Exzellenter Kraxler : Auch Range Rover Sport kommt jetzt mit dickem Akku und Drehmoment

Exzellenter Kraxler Auch Range Rover Sport kommt jetzt mit dickem Akku und Drehmoment
05.10.2026, 07:56 Uhr
Von Patrick Broich, Coventry

Erst braucht Land Rover deutlich länger als geplant zur Elektrifizierung des Range Rover, und jetzt kommt der kleinere Range Rover Sport mit elektrischem Antrieb gleich hinterher. ntv.de hat ihn bereits ausführen dürfen.
Jetzt gibt Land Rover plötzlich Strom bei rein elektrisch angetriebenen Modellen, schiebt nach dem zeitverzögert einsetzenden Range Rover gleich den kleineren Range Rover Sport hinterher. Wobei, klein muss man kontextbedingt natürlich in Relation setzen - mit 4,95 Metern Außenlänge und über 2 Metern Breite ist der "Sport" immer noch ein ausladender Luxus-Offroader.
Dennoch zog es Land Rover im Rahmen der ersten Prototypenfahrten vor, mit dem "Sport" auf die große Testbahn zu gehen. Stattdessen verzichtete das Programm auf harten Offroad-Einsatz. Kann man machen, zumal getrost unterstellt werden darf, dass der Range Rover Sport eher mal im Langstreckeneinsatz landet, eher jedenfalls, als sich auf unwägbares Terrain zu verirren. Und entsprechend geschmeidig rollt jetzt auch die batterieelektrische Variante in Richtung Piste.
Wie zu erwarten, lässt sich das Antriebslayout des Range Rover exakt auf die Sport-Variante übertragen. Sprich, es gibt zwei Leistungsversionen mit 450 sowie 550 PS. Ebenfalls erwartbar hat der Hersteller für die erste Proberunde das Powermodell mitgebracht. Was jedoch für beide Elektroausgaben gilt, ist, dass die Techniker deren Karosseriestruktur deutlich steifer gemacht haben als die der konventionellen Offerten. Schließlich verändert sich das Packaging mit einem 118 kWh großen Batteriebrocken (netto) im Unterboden. Der Schwerpunkt liegt außerdem 7,3 Zentimeter tiefer als bisher.
Dankbar ist, dass die sogenannte MLA-Architektur von Beginn an auch für den Einsatz rein elektrischer Antriebe konstruiert wurde. Und natürlich verfügt der Geländewagen über ein 800-Volt-Bordnetz, um die Kunden nicht länger als nötig an der Ladesäule ausharren zu lassen. Binnen 22 Minuten soll der Speicher den Hub von 10 auf 80 Prozent schaffen bei einer maximalen Ladeleistung von 325 kW. Das ist ordentlich, aber anno 2026 eigentlich kein Glanzwert mehr. Sei es drum.
Range Rover Sport fährt mehr sanft als sportlich
Aber jetzt wird endlich gefahren. Wie auf Wolken bewegt man sich im elektrischen Range Rover Sport, das "Sport" darf man also ruhig in Anführungsstriche setzen. Schnell wird klar, dass der schwere Brocken analog zum klassischen Range eigentlich ebenso ein Komfortgleiter ist. Einer, der sich mit 850 Newtonmetern Drehmoment an Bord freilich ziemlich wuchtig in Szene setzt. Fahrpedal beherzt durchdrücken, und der mit einer Permanentsynchronmaschine je Achse ausgerüstete Geländegänger stürmt mit einer Vehemenz los, die man erleben muss. Die Rücken der Passagiere kleben in der Beschleunigungsphase jedenfalls fest an den wattig gepolsterten Lehnen. In Zahlen heißt das, 4,5 Sekunden sollen bis Landstraßentempo vergehen (200 km/h Topspeed).
Und damit der 2,8-Tonner auf geschwungenen Überlandpassagen nicht schwankt wie ein seekranker Matrose, bekommt er ein bisschen Technik mit auf den Weg. Allradlenkung, adaptive Luftfederung und Wankstabilisierung sollen ihn agil machen, wenngleich hier und heute lediglich gerade Passagen vorzufinden sind.
Und wer wirklich ins Gelände möchte mit seinem Batterievehikel, kann das tun. Dass sich das Moment elektrischer Antriebe exzellent dosieren lassen, ist inzwischen eine Binse. Kraft in Hülle und Fülle ist sowieso vorhanden. Daher kann Land Rover mal großzügig 45 Grad Steigfähigkeit angeben. Das entspricht den berühmten 100 Prozent, die sich auch die traditionelle G-Klasse aus dem Hause Mercedes auf die Fahnen schreibt.
Außerdem werfen die Briten obendrein 900 Millimeter Wattiefe in den Ring, noch Fragen? Klar, wie steht es denn um die Zugfähigkeiten? In diesem Segment schließlich keine ganz unwichtige Sache. Na ja, da ist die Rede von 2,5 Tonnen gebremster Anhängelast - kann man machen, aber hier besteht noch etwas Luft nach oben. Möchte man beispielsweise ein üppiges Auto samt schwerem Anhänger huckepack nehmen, wird die Luft schon dünn. Die WLTP-Reichweite von 609 Kilometern dürfte im Realbetrieb erfahrungsgemäß ohnehin zusammenschmelzen, mit schwerem Gerät am Haken gilt das noch einmal mehr.
Ebenfalls schmelzen könnte der Kontostand im Falle einer Bestellung - denn 120.400 Euro sind beileibe kein Pappenstiel. Bestellt werden kann das Biest mit aerodynamisch optimiertem Grill (daran ist die Elektroausgabe optisch eindeutig zu erkennen) plus spezifischem Felgendesign sofort. Ob es mit elektrischem Antrieb auch goutiert wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.
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