nicht, dass Terroristen vom Meer mit Booten kamen. Ich verstand erst nicht, was für eine Katastrophe passierte."
18 Menschen, darunter viele Spaziergänger, starben am Morgen des Hamas-Überfalls am 7. Oktober ein paar hundert Meter vom Kibbuz entfernt, als Dutzende Terroristen mit Booten den Strand von Zikim überfielen. Zikim ist der einzige Ort, den die Terroristen vom Meer aus angriffen.
Nur langsam wurde Reut Burda klar, welches Drama am Strand vor dem Kibbuz begonnen hatte. Den Hamas-Angriff überlebte sie mit ihren Kindern im Schutzraum des Kibbuz'.
Gefecht am Zaun
Nach dem Massaker am Strand stahlen die Angreifer ein Auto, fuhren zum Zaun des Kibbuz', wo Reut und ihr Mann Danny Burda wohnen. Danny war Teil des Sicherheitsteams, das gegen die Angreifer kämpfte. Er zeigt auf den Zaun, an dem er sich mit seinen Kollegen postiert hatte: "Da kam ein Auto an, mein Kollege dachte, es wären israelische Soldaten, dann sah er, dass es Terroristen waren und schoss. Die Schießerei dauerte eine Stunde. Dann warfen sie eine Handgranate über den Zaun. Splitter trafen mich hier an der Seite. Mein Schutzhelm und meine Weste haben mich gerettet."
Danny wurde verletzt, er hatte sich hinter einem Betonblock am Zaun versteckt. "Ich wusste, meine Familie ist da drüben und Terroristen versuchen, reinzukommen. Mein einziger Gedanke war, ich lasse sie nicht rein. Ich hätte nicht gedacht, dass es am 7. Oktober so viele Opfer geben würde. Ich habe erwartet, dass das israelische Militär den Angriff besser abwehrt."
Das Versagen des Militärs am 7. Oktober und der Regierung, die die Bevölkerung nicht warnte, hat bei den Burdas einen tiefen Vertrauensbruch verursacht. Reut Burda sagt: "Manchmal, wenn ich draußen Stimmen höre, spannt sich mein ganzer Körper an. Wenn ein Motorrad oder ein Auto vorbeifährt, spüre ich, dass das Trauma tief sitzt und ich Angst habe."
Eine Stunde dauerte das Gefecht zwischen den Hamas-Terroristen und den Verteidigern des Kibbuz'. Danny Burda lässt die Erinnerung daran noch heute nicht los.
Die Nähe zum Meer - eine Herausforderung
Michal Richter will sich der Angst ausgerechnet an dem Strand stellen, wo die Terroristen am 7. Oktober mit Booten anlegten und Menschen ermordeten. Auch sie überlebte den Hamas-Angriff im Schutzraum in Zikim. Wie die Burdas kehrte sie zurück. Ein Schritt, der auch drei Jahre später Ängste wachruft.
Richter steigt auf ein Surfbrett und blickt besorgt hinaus aufs Meer. "Die Angst ist ständig da. Es geht nicht um das Meer, sich hineinzuwagen, sondern darum, dass ich mich meinen Ängsten seit dem 7. Oktober stelle. Sehen Sie, da ist die Grenze. Direkt hinter dem Zaun ist Gaza, direkt vor unseren Augen. Dort gibt es immer noch Gefahr."
Nur wenige Meter entfernt sind durch den Grenzzaun, der quer über den Strand verläuft, die Umrisse von Gaza-Stadt zu sehen. Gespenstische Ruinen - Zeugnisse des drei Jahre dauernden Krieges, der in Gaza eine Trümmerwüste hinterließ.
"Das ist der Ort, von dem aus Terroristen zu meinem Haus kamen", sagt Richter. "Ich wohne direkt am Meer. Das ist meine größte Herausforderung."
Wegziehen ist keine Option
Michal Richter geht ins Wasser. Die Wellen werfen sie vom Brett. Wenn sie nicht selbst surft, unterrichtet sie hier in der Surfschule HaGal Sheli Zikim andere Opfer des 7. Oktober. Wegzuziehen komme nicht in Frage, betont sie.
Auch Familie Burda will bleiben - trotz der brüchigen Waffenruhe im Gazastreifen, betont Danny Burda. "Ich bin nicht für die Besiedlung des Gazastreifens durch Israel. Israel muss sich aus Gaza zurückziehen. Von mir aus können sie Fabriken bauen, einen Flughafen, einen Hafen. Wenn sie ihr eigenes Land ohne Terrorismus bauen, ist das für mich kein Problem. Sie können mit uns darüber verhandeln, aber nicht über unseren Tod. Die Hamas will alle Israelis töten. Ich bin hier in Zikim geboren und gehe nicht."
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